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gühweinkerb münsterDie jüngste Glühweinkerb im Münsterer Freizeitzentrum erwies sich als Magnet. Das Fazit fällt sehr positiv aus. © Michael Just

Der MGV feiert zehn Jahre Glühweinkerb im Freizeitzentrum. Doch einige Gäste brachten ihre eigenen Getränke mit.

Münster –Minus sechs Grad zeigte das Thermometer bei der „Glühweinkerb“ in Münster an. Der Gedanke, dass wegen der Eiseskälte vielleicht weniger Besucher als gewohnt ins Freizeitzentrum kommen könnten, machte dem Vorsitzenden des Münsterer Männergesangvereins (MGV), Lothar Pistauer, jedoch keine Sorgen. „Es gibt kein besseres Wetter als das. Wir haben viele heiße Getränke, außerdem ziehen sich die Leute dementsprechend an“, sagte er. Und sollte recht behalten.

Nachdem inzwischen alles wieder abgebaut, aufgeräumt und die Zahlen ausgewertet sind, zieht der Verein Bilanz. „Die fällt sehr zufriedenstellend aus“, resümiert Pistauer über die Veranstaltung, die seit nunmehr zehn Jahren kurz vor dem Jahreswechsel stattfindet. Mit der „Glühweinkerb“ hat der Gesangverein ein Angebot geschaffen, das von Beginn an hervorragend angenommen wurde. Nach dem Start um 11 Uhr füllt sich das Gelände in der Regel rasch – so auch diesmal.

Im Angebot waren Glühwein und Bier, gegen den Hunger halfen Fischbrötchen oder vier Nürnberger Rostbratwürstchen. Letztere wurden optisch ansprechend im Weckglas serviert. Ergänzt wurde das Angebot durch einen Crêpes-Stand sowie ein Café-Bike, betrieben von zwei externen Beschickern aus Babenhausen und Darmstadt.

Gruppen bekommen Thermoskannen

Nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber dennoch neu, war die Hütte, aus der der MGV die Wertmarken verkaufte. „Die haben wir uns geleistet“, erklärte Pistauer. Die massive Holzbude soll künftig unter anderem beim MGV-Weinfest zum Einsatz kommen und durch Vermietung zusätzlich Geld in die Vereinskasse bringen. Ebenfalls neu war die Möglichkeit für größere Gruppen, den Glühwein in Thermoskannen zu erhalten. Das erleichterte den Transport zu den Stehtischen deutlich, da nicht mehrere volle Tassen getragen werden mussten. Die gute Resonanz zeigte sich auch daran, dass aus allen Himmelsrichtungen Gruppen ins Freizeitzentrum strömten. Viele Dieburger nahmen wie gewohnt den kurzen Weg am Schützenhaus vorbei, für Besucher aus Eppertshausen und Hergershausen erwies sich die Strecke ebenfalls als Katzensprung.

GlühweinkerbBei Minusgraden macht der Dienst am Grill Spaß. © Michael Just

Etwas getrübt wurde die gute Stimmung im MGV-Vorstand dadurch, dass einige Gäste ihre Getränke selbst mitbrachten. „Da blutet mir das Herz“, sagte Pistauer, da dies die investierte Arbeit und das ehrenamtliche Engagement konterkariere. Schließlich habe man am Vortag rund sechs Stunden für den Aufbau benötigt. Dem Ehrenamt kam Pistauer gemeinsam mit seiner Frau am Morgen selbst nach, indem beide 100 Fischbrötchen belegten. Allein das Zwiebelschneiden nahm dabei einige Zeit in Anspruch. Der MGV gehört inzwischen zu den wenigen Münsterer Vereinen, die noch Veranstaltungen im Freizeitzentrum anbieten. Andere haben wegen der mangelnden Infrastruktur und des hohen Aufwands, sämtliches Material dorthin transportieren zu müssen, ihre Feste – darunter auch die legendären Waldfeste – an diesem Ort aufgegeben.

Halbe Stunde Stromausfall

In diesem Jahr stellte die Feuerwehr zudem ein Notstromaggregat zur Verfügung, nachdem der MGV 2024 rund eine halbe Stunde mit einem Stromausfall zu kämpfen hatte. Die erfolgreich absolvierte Glühweinkerb bot gleich doppelt Anlass zur Freude: Neben dem zehnjährigen Bestehen der Veranstaltung beging der Verein 2025 auch sein 180-jähriges Gründungsjubiläum. Dieses wurde in den vergangenen Monaten mit insgesamt sieben Veranstaltungen gewürdigt, von denen einige über mehrere Tage gingen und einen hohen personellen Aufwand erforderten. „Viele Mitglieder gehen derzeit auf dem Zahnfleisch“, so Pistauer. Umso größer sei die Vorfreude auf das neue Jahr: 2026 wolle man sich wieder verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren – den Gesang.