
Berlins Wirtschaftssenatorin Giffey hat nach dem Anschlag auf das Stromnetz rasche Ermittlungen des Bundes angemahnt. Die Tat, zu der sich eine linksextremistische Gruppe bekannt hatte, sei ein Angriff auf „unsere freie Gesellschaft“.
Nach dem Anschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten hat Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bei den Ermittlungen Unterstützung des Bundes gefordert.
Im rbb24 Inforadio sagte Giffey: „Es muss um Bundeshilfe bei den Ermittlungen gehen. Die Frage ist ja, sind das nur linke Gruppen von Aktivisten, die ideologisch unterwegs sind, oder steckt da mehr dahinter.“
Wegner: „Keine Kleinen-Kinder-Streiche“
Es gehe nicht nur um einen Angriff auf die Infrastruktur, so die Senatorin, sondern auch darum, „dass unsere freie Gesellschaft angegriffen wurde“. Schaue man sich das Bekennerschreiben an, dann seien da „Sichten auf unser Land drin, die sind hochgradig gefährlich“. Der Angriff habe erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen und sei durch nichts zu rechtfertigen.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nannte den Anschlag auf das Stromnetz „absolut inakzeptabel“. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF sagte er: „Das sind keine Kleinen-Kinder-Streiche, sondern das waren professionelle Straftäter, die diese Stromnetze angegriffen haben.“
Täter noch nicht abschließend geklärt
Nach Einschätzung der Bundesregierung ist noch nicht sicher, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckt. Eine linksextremistische Motivation sei naheliegend, aber die Ermittlungen liefen noch, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums.
Eine linksextremistische Gruppe namens „Vulkan“ hatte sich am Sonntag zu dem Brandanschlag bekannt. Die Authentizität des Bekennerschreibens sei bislang aber nicht abschließend geklärt, so die Sprecherin. Der rbb hatte zuvor berichtet, dass die Polizei das Schreiben als authentisch einstufe.
31.000 Haushalte weiter ohne Strom
Nach dem großflächigen Stromausfall vom Samstag haben mittlerweile rund 14.000 der betroffenen Haushalte und 500 Gewerbekunden wieder Strom. 31.000 Haushalte und 1.700 Gewerbebetriebe müssen in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde im schlimmsten Fall bis Donnerstagnachmittag auf Licht, Wärme und Energie warten. Mit Notstromaggregaten soll den Menschen bald geholfen werden, sagte Wirtschaftssenatorin Giffey.
Dabei soll auch die Bundeswehr helfen. Sie soll bei Logistik, Transport und Betrieb von Notstromaggregaten unterstützen, teilte die Berliner Senatskanzlei auf der Onlineplattform X mit. Unterstützung kommt zudem von der Bundespolizei, wie Wegner bei einer Pressekonferenz mitteilte.