Es kann schnell passieren, dass jemand unverschuldet in Not gerät. Eine Krankheit, ein Unfall oder der Verlust der Arbeit sind einige Beispiele dafür. Die Kartei der Not steht als Hilfswerk der Mediengruppe Pressedruck und des Allgäuer Zeitungsverlages Menschen in der Region in ausweglosen Situationen zur Seite – rasch, unbürokratisch und nachhaltig. Auch im Landkreis Landsberg konnte im vergangenen Jahr wieder auf vielfältige Art und Weise Hilfe geleistet werden.

Seit 1965 hilft die Kartei der Not. Durch die Zusammenarbeit mit sozialen Beratungsstellen vor Ort ist gewährleistet, dass die Unterstützung auch tatsächlich bei den Bedürftigen ankommt und für den benötigten Zweck verwendet wird. Jede Spende kommt zu 100 Prozent bei den Betroffenen an, weil alle Verwaltungskosten von der Mediengruppe Pressedruck getragen werden.

Notfallhilfen an Schulen und Kindergärten

Im vergangenen Jahr waren enorme Belastungen in Familien und bei Senioren festzustellen. Daher hat die Kartei der Not die Hilfen erweitert und die sogenannten Notfallhilfen in den Maßnahmenkalender mitaufgenommen. Zum einen gibt es die Notfallhilfen an Schulen. Lehrkräfte sowie Schulsozialarbeiter können unbürokratisch direkt Hilfen auszahlen, wenn es etwa an Unterrichtsmaterial oder geeigneter Kleidung mangelt. Auch in Kindertagesstätten kann auf Notfallhilfen zurückgegriffen werden. Denn bereits die Kleinsten leiden oft unter den finanziellen Belastungen der Eltern, sodass es immer wieder an geeigneten Kleidungsstücken oder Hausschuhen im Kindergarten fehlt.

Ein weiterer Baustein sind die Notfallhilfen für Senioren. Es sollte nicht vom Finanziellen abhängen, ob man in seiner Freizeit auch einmal einen netten Nachmittag mit einem Stück Kuchen und Kaffee verbringen darf. Immer mehr Seniorinnen und Senioren fällt es aber schwer, unbeschwert genau dies zu tun – auch hier hilft die Kartei der Not mit einem Zuschuss.

Im Verbreitungsgebiet werden 51 Hilfeanfragen unterstützt

Im Verbreitungsgebiet des Landsberger Tagblatts konnten im vergangenen Jahr 51 Hilfeanfragen unterstützt werden. Insgesamt half die Kartei der Not mit mehr als 35.000 Euro. Die Spendenbereitschaft im Verbreitungsgebiet war hoch: Mehr als 340 Spenden hat die Kartei der Not von Spenderinnen und Spendern erhalten. Eine Versteigerung gespendeter Werke verschiedener Künstler im Rahmen der Langen Kunstnacht in Landsberg erbrachte 4250 Euro zugunsten des Hilfswerks.

Die Hilfeanfragen im Verbreitungsgebiet kamen in der Hälfte aller Fälle aus Familien mit insgesamt 74 betroffenen Kindern. In 28 Fällen war eine chronische Krankheit und/oder eine Behinderung zu bewältigen. Der meiste Unterstützungsbedarf drehte sich wieder um das Wohnen. So half die Kartei der Not 19 Mal bei den Energie- und Nebenkosten sowie bei Mietzahlungen – um zu verhindern, dass Menschen ihre Wohnung verlieren oder ohne Strom und Heizung sind. Oft waren auch die Hilfe beim Umzug in eine günstigere Wohnung oder Einrichtungen wie eine Kochmöglichkeit, ein Kühlschrank, Herd oder ein Bett mit Matratze nötig.

Freizeiten für Menschen mit Einschränkungen oder Kinder wurden über 50 Mal mitfinanziert. So können etwa auch Kinder, die im Heim leben, die Möglichkeit haben, außerhalb des Alltags etwas Schönes zu erleben. Die Notfallhilfen der Kartei der Not wurden im Verbreitungsgebiet insgesamt sechsmal von Beratungsstellen in Anspruch genommen. So können an Bedürftige schnell bis zu 50 Euro ausbezahlt werden, beispielsweise wenn kein Geld mehr für Lebensmittel oder Hygieneartikel vorhanden ist. Auch die Lebensmittelpakete für bedürftige Senioren wurden wieder von der Kartei der Not unterstützt. Der Malteser Hilfsdienst organisiert die Aktion „Pakete gegen Armut“ in der Region.

Neben dem Ellinor-Holland-Haus ist ein weiteres Gebäude geplant

Dazu gibt es das Ellinor-Holland-Haus für bedürftige Menschen aus dem Verbreitungsgebiet der Augsburger Allgemeinen und des Allgäuer Zeitungsverlages. Im Augsburger Textilviertel wird den Bewohnern eine unterstützende soziale Gemeinschaft geboten und Eigeninitiative erwartet, damit sie sich persönlich weiterentwickeln und ihre anstehenden Herausforderungen bewältigen. In sicherer Wohnumgebung werden die Bewohnerinnen und Bewohner mit professioneller Hilfe im Alltag befähigt und gestärkt.

Das Ellinor-Holland-Haus ist voll belegt. In insgesamt 28 Wohnungen wird sich derzeit um rund 80 Personen gekümmert – überwiegend in Familienstrukturen. Die Stiftung Kartei der Not plant den Bau eines neuen Hauses in Augsburg: auf dem Grundstück neben dem Ellinor-Holland-Haus in der Otto­-Lindenmeyer-Straße. In diesem neuen Gebäude entstehen 35 barrierearme Wohnungen (ein bis vier Zimmer), die Menschen in sozialer oder gesundheitlicher Notlage nicht nur Schutz bieten, sondern auch Orientierung, Würde und eine Perspektive. (AZ)

  • 86899 Landsberg

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