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Ein Kaufland-Kniff ist offenbar nicht allen bekannt – dabei macht er beiden Seiten das Einkaufen so viel leichter.
München – Supermarkt-Kassen bedeuten für Kunden immer wieder puren Stress. Die nächste Person schiebt von hinten, und die flinke Kassenkraft scannt die Produkte schon, während man andere noch auslädt und die Einkäufe doch eigentlich schon einpacken sollte. Dazu kommen die Regeln: Der Warentrenner ist deutsches Kulturgut, Flaschen sollte man auf korrekte Weise aufs Kassenband legen und ein bestimmtes Getränk sogar gar nicht.
Archivfoto einer Kaufland-Kasse. © IMAGO/Manfred Segerer
Überforderung und Hektik können also für die Kundschaft an der Tagesordnung sein – denn dazu kommt auch noch eine weitere Unsicherheit: Wurde meine Kundenkarte beziehungsweise die App korrekt gescannt? Von dieser typischen Frage berichtete kürzlich ein User bei Threads, er habe „komplett überfordert von allen Einflüssen gefragt ‚Hat es geklappt??‘“, und die Kassiererin habe ihm fälschlicherweise vorgeworfen, seine Kopfhörer nicht abgenommen zu haben. Der Vorfall löste bei ihm großen Ärger aus.
Wurde Kundenkarte korrekt gescannt? Frage vergrößert Überforderung von Supermarkt-Kunden
Was die Unsicherheit über die gescannte Kaufland Card – wie es sie vergleichbar auch bei anderen Ketten gibt – angeht, zeigt er sich aber nicht alleine. „Ich hab sie mal dreimal gescannt, bis die Verkäuferin leicht genervt meinte, dass es schon beim ersten Mal geklappt hat, weil ich das Piepsen nicht gehört hab“, berichtet eine andere Person.
Es melden sich auch mehrere Menschen zu Wort, die nach eigenen, nicht überprüfbaren Angaben selbst als Kassenkraft arbeiten. „Ich sag immer zu den Kunden, wenn sie fragen: ‚Ja, hat geklappt, sonst würde ich was sagen, keine Sorge.‘ Immer mit einem Lächeln natürlich“, schreibt eine Nutzerin. „Ich sage immer ‚Danke‘, wenn die Karte eingespannt wurde, damit die Kunden wissen, es hat geklappt“ und „Hier Edeka, ich sage auch immer danke, wenn es geklappt hat!“ Die einen ärgern sich über die Kaufland-Kraft, die der Nutzer als sehr unfreundlich empfunden hat, andere verteidigen sie und schieben es auf den „Weihnachtsstress“.
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Eine Userin wird hingegen richtig knatschig. Es gibt so etliche Sprüche, die Mitarbeiter aus dem Einzelhandel nicht mehr hören können. Und jene Frage, ob es die Kundenkarte gescannt hat, scheint wohl auch nicht gerade beliebt zu sein. „Ja wir gehen auch an die Decke, wenn 500 Kunden am Tag fragen ‚Hat’s schon, hat es die App genommen, hat es geklappt?‘ oder 1000 Mal scannen, bis man sagt, es hat schon, mein Gott.“
Erhellend ist in dem Thread aber etwas anderes – was vielen noch nicht bekannt sein dürfte: Man muss gar nicht fragen, ob die Kaufland Card gescannt wurde. Und auch nicht auf den entsprechenden Piepton achten. Das Ganze wird nämlich auf dem Display angezeigt. „Da ganz am Ende der Kasse kannst du am Bildschirm auch sehen, ob es geklappt hat. Da steht dann Karte erfasst. Das Piepen hören die Kunden so gut wie nicht, es ist so laut im Laden, und an allen Kassen piepst es“, verrät eine, die wohl an der Kasse arbeitet.
Viele Kaufland-Kunden wissen es nicht: Erfolgreicher Scan wird auch auf Display angezeigt
Eine andere Person meint: „Auf dem Display für Kunden, auf dem auch dein Einkauf steht, wird deine Karte angezeigt. Wurde sie erkannt und gescannt, dann erscheint da in blauer Schrift K-Karte (oder so) und dann deine Nummer. Ganz oben, noch über deinem gelisteten Einkauf. Dann kannst dir das Fragen sparen – auch mit Kopfhörern.“
Und eine weitere: „Ich kenne eine der Kassiererinnen in ‚meinem‘ Kaufland. Sie hat mich irgendwann darauf aufmerksam gemacht, dass oben links auf dem Bildschirm für die Kunden die letzten Ziffern der K-Card erscheinen, wenn sie erfolgreich gescannt wurde. Seitdem bin ich an der Kasse so viel entspannter.“
Kaufland bestätigt: Display zeigt erfolgreichen Scan an
Der Trick ist also, einfach aufs Display zu schauen und dadurch das Stresslevel zumindest in Sachen Kaufland Card zu reduzieren. Tatsächlich bestätigt Kaufland den kleinen, aber wichtigen Kniff gegenüber unserer Redaktion. „Der erfolgreiche Scan wird dem Kunden sowohl durch ein akustisches Signal als auch durch die Anzeige der letzten Ziffern der K-Card auf dem Kundendisplay angezeigt“, schreibt Kaufland auf Anfrage. Wenn sich dieses Wissen verbreitet, haben wohl nicht nur Kunden etwas davon, sondern auch die Kassenkräfte. Lidl hat unlängst den Preis von einem der meistgekauften Artikel verdoppelt. (Quellen: Threads, Anfrage an Kaufland) (lin)
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