Wer wenig verdient, wohnt meist in schlecht gedämmten Wohnungen und hat überproportional hohe Heizkosten, schreiben drei Forschende des Wuppertal Instituts in ihrem Beitrag „Wärmewende ohne soziale Schieflage: Faire Warmmieten sind machbar“. Damit energetische Modernisierungen die Warmmiete zuverlässig senken, brauche es klare politische Leitplanken und gezielte Zuschüsse im Mietbestand – denn ohne eine Strategie zur zügigen Transformation des Gebäudebestands würden nicht nur nationale und europäische Ziele verfehlt. Auch eine sozial ausgewogene Gestaltung der Maßnahmen sei unerlässlich, um eine finanzielle Überforderung bestimmter Haushalte abzuwenden, so die Forschenden.
In ihrem Beitrag in der Zeitschrift „politische Ökologie“ stellen die Autor*innen daher soziale Auswirkungen der Wärmewende auf einkommensschwache Mieter*innen dar – und machen konkrete Vorschläge zur sozialverträglichen Gestaltung der notwendigen Sanierungen: Eine gezielte Reform des Fördersystems, eine Reform des Mietrechts samt Einführung von Modernisierungspflichten sowie praktische Unterstützung und Peer-Beratung für die betroffenen Haushalte. Zudem bedarf es einer prioritären Sanierung der Gebäude mit den schlechtesten Effizienzklassen. Denn dies kann einkommensschwache Haushalte wirksam und dauerhaft vor hohen Heizkosten schützen.
„Die europäische Gesetzgebung verpflichtet Deutschland sowieso, benachteiligte Haushalte zu priorisieren und Unterstützungsstrukturen zu schaffen. Die notwendigen Instrumente liegen auf dem Tisch – nun wird die Umsetzung darüber entscheiden, ob die Wärmewende ein sozial gerechter Transformationsprozess wird oder zur Quelle von Ungleichheit und gesellschaftlichen Spannungen“, sagt Birte Schnurr, Researcherin im Forschungsbereich Energiepolitik am Wuppertal Institut und eine der Autor*innen des Artikels.
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