Rund um die Krippe versammelt sich die ganze Stadt. In der Mitte steht die Heilige Familie. Maria sitzt auf ihrem Schemel, hinter ihr eine Wurzel, die an die Tiefen unseres eigenen Lebens erinnert. Josef hält seine Laterne über das Kind – ein schlichtes Zeichen:
Gottes Licht ist für alle da.
Die Menschen Bonns bringen ihr eigenes Licht mit. Pfadfinder, die Wege bereiten. Kinder mit Kerzen, deren kleine Flammen große Hoffnung tragen. Ein SWB‑Busfahrer verteilt Kerzen an der Haltestelle. Ein BonnOrange‑Mitarbeiter kehrt weiter – auch das ein Dienst, der Licht wachsen lässt.
Beethoven dirigiert den Chor, der sich um die Krippe gebildet hat. In der einen Hand die Kerze, in der anderen das Gesangsblatt der Hymne zum Heiligen Jahr „Licht des Lebens“. Alle stehen zur Krippe gewandt und singen das Licht in die Welt.
Über allem wacht der Verkündigungsengel auf dem Dach des Bonner Münsters – ein stilles Zeichen der Hoffnung. Mitten in dieser vielfältigen, alltäglichen und zugleich heiligen Stadtgemeinschaft klingt das Wort des Evangeliums:
„In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für alle Menschen.“ (Joh 1,4)
Christus ist dieses Licht – ein Licht, das Dunkelheit nicht übergeht, sondern verwandelt. Ein Licht, das wir weitergeben können: mit einer Kerze, einem Dienst, einer Geste der Solidarität.
So wird die Bonner Stadtkrippe zum Bild für unsere Sehnsucht und unseren Auftrag:
Licht empfangen – und selbst zum Licht der Hoffnung werden.
Carmela Verceles
Pastoralreferentin