Börsenkurs in Frankfurt

marktbericht

Stand: 05.01.2026 18:21 Uhr

Die Eskalation zwischen den USA und Venezuela hat den Aktienmarkt nicht belastet, sondern beflügelt. Getrieben von den Rüstungsaktien stieg der DAX auf ein neues Rekordhoch.

Wer gedacht hatte, die Geschehnisse rund um Venezuela würden die Märkte in Angst und Schrecken versetzen, sah sich getäuscht. Der deutsche Aktienindex DAX wartete am Montag sogar mit einem neuen Rekordhoch auf. Im späten Handel sprang der Leitindex auf einen Höchststand von 24.873 Punkten, womit er seine alte Bestmarke aus dem Oktober bei 24.771 Punkten hinter sich ließ.

Zum Handelsschluss lag der DAX 1,3 Prozent im Plus bei 24.868 Punkten. Auch die US-Börsen starteten den Handel mit klaren Aufschlägen.

Ein wesentlicher Grund für den Rekordlauf war ein neuer Schub für Rüstungsaktien. Die schwierige geopolitische Lage angesichts des US-Angriffs auf Venezuela trieb insbesondere das DAX-Mitglied Rheinmetall um mehr als neun Prozent nach oben. Auch die Titel von Hensoldt und Renk waren stark gefragt.

Zudem zeigte sich der Ölmarkt mit Blick auf die Eskalation zwischen den USA und Venezuela zunächst entspannt: Im frühen Handel fiel die Notierung für Rohöl der Nordseesorte Brent um 0,6 Prozent auf 60,53 Dollar pro Barrel (159 Liter) zurück. Dahinter stand die Hoffnung auf ein künftig höheres Ölangebot. Unter der Ägide der USA – so die Spekulation – könnten die maroden Ölanlagen Venezuelas modernisiert und möglicherweise internationale Sanktionen aufgehoben werden. 

Eigentlich verfügt das OPEC-Mitglied über die größten Ölreserven der Welt. Allerdings leidet seine Ölförderung neben den Sanktionen unter Misswirtschaft und mangelnden Investitionen. Würden die internationalen Sanktionen aufgehoben, könne sich die Produktion um mehrere Hunderttausend Barrel pro Tag erhöhen, schätzt die Rohstoffexpertin Helima Croft von RBC Capital. Venezuela produzierte zuletzt weniger als eine Million Barrel pro Tag. Das entspricht rund zwei Prozent der weltweiten Gesamtmenge.

Allerdings greifen die Spekulationen am Ölmarkt weit in die Zukunft – im Handelsverlauf holten die Ölnotierungen ihre Verluste denn auch wieder auf und zogen sogar weiter an. Schließlich dürften die Ölexporte des südamerikanischen Landes zunächst gestört werden.

Die anfangs rückläufigen Ölpreise stärkten die zuletzt wieder aufgekeimte Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr. Bereits gegen Ende 2025 hatten Anlegerinnen und Anleger zunehmend auf eine Konjunkturbelebung durch die schuldenfinanzierten Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung sowie durch weniger Bürokratie gesetzt.

„Anleger scheinen fest entschlossen zu sein, die fundamentale Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft, getragen von den Reformhoffnungen unter der Regierung Merz, in die Kurse einzupreisen“, schrieb Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades. Dennoch bleibe die Marktdynamik vorerst fragil, da das Handelsvolumen nach den Feiertagen erst allmählich wieder anziehe.

Trotz des US-Zollschocks im vergangenen April hatte der DAX 2025 mit einem Anstieg von 23 Prozent das beste Jahr seit 2019 verzeichnet. Im neuen Jahr geht es bislang also mit Schwung weiter vorwärts.

Im weiteren Wochenverlauf könnte eine Reihe von Konjunkturdaten für mehr Klarheit sorgen. Dicht gepackt ist das Programm unter anderem am Dienstag. Dann werden vor allem die Inflationsdaten für Deutschland für Aufmerksamkeit sorgen. Am Freitag richtet sich der Fokus auf die monatlichen Arbeitsmarktzahlen aus den USA, die für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed wichtig sind.