Lu Maschke engagiert sich ehrenamtlich im Johannes-Hospiz in Münster. Was sie dazu bewegt hat und wie sie mit den erlebten Eindrücken umgeht.

In der Küche des Johannes-Hospizes in Münster duftet es nach frisch gebackenem Konfitürenkuchen, einer ostdeutschen Spezialität. Lu Maschke legt ein Stück auf einen Teller, der Rest kommt in eine Frischhaltedose. „Eine Frau aus Thüringen, die hier im Hospiz eingezogen ist, hat sich diesen Kuchen gewünscht“, sagt die 46-Jährige, die damit einen besonderen kulinarischen Wunsch der Bewohnerin erfüllt hat. Später wird Lu Maschke erfahren, dass die Frau die Kuchendose „wie einen Schatz gehütet hat“ – bis zum Ende.

Seit gut einem Jahr gehört das Ehrenamt im Johannes-Hospiz fest zu Lu Maschkes Leben dazu. Jeden zweiten Sonntagmorgen geht sie dort Hauswirtschafterin Anna Surmann zur Hand, backt Kuchen, rührt Desserts an, kümmert sich um die Wäsche. Bereits 2004 hatte Lu Maschke, die hauptberuflich als Senior Art Director bei einer Kreativagentur arbeitet, erstmals Kontakt zum Hospiz: Ihre Großmutter verbrachte dort das letzte halbe Jahr ihres Lebens. „Damals habe ich das Haus von der Seite der Angehörigen kennengelernt und war tief beeindruckt, wie liebevoll und individuell hier mit Menschen umgegangen wird.“

Kurs für ambulanten Hospizdienst

Nach beruflichen Zeiten im Ausland stand für die Münsteranerin nach ihrer Rückkehr in die Heimat der Ort für ihr Ehrenamt fest. „Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Alltag hier lebenswert machen“, sagt sie. „Ein frisch gebackener Kuchen, ein gedeckter Tisch – das bringt Struktur und Wärme.“ Mit Bewohnerinnen und Bewohnern kommt sie in der Gemeinschaftsküche in Kontakt, wo sie – sofern körperlich möglich – zusammen frühstücken oder Mittag essen können. „Es ist ein besonderer Raum“, sagt Lu Maschke. „Die Menschen können hier selbstbestimmt teilnehmen, sich austauschen, ein Stück Normalität erleben.“

Die Design-Expertin absolviert derzeit zusätzlich einen Kurs, in dem sie zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin ausgebildet wird und damit später auch im ambulanten Hospizdienst tätig sein kann. „Es ist ein intensiver Kurs, oft mittwochsabends und samstags, aber er gibt mir noch einmal ein ganz anderes Rüstzeug, um Menschen in allen Facetten des Sterbeprozesses zu begleiten“, sagt Lu Maschke.

Die kleinen Dinge schätzen