Welche Strategien helfen

7 Gründe, warum gute Finanzvorsätze früh scheitern

Aktualisiert am 06.01.2026 – 00:05 UhrLesedauer: 6 Min.

Eine Frau sitzt auf der Couch und nutzt einen LaptopVergrößern des Bildes

Von der Lieblingsserie abgelenkt, obwohl Sie sich eigentlich um Ihre Finanzen kümmern wollten? Die Gründe für eine Scheu vor Geldthemen können vielfältig sein. (Quelle: Zacharie Scheurer/dpa-tmn/dpa-bilder)

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Mehr sparen, die Altersvorsorge angehen: Haben Sie 2026 gute Vorsätze für Ihre Finanzen – und die Befürchtung, sie schon im Februar über den Haufen geworfen zu haben? So halten Sie diesmal durch.

Klar sollte man sparen. Sich um die Altersvorsorge kümmern. Etwas gegen die Inflation tun. Den Sparplan hochsetzen. Rebalancing angehen. Oder sich überhaupt mal mehr mit Finanzthemen beschäftigen, weil man keine Ahnung hat, was der Begriff Rebalancing überhaupt bedeutet.

Viele Menschen wissen all das eigentlich, machen es aber trotzdem nicht. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Gründe. „Hilfreich ist es, den eigenen Hinderungsgrund zu erkennen“, sagt die Soziologin Birgit Happel, Gründerin des Finanzbildungsportals Geldbiografien. Denn wer den Grund kennt, findet mit Hilfe der entsprechenden Lösungsstrategie besser zum Ziel. Das sind die sieben häufigsten Ursachen für eine Finanz-Aversion:

Im Umgang mit Finanzen wird jede und jeder durch das eigene Elternhaus geprägt. Botschaften wie „Über Geld spricht man nicht“, „Geld verdirbt den Charakter“ oder „Geld interessiert mich einfach nicht“ bleiben unterbewusst hängen und beeinflussen so auch noch im Erwachsenenalter das eigene Finanzverhalten.

Später, in der eigenen Familie, wird das Thema Finanzen insbesondere bei Frauen oft an den Partner delegiert, beobachtet Birgit Happel. „Das passiert allein schon aus Zeitgründen, wenn Frauen immer noch hauptsächlich für die Care-Arbeit verantwortlich sind“, so Happel. Wer wenig finanzielle Spielräume habe, meide das Thema zusätzlich, weil es schmerzhaft sein kann.

Finanzentscheidungen werden also nicht nur rational, sondern immer auch emotional und sozial geprägt getroffen. Birgit Happel empfiehlt deshalb, die eigene Lebensgeschichte zu reflektieren und sich etwa zu fragen: „Woher komme ich?“ und „Wo stehe ich?“. Und sich dann zu überlegen, wohin man langfristig eigentlich möchte.

Entscheidend sei es, Geld als Teil der eigenen Selbstbestimmung, der Lebensqualität und der Vorsorge zu betrachten. Denn: „Natürlich macht es in zehn Jahren einen Unterschied, wie ich heute mit meinen Mitteln wirtschafte, ob ich etwas zurücklege, mir einen Vermögensgrundstock aufbaue oder investiere“, so Happel.

Alle Menschen wählen grundsätzlich am liebsten den Weg, den sie schon kennen, statt etwas Neues auszuprobieren. „Unser Gehirn mag Routinen und Gewohnheiten. Denn eine Verhaltensänderung bedeutet Arbeit und das kostet einfach Energie“, erklärt der Neurowissenschaftler Boris Konrad. Wer seine Kontoauszüge bislang also nicht regelmäßig kontrolliert, nichts gegen die Inflation tut oder keine private Altersvorsorge hat, muss erst einmal diese Routinen hinter sich lassen.

„Allerdings hat unser Gehirn den Drang, nur in gewissen, festen Grenzen zu arbeiten“, sagt Boris Konrad. Um es da herauszubekommen, könnten externe Brüche wie der Jahreswechsel oder der eigene Geburtstag durchaus hilfreich sein, weil damit ohnehin etwas Neues beginnt.

Sprich: Sich den Vorsatz gesetzt zu haben, dass man sich ab dem 1. Januar 2026 mehr um seine Finanzen kümmern will, war schon ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Wer dazu neigt, solche Deadlines mit sich selbst nicht einzuhalten, kann auch einen Termin mit einem Finanzberater ausmachen“, sagt Prof. Stefan Trautmann vom Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Heidelberg.