Es ist ein bitterer Rückschlag für die Norwegische Handball-Nationalmannschaft kurz vor dem Start der EM, bei der sie als Co-Gastgeber zu den Mitfavoriten zählt: Harald Reinkind vom deutschen Rekordmeister THW Kiel wird Norwegen bei dem Turnier vom 15. Januar bis 1. Februar verletzungsbedingt fehlen.
Damit verliert die norwegische Nationalmannschaft einen ihrer erfahrensten Rückraumspieler. Und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Wie der norwegische Handballverband NHF unter Berufung auf Mannschaftsarzt Thomas Torgalsen am Montag mitteilte, zog sich der 33-Jährige die Verletzung schon Anfang Dezember zu. Dennoch biss Reinkind auf die Zähne und absolvierte noch zwei Spiele unter starken Schmerzen.
„Er hatte das Gefühl, nicht richtig trainieren zu können. Wir haben vereinbart, dass er am Training der Nationalmannschaft teilnimmt und waren optimistisch, dass sich das zum Guten wenden würde. Nun haben wir ihn gründlich untersuchen lassen, unter anderem per Ultraschall, und festgestellt, dass es sich um einen Riss der Bindegewebsmembran unter dem Fuß handelt“, erklärte Torgalsen. Der Befund ließ nun keinen Spielraum mehr: Harald Reinkind muss für die EM passen.
Norwegen trifft unter anderem auf Frankreich
Der Verband versuchte bis zuletzt noch alles, um einen Einsatz des Linkshänders möglich zu machen. „Wir haben verschiedene Maßnahmen versucht, darunter das Tapen des Fußes, um zu sehen, ob er schmerzfrei trainieren und spielen kann. Das hat aber nichts gebracht.“
Für Reinkind endet der Traum vom Heimturnier damit frühzeitig, Simen Schönningsen wurde bereits nachnominiert.
Sportlich wie emotional wiegt der Ausfall schwer. Reinkind zählt seit Jahren zu den Stützen der norwegischen Auswahl und bringt internationale Erfahrung auf höchstem Niveau mit. Gerade bei einem Turnier im eigenen Land sollte der Halbrechte eine Schlüsselrolle übernehmen.
Norwegen ist bei der EM möglicher Hauptrundengegner der deutschen Mannschaft. Die Handballgutta („Handballjungs“) treffen in Vorrundengruppe C in Oslo auf Titelverteidiger Frankreich, Tschechien und die Ukraine.