Viele Gegenstände des Alltags sind in den vergangenen Jahren mit digitalen Funktionen angereichert worden. Heute gibt es intelligente Türschlösser, Badematten oder Blumentöpfe. Die Technikmesse CES ist für solche Produkte ein beliebter Schauplatz. Sie unterstreichen den Trend zur Vernetzung der Welt, auch wenn in einigen Fällen der Zusatznutzen der digitalen Anwendungen fragwürdig ist.

In diesen Trend fügt sich in diesem Jahr Lego, der aus Dänemark stammende Hersteller der berühmten bunten Plastikklötzchen, die sich zu allerlei Kreationen zusammenstecken lassen, etwa Autos, Tieren oder Häusern. Diese sogenannten Klemmbausteine sind traditionell ein äußerst analoges Produkt. Das mehr als neunzig Jahre alte Unternehmen hielt jetzt zum ersten Mal eine Pressekonferenz auf der Messe in Las Vegas, und Produktchefin Julia Goldin fragte zu Beginn der Veranstaltung selbst: „Was macht Lego auf der CES?“

Bauklötzchen mit Chip

Die Erklärung: Aus den bunten Lego-Steinchen ist ein elektronisches Produkt geworden. Das Unternehmen stellte in Las Vegas den „Smart Brick“ vor, also einen intelligenten Baustein. Er soll ganz neue Möglichkeiten zum Spielen eröffnen, Lego beschrieb ihn als eine seiner bedeutendsten Neuheiten seit 1978. Damals kamen als Ergänzung zu den Klötzchen die sogenannten Minifiguren heraus, also Spielfiguren mit menschenähnlicher Gestalt.

Der neuartige Baustein mit Lautsprecher, LED-Leuchten und winzigem ChipDer neuartige Baustein mit Lautsprecher, LED-Leuchten und winzigem Chipdpa

In dem neuen Smart Brick steckt dem Unternehmen zufolge ein speziell entwickelter Chip, der kleiner ist als die Noppen auf den Bausteinen. Produktdesigner Tom Donaldson sagte, die intelligenten Klötzchen seien „vollgepackt“ mit Sensoren. All das soll sie in die Lage versetzen, zu reagieren, während mit ihnen gespielt wird, zum Beispiel mit Geräuschen oder mit Lichteffekten. Sie können auch untereinander kommunizieren. Zusätzlich zu den neuen Bausteinen gibt es auch digitalisierte Varianten der Minifiguren.

Produktchefin Goldin sagte, hinter dem neuen Spielsystem stehe die Überlegung, dass Kinder heute „Digital Natives“ seien. Daher habe auch Lego digitale Elemente in seine Produktpalette integrieren wollen. Das Unternehmen habe dabei allerdings bewusst darauf verzichtet, die intelligenten Klötzchen mit Bildschirmen auszustatten.

Erste smarte Spielesets zu „Star Wars“

Die neuen Smart Bricks sind außerdem kompatibel mit gewöhnlichen Lego-Bausteinen. Lego will zunächst drei Spielesets herausbringen, die neben gewöhnlichen auch intelligente Klötzchen und Minifiguren enthalten. Sie sind von der Weltraumsaga „Star Wars“ inspiriert und sollen von März an verkauft werden, zu Preisen zwischen 70 und 160 Euro.

Lego geht es derzeit prächtig. Im ersten Halbjahr 2025 hat das Unternehmen seinen Umsatz um zwölf Prozent auf 34,6 Milliarden Dänische Kronen (rund 4,6 Milliarden Euro) gesteigert. Der Nettogewinn erhöhte sich im gleichen Zeitraum um zehn Prozent auf umgerechnet 870 Millionen Euro.

In Las Vegas ist das Unternehmen auch insofern nicht fehl am Platz, weil es seine Aktivitäten in den USA derzeit erheblich ausweitet. Im Bundesstaat Virginia baut es gerade seine insgesamt siebte Fertigungsstätte in der Welt, in der Nähe soll außerdem ein neues Vertriebszentrum entstehen. Die beiden Standorte sollen 2027 eröffnet werden und rund 2000 Arbeitsplätze schaffen. Lego will hier insgesamt 1,5 Milliarden Dollar investieren.