Österreichs Wirtschaft wächst wieder, bleibt mit 0,9 Prozent für 2026 aber EU-Schlusslicht. Hohe Arbeitslosigkeit und ein Budgetdefizit über 4 Prozent belasten die zarte Erholung.

Österreichs Wirtschaft wächst wieder, bleibt aber EU-Schlusslicht. Aktuelle Daten zeigen: Das Land kämpft mit einem Wachstum von rund 1,0 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Strukturelle Probleme und ein hohes Budgetdefizit bremsen den Aufschwung.

Ernüchternde Prognosen zum Jahresstart

Die Talsohle ist durchschritten, doch der Weg nach oben bleibt steil. Während die Rezession der Vorjahre endet, reichen die prognostizierten Zuwächse nicht für einen Befreiungsschlag. Die EU-Kommission erwartet für 2026 lediglich ein Plus von 0,9 Prozent.

Damit rangiert Österreich im europäischen Vergleich ganz unten. Nur Italien und Irland schneiden ähnlich schwach ab. Länder wie Malta oder Polen wachsen dagegen mit über 3 Prozent. Die kumulierten Wohlstandsverluste der letzten drei Jahre sind damit bei weitem nicht ausgeglichen.

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Arbeitsmarkt unter Druck: 435.000 ohne Job

Die konjunkturelle Schwäche schlägt sich direkt auf den Arbeitsmarkt nieder. Zum Jahreswechsel waren rund 435.000 Menschen ohne Beschäftigung oder in Schulungen. Das ist ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote verharrt auf hohen 8,4 Prozent. Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) zeigte sich zwar „vorsichtig optimistisch“ für den weiteren Verlauf. Ein spürbarer Rückgang der Arbeitslosigkeit wird aber erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Industrie fordert „positiven Reformschock“

Die heimische Industrie warnt vor falscher Entwarnung. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer fordert von der Bundesregierung einen „positiven Reformschock“. Andernfalls drohe Österreich, den Anschluss an die europäischen Spitzenreiter dauerhaft zu verlieren.

Im Zentrum der Kritik stehen:
* Hohe Lohnstückkosten im internationalen Vergleich
* Eine anhaltende Bürokratielast
* Energiepreise, die weiter über dem Vorkrisenniveau liegen

Die Industrie drängt auf eine rasche Umsetzung angekündigter Entbürokratisierungspakete.

Regierung vor budgetärem Dilemma

Für die Koalition unter Kanzler Christian Stocker (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) stellen die Daten eine Zerreißprobe dar. Finanzminister Markus Marterbauer muss das ausufernde Budgetdefizit eindämmen, ohne die zarte Konjunktur zu ersticken.

Die Defizitprognose für 2026 liegt bei über 4 Prozent des BIP – deutlich über der EU-Grenze von 3 Prozent. Ein Defizitverfahren der EU läuft bereits. Kritiker merken an, dass der finanzielle Spielraum für große Konjunkturpakete durch die Schuldenlast der Vergangenheit aufgebraucht ist.

Warum hinkt Österreich hinterher?

Experten sehen mehrere Gründe für das schwache Abschneiden. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr verweist auf die enge Verflechtung mit der deutschen Wirtschaft, die selbst nur langsam Tritt fasst. Das bremst die heimischen Exporteure.

Zudem rächen sich Versäumnisse der Vergangenheit. Die Inflation wütete in Österreich länger und stärker als im EU-Schnitt. Zwar soll die Teuerungsrate 2026 auf rund 2,4 Prozent sinken, doch das hohe Preisniveau bleibt. Das dämpft den privaten Konsum, der eigentlich als Stütze der Erholung fungieren sollte.

Ein Jahr der Entscheidung

2026 wird zum Lackmustest. Ökonomen erwarten eine leichte Beschleunigung des Wachstums im Jahresverlauf – sofern keine neuen geopolitischen Schocks auftreten. Entscheidend wird sein, ob die Politik durch Strukturreformen das Vertrauen der Investoren zurückgewinnt.

Für die Bürger bedeutet die aktuelle Lage: Der große Wohlstandszuwachs bleibt vorerst aus. Reallohnsteigerungen sind möglich, dürften aber durch die kalte Progression teilweise wieder aufgezehrt werden.

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