Stand: 05.01.2026 19:57 Uhr

Am Dienstag könnte es bei Schnee und Glätte Probleme im Straßenverkehr geben: Wegen eines Warnstreiks beim LBV.SH gibt es in Schleswig-Holstein voraussichtlich nur einen teils stark eingeschränkten Winterdienst.

Der Schnee hat Schleswig-Holstein weiterhin fest im Griff – Räumfahrzeuge sind auf den Straßen im Dauereinsatz. Am Dienstag sieht das aber voraussichtlich anders aus: Wie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) mitteilt, haben die Gewerkschaften der Straßenmeistereien des Landes zu einem Warnstreik in den 22 Straßenmeistereien aufgerufen. Betroffen sind demnach sowohl Kreis- als auch Landes- und Bundesstraßen.

Gewerkschaften wollen ein Zeichen setzen

Grund des Warnstreiks seien „unzureichende Arbeits- und Einkommensbedingungen im öffentlichen Dienst“, sagt Kai Tellkamp, Landesvorsitzender des dbb Beamtenbund und Tarifunion. Man wolle mit dem Warnstreik ein Zeichen in der aktuellen Einkommensrunde setzen. „Die Arbeitgeber haben sich bislang überhaupt nicht bewegt“, kritisiert Tellkamp.

Im Dezember war die erste Verhandlungsrunde in der Tarif-und Besoldungsrunde der Länder ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die zweite Runde soll am 15./16. Januar in Potsdam stattfinden. Für Dienstagmittag sind Aktionen an der Staatskanzlei in Kiel angekündigt. Geplant sind laut Gewerkschaften die Bildung einer Menschenkette zwischen Finanzministerium und Staatskanzlei und eine Kundgebung um 13 Uhr. Aufgerufen sind neben Winterdienst-Beschäftigten demnach auch Mitarbeiter der Finanzverwaltung und aus anderen Bereiche des öffentlichen Dienstes.

Streik dauert den ganzen Tag

Gewerkschaftsvorsitzender Tellkamp rät allen, sich am Dienstag auf Einschränkungen im Winterdienst einzustellen – es werde ganztägig gestreikt. „Es geht letztendlich auch darum, die öffentlichen Dienstleistungen für die Bürger sicherzustellen“, so Tellkamp weiter. Wieviele Fahrzeuge in welchen Straßenmeistereien in den Depots bleiben, kann die Gewerkschaft noch nicht sagen.

Sebastian Wache telefoniert für Hand in Hand

Nach jetzigem Stand sehe es so aus, dass am Freitag in weiten Teilen Norddeutschlands mit sehr viel Neuschnee und viel Wind gerechnet werden muss, sagte der Meteorologe auf NDR Info.

LBV.SH arbeitet an Notlösung

Der LBV.SH zeigt generell Verständnis für die Aktion. Er versucht nach eigenen Angaben einen Notdienst auf die Beine zu stellen, damit die Meistereien besetzt sind. Man wolle mit allen verfügbaren Kräften versuchen, so gut es geht die Straßen von Schnee und Eis zu befreien, so der Landesbetrieb. Dafür sollen die Straßenmeistereien im Land bezirksübergreifend zusammenarbeiten und Ausfälle mit Fremdfirmen kompensiert werden. Vor allem Gefahrenstellen sollen geräumt werden. Mit einem regulären Winterdienst sei aber nicht zu rechnen, heißt es.

Glatte Straßen am Morgen möglich

Aufgrund der Witterung vor allem in den Morgenstunden sei auch Glätte auf den Fahrbahnen möglich. Der Landesbetrieb ruft die Verkehrsteilnehmenden dazu auf, besonders vorsichtig zu fahren und sich an die winterlichen Bedingungen anzupassen.

ADAC mahnt zu Vorsicht im Straßenverkehr

Eine zugefrorene Straße in Kiel.

Der ADAC rät dazu, sich an die winterlichen Straßenverhältnisse anzupassen und langsam zu fahren.

Abstand halten, Tempo reduzieren und viel Zeit mitbringen: Auch Rainer Pregla vom ADAC rät Fahrerinnen und Fahrern am Dienstag, noch vorsichtiger als sonst unterwegs zu sein. „Die Autofahrenden haben kein Recht auf geräumte Straßen“, so erklärt er die allgemeine Rechtslage. Man müsse im Straßenverkehr stets auf winterliche Verhältnisse vorbereitet sein – und das gelte so auch am Streiktag.

Es gibt kein Recht auf geräumte Straßen. Ich muss als Autofahrender jederzeit damit rechnen, dass es zu winterlichen Verhältnissen kommt und muss angepasst fahren.

Rainer Pregla, ADAC

Mehr als 7.600 Kilometer Straße betroffen

Der Winterdienst des LBV.SH ist landesweit nach eigenen Angaben für insgesamt rund 7.600 Kilometer Bundes- und Landstraßen zuständig. Auch in mehreren Kreisen räumen die Mitarbeitenden des Landesbetriebs die Kreisstraßen. Auf den Kommunalstraßen ist in der Regel die jeweilige Kommune selbst zuständig für den Winterdienst.

Erwachsene und Kinder rodeln im Schnee.

Im Norden des Landes sind am Montagmorgen mehrere Zentimeter Neuschnee runtergekommen. Das freut Kinder und sorgt Auto-und Bahnfahrer.

Eine Bushaltestelle in Kiel im Winter.

Schnee und Glätte hatten den Busverkehr in Kiel am Wochenende lahmgelegt. Kritik kam von Fahrgästen und aus der Kommunalpolitik.

Mehrere Autos parken am Rand einer verschneiten Straße.

Im nördlichen Schleswig-Holstein könnten bis zum Abend bis zu 15 Zentimeter Neuschnee fallen. Im gesamten Norden ist bis zum Wochenende weiter mit Schnee und Glätte zu rechnen.