Wörth und Hagenbach wären gut beraten, die Möglichkeiten auszuloten, die die Planer ihnen geben.

Auch wenn die Situation im Lastwagenwerk derzeit ruhig ist: Der im Frühsommer angekündigte Personalabbau bei Daimler Truck wird an Wörth nicht spurlos vorübergehen. Dass es vor allem die Verwaltung betreffen soll, ist kein Grund zu hoffen, dass es das Montagewerk nicht so hart trifft. Denn in Wörth arbeiten schätzungsweise 30 Prozent der knapp 10.000 Mitarbeiter in der Verwaltung: Also rund 3000. Zum Vergleich: In der Verwaltungszentrale von Daimler Truck in Leinfelden-Echterdingen arbeiten rund 2000 Menschen, im gesamten Großraum Stuttgart 4400.

Da betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2034 ausgeschlossen sind, wird Daimler auf die Fluktation setzen und zusätzlich Abfindungsangebote unterbreiten. Für die Betroffenen muss das keine schlechte Perspektive sein. Betroffen ist aber auch die Südpfalz, nicht zuletzt die Stadt Wörth. Mit den Arbeitsplätzen gehen Steuereinnahmen verloren. Hinzu kommt die Unberechenbarkeit von Daimler als Gewerbesteuerzahler. Wie alle Konzerne nutzt er die Möglichkeiten, die der Bundestag ihm eingeräumt hat.

Die einzige Chance, die eine Stadt wie Wörth hat, ist, neue Steuerquellen zu erschließen. Das war der Hauptantrieb zur Ausweisung des Industriegebiets „Oberwald“. Heute arbeiten dort in Industriebetrieben auf 55 Hektar rund 1000 Menschen. Was auf der Fläche bei Maximiliansau möglich wäre? Industrie und Logistik sind ausgeschlossen, Forschung klingt nicht schlecht. Wörth wäre gut beraten, die Möglichkeiten auszuloten. Vielleicht nicht gleich heute, aber morgen. Denn ohne Geld sind jahrzehntelange Bäder-Debatten endgültig sinnlos.

Nachgedacht werden sollte übrigens auch in Hagenbach. Das Loch, das der Stellenabbau bei Faurecia hinterlassen hat, wird anders schwer zu schließen sein.