In weiten Teilen Europas haben starker Schneefall und eisige Temperaturen für Chaos gesorgt, die Herausforderungen des Winterwetters dürften anhalten. In
Deutschland bestimmten Schnee, Glätte und Dauerfrost das Wetter zum
Wochenstart, zu großen Einschränkungen kam es dadurch aber nicht – anders als in den Nachbarländern Polen, Tschechien
und den Niederlanden.

Am Großflughafen Schiphol in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam wurden
am Morgen rund 450 Flüge gestrichen, auch der Zugverkehr
rund um Amsterdam und Utrecht brach
zwischenzeitlich zusammen. In Polen meldete die Bahn stundenlange Verspätungen und Ausfälle aufgrund von starken
Schneefällen.

In Frankreich forderte die französische Zivilluftfahrtbehörde die Fluggesellschaften auf, bis zum späten Abend 15 Prozent ihrer Flüge an den Flughäfen Orly und Charles de Gaulle zu streichen, nachdem es in Paris zu starken Schneefällen gekommen war.

Auch am Flughafen von Sarajevo, der
Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, war am Sonntag aufgrund des Schneefalls die Hälfte der
Flüge ausgefallen. 

Am Stockholmer Flughafen Arlanda in Schweden fielen zahlreiche Flüge aus oder waren
verspätet. Der Zugverkehr in mehreren Regionen wurde zeitweise gestoppt.

Verkehrseinschränkungen und Schulschließungen

In Rumänien wurden insbesondere in den Karpatenregionen
in Siebenbürgen mehrere Dörfer wegen zugeschneiter
Zufahrten isoliert. Mindestens 42.000 Haushalte waren ohne Strom, weil
Transformatoren durch heftigen Schneefall beschädigt worden waren.

In Tschechien ist es besonders kalt, auch hier kam es aufgrund von Glätte zu einigen Unfällen. In der Gemeinde Kvilda im
Nationalpark Böhmerwald nahe der Grenze zu Bayern wurde ein Tiefstwert
von minus 30,6 Grad Celsius gemessen. Dem Wetterdienst zufolge sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen landesweit
nicht über den Gefrierpunkt steigen.

© Lea Dohle

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In der Slowakei gab es Tiefsttemperaturen von bis zu minus 20 Grad.

In
Schottland blieben aufgrund des Schneetreibens Hunderte Schulen geschlossen. In vielen Teilen
Großbritanniens gilt seit mehreren Tagen eine Wetterwarnung wegen des
starken Schneefalls. Im englischen Ort Shap wurde mit
minus 10,9 Grad Celsius die kälteste Nachttemperatur des Winters
in England und Wales gemessen. 

In
Österreich riefen die staatlichen Meteorologen eine Kältewarnung für
den Westen des Landes aus. Am Dienstag könnten die Temperaturen auf bis
zu minus 17 Grad fallen. 

Auch in
Spanien gab die Wetterbehörde Aemet für Montag
Warnungen für zehn Regionen des Landes heraus. In Teilen von Kantabrien im Norden, von
Kastilien und León im Nordwesten und von Katalonien im Osten des Landes
herrscht teilweise Warnstufe Orange. Die stärksten Schneefälle des Sturmtiefs Francis konzentrierten sich auf das weniger stark
besiedelte Inland, die östliche Hälfte des Landes sowie das Kantabrische
Gebirge.

Deutschland bleibt kalt

„Der Winter
ist in Deutschland eingekehrt und in vielen Regionen Deutschlands liegt
aktuell Schnee, der bei den meist frostigen Temperaturen in den
nächsten Tagen auch noch liegen bleiben wird“, sagte Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Für die Regionen, in denen
aktuell kein Schnee liegt, sieht es schneetechnisch hingegen mau aus.“ Es sei zwar kalt genug, doch viele neue Niederschläge
seien in weiten Landesteilen vorerst nicht zu erwarten.

Um die Nordsee dagegen soll es zahlreiche und teils kräftige
Schneeschauer geben, die primär in Schleswig-Holstein landeinwärts
ziehen. Die meisten Nordseeinseln, vor allem die nordfriesischen, bekämen dadurch etwas Neuschnee. „Strichweise kann es aber auch mal in kräftigen
Schauern, teils auch Gewittern, stark schneien, sodass innerhalb weniger
Stunden zehn Zentimeter oder mehr fallen können.“

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