Neue Steuerregelung

Grenzpendler dürfen ab sofort öfter ins Homeoffice – ohne Nachteile

06.01.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 2 Min.

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Mann arbeitet im Homeoffice (Symbolbild): Eine neue Regelung tritt für Grenzpendler in Kraft. (Quelle: Finn Winkler)

Seit dem 1. Januar können Menschen, die in Aachen leben und in den Niederlanden arbeiten, bis zu 34 Tage im Jahr von zu Hause aus arbeiten – ohne steuerliche Nachteile. Die Regelung soll Bürokratie abbauen.

Grenzpendler in der Städteregion Aachen können seit dem 1. Januar 2026 häufiger im Homeoffice arbeiten, ohne steuerliche Nachteile befürchten zu müssen. Das hatten Deutschland und die Niederlande bereits im April 2025 in einem neuen Doppelbesteuerungsabkommen vereinbart.

Grenzpendler dürfen damit jetzt bis zu 34 Tage pro Jahr von zu Hause aus arbeiten, ohne dass das Einkommen für diese Tage kompliziert zwischen beiden Staaten aufgeteilt werden muss. „Die Entscheidung, Grenzpendler steuerlich nicht zu benachteiligen, wenn sie gelegentlich im Homeoffice arbeiten, ist überfällig – und ein starkes Signal für ein Europa der kurzen Wege“, sagte Nordrhein-Westfalens Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) in einer Mitteilung.

Bislang mussten Pendler aus Kreisen wie Aachen Heinsberg oder Kleve bei jeder Abweichung vom Arbeitsplatz – etwa bei Homeoffice-Tagen – eine komplizierte steuerliche Aufteilung des Einkommens hinnehmen. Die neue Regelung soll das vereinfachen.

Das Düsseldorfer Finanzministerium erklärte, die 34 Homeoffice-Tage würden steuerlich so behandelt, als hätte die Arbeit im Tätigkeitsstaat – also den Niederlanden – stattgefunden. Dadurch entfällt eine doppelte Versteuerung und der Aufwand bei der Steuererklärung sinkt deutlich.

NRW-Europaminister Nathanael Liminski (CDU) begrüßte die neue Regelung als wichtigen Schritt für den europäischen Arbeitsmarkt: „Wer in der Grenzregion lebt und arbeitet, soll sich frei bewegen können – im Alltag, auf dem Arbeitsweg, aber auch im Homeoffice.“ Die neue Regelung sei ein bedeutender Baustein für einen grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt ohne unnötige Hürden.

Zugleich betonten die Minister, dass die Vereinbarung nur ein erster Schritt sei. Gerade für Menschen, die ein bis zwei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiteten, bleibe die 34-Tage-Grenze ein Kompromiss. Ziel müsse eine Regelung sein, die noch mehr Planungssicherheit bietet.