Mercedes-Benz kündigte am Montag an, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr ein neues, fortschrittliches Fahrerassistenzsystem in den Vereinigten Staaten einführen wird, das es seinen Fahrzeugen ermöglicht, unter Überwachung des Fahrers autonom auf Stadtstraßen zu fahren.

Das System ermöglicht es einem Fahrzeug, von einem Parkplatz zu einem Zielort zu fahren, Kreuzungen in der Stadt zu navigieren, abzubiegen und Ampeln zu beachten. Damit stellt es eine Konkurrenz für Tesla dar, den einzigen Autohersteller in den USA, der mit dem sogenannten Full Self-Driving ein ähnliches Produkt anbietet.

Das System von Mercedes, genannt MB.DRIVE ASSIST PRO, ist seit Ende letzten Jahres bereits in China erhältlich. 

In den Vereinigten Staaten wird das System für drei Jahre 3.950 US-Dollar kosten. Kunden können sich auch für monatliche oder jährliche Abonnements entscheiden, deren Preise jedoch später bekannt gegeben werden.

Das Full Self-Driving-Paket von Tesla kostet etwa 8.000 US-Dollar als Einmalzahlung oder 99 US-Dollar pro Monat im Abonnement.

Die meisten Autohersteller beschränken Selbstfahrfunktionen bei Privatfahrzeugen auf Autobahnen, wo das Verkehrsaufkommen berechenbarer ist. In Städten stellen Fußgänger, Radfahrer und unerwartete Situationen größere Herausforderungen dar.

Tesla ist der einzige Autohersteller, der mit seinem Full Self-Driving-System autonomes Fahren auf Stadtstraßen erlaubt.

Wie bei Tesla verlangt auch das System von Mercedes, dass Fahrer jederzeit aufmerksam bleiben und eingreifen können.

Der Vorstoß von Mercedes in den Bereich der urbanen Fahrassistenz zeigt, wie Software-Entwicklungen die autonome Technologie von begrenzten Tests hin zur kommerziellen Einführung vorantreiben. Sicherheitsbedenken und Vorschriften schänken jedoch die vollständige Autonomie bei Privatfahrzeugen weiterhin ein.

Elon Musk, Vorstandsvorsitzender von Tesla, hatte zuvor angekündigt, die Straßen der Städte mit autonomen Fahrzeugen zu überschwemmen, die keinerlei menschliche Intervention benötigen würden. Das ist bislang jedoch nicht eingetreten.

Stattdessen konzentriert sich Tesla auf schrittweise Verbesserungen des FSD-Systems und hat einen kleinen Robotaxi-Service in Austin, Texas, mit Sicherheitsbeobachtern gestartet.

Investoren sehen autonome Technologien weiterhin als potenzielle langfristige Einnahmequelle für Autohersteller.

Mercedes erklärte, dass das System etwa 30 Sensoren verwendet, darunter Kameras, Radar und Ultraschallsensoren. Diese Sensoren liefern Daten an einen Computer, der bis zu 508 Billionen Operationen pro Sekunde verarbeiten kann.

Nvidia teilte mit, dass der neue Mercedes-Benz CLA, das erste Fahrzeug der Marke mit der MB.OS-Plattform, über Fahrerassistenzfunktionen verfügen wird, die von der „DRIVE AV“-Software des Chipentwicklers, KI-Infrastruktur und beschleunigter Rechenleistung unterstützt werden.

Das System unterstützt Over-the-Air-Updates, um zukünftige Verbesserungen der autonomen Fahrtechnologie zu ermöglichen.