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Verbraucher können mit Entlastung bei Stromkosten planen. RWE-Chef Krebber prognostiziert positive Entwicklungen. Investitionen sind weiter wichtig.

Frankfurt – Die Energiepreise in Deutschland werden sich für Verbraucher in den kommenden Jahren entspannen. RWE-Chef Markus Krebber erwartet eine deutliche Entlastung bei den Stromkosten. „Da der Staat die Netzentgelte bezuschusst, wird es für viele Stromkunden unterm Strich 2026 günstiger werden“, sagte Krebber der Rheinischen Post. Konkrete Zahlen liefert bereits das Vergleichsportal Verivox: Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch sinken die Kosten durch geringere Stromnetzgebühren in diesem Jahr um 77 Euro brutto.

Um langfristig auch bei extremen Wetterlagen oder Lieferengpässen gerüstet zu sein, fordert Krebber weitere Investitionen.Um langfristig auch bei extremen Wetterlagen oder Lieferengpässen gerüstet zu sein, fordert Krebber weitere Investitionen. © picture alliance/dpa/Philip Dulian/Rolf VennenberndRWE-Chef mit Entlastungs-Versprechen: Strompreise sinken 2026 – „Wird günstiger werden“

Der Chef des Essener Energiekonzerns geht davon aus, dass die Preise mittelfristig stabil bleiben werden. Zwar steigen die Netzentgelte, gleichzeitig werde jedoch die Stromerzeugung günstiger. Auch beim Gas rechnet Krebber mit einer positiven Entwicklung. RWE selbst werde in den nächsten zwei Jahren von sinkenden Gaspreisen profitieren. Als Hauptgrund nennt der Manager das wachsende Angebot an Flüssiggas (LNG).

RWE produziert seinen Strom unter anderem in Gaskraftwerken, beliefert jedoch seit einigen Jahren ausschließlich Großkunden und nicht mehr private Haushalte. Für die aktuelle Heizperiode teilt Krebber die Einschätzung der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur zur Versorgungssicherheit. „Bei einem normal kalten Winter hat Deutschland kein Problem beim Gas, die Lieferwege sind stabil. Doch das Energiesystem ist auf Kante genäht, das ist riskant“, warnt der RWE-Chef.

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Um langfristig auch bei extremen Wetterlagen oder Lieferengpässen gerüstet zu sein, fordert Krebber weitere Investitionen: „Wenn man jeden Winter schaffen will, auch wenn es sehr kalt wird oder es Lieferausfälle gibt, ist es wichtig, die LNG-Terminals auszubauen.“

Regulierer billigt Stromnetzbetreibern ab 2029 höhere Erlöse

Die Bundesnetzagentur will mit neuen Regeln für Strom- und Gasnetzbetreiber Investitionen in die Energiewende erleichtern und zugleich die Kosten für Verbraucher im Zaum halten. Mit dem neuen Rahmen könnten die Stromnetzbetreiber ab der nächsten Regulierungsperiode 2029 ihre Erlöse um 1,4 Prozent erhöhen, teilte die Behörde zuletzt mit. „Investitionen in die deutschen Stromnetze werden in Zukunft attraktiver“, sagte der Präsident der Bonner Behörde, Klaus Müller, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Regulierung werde einfacher und unbürokratischer. „Die Netzbetreiber sind angehalten, jeden Euro effizienter einzusetzen im Interesse von Haushalten, Gewerbe und Industrie.“

Die Stromnetze müssen in den kommenden Jahren im Zuge der Energiewende mit Milliardeninvestitionen ausgebaut und modernisiert werden. Die Kosten werden auf die Stromkunden umgelegt. Der Anteil der Netzkosten am Strompreis beträgt bei Haushaltskunden rund ein Viertel bis ein Drittel. (Verwendete Quellen: dpa, Reuters)