Nach dem Stromausfall im Südwesten Berlins ist die Stromversorgung in drei betroffenen S-Bahnhöfen wiederhergestellt. Das teilte ein Sprecher des Betreibers Stromnetz Berlin mit. Somit könnten die Stationen Mexikoplatz, Nikolassee und
Wannsee wieder genutzt werden. Weiterhin sind rund 25.500 Menschen und etwa 1.200 Unternehmen ohne
Strom.

Die Tiefbauarbeiten an den zwei Baustellen
seien abgeschlossen. Ab heute beginnen die elektrischen Arbeiten. Damit
liege man „sehr gut im Zeitplan“, sagte der Sprecher. Aktuell seien
rund „35 sehr große Notstromaggregate im Einsatz“, sagte er weiter. Bis alle Betroffenen
wieder am Netz sind, wird es etwa bis Donnerstagnachmittag dauern. 72 der 74 vom Stromausfall betroffenen
Pflegeeinrichtungen seien bislang wieder mit Strom versorgt. 

Ursache des Stromausfalls war ein Brandanschlag
auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine
linksextremistische Gruppierung bekannte. Am Samstagmorgen waren im
Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom.

Industrie fordert besseren Schutz der Infrastruktur

Als Reaktion auf den
Brandanschlag fordert der Bundesverband der
Deutschen Industrie (BDI) einen besseren
Schutz kritischer Infrastruktur. „Hybride Bedrohungen und
gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie
Energieversorgung, Logistik oder Kommunikation sind längst
Realität“, sagte ‍der stellvertretende
BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. „Sie ​treffen
das Rückgrat unserer Wirtschaft und sind ‌ein direkter Angriff
auf staatliche Handlungsfähigkeit und unsere
Gesamtverteidigung.“ Deutschland brauche eine
Sicherheitsarchitektur, die der hybriden Bedrohungslage gerecht
werde, sagte Lösch.

Die Bundesregierung will ⁠mit einem Gesetz verpflichtende
Vorgaben für Einrichtungen der sogenannten Kritischen
Infrastruktur (Kritis) schaffen, um Deutschland etwa besser vor
Sabotage zu schützen. Der entsprechende Entwurf wird dem BDI
zufolge jedoch der realen Bedrohungslage nicht gerecht. Er setze
statt eines klaren und wirksamen Schutzrahmens auf zusätzliche
Regulierung und ein ​überhastetes Verfahren mit kurzer
Beteiligung der Experten. „Kritische Infrastrukturen lassen sich
so nicht resilient machen“, sagte ‍Lösch.

© Lea Dohle

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Erforderlich sei stattdessen eine Sicherheitsarchitektur,
die auf einer tragfähigen Partnerschaft zwischen Staat und
Betreibern kritischer Infrastrukturen aufbaut und digitale wie
physische Risiken integriert betrachte. Angesichts der
steigenden hybriden Angriffe sollten zudem geltende
Transparenzpflichten kritisch ⁠überprüft werden. Transparenz
dürfe nicht dazu führen, dass Angriffsflächen eröffnet oder
Verwundbarkeiten für potenzielle Angreifer sichtbar werden.
„Sicherheitsrelevante Details dürfen weder öffentlich zugänglich
sein, noch ⁠in falsche Hände geraten“, forderte der BDI-Experte.

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