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Johann Sauerer fordert eine schnellstmögliche Wiedereröffnung des Bürgersaals. Johann Sauerer fordert eine schnellstmögliche Wiedereröffnung des Bürgersaals. © Andreas Schwarzbauer

Seit mehr als einem Jahr ist die Kulturstätte am Westkreuz geschlossen – dagegen regt sich Protest. Die Stadt antwortet zum Protest…

Westkreuz – Seit rund eineinhalb Jahren steht der Bürgersaal am Westkreuz inzwischen leer. Zum 30. Juni 2024 hatte die Stadt den Vereinen und Gruppen die Räume gekündigt, weil sich kein Träger mehr fand. Eigentlich hatte das Kulturreferat im Februar angekündigt, dass das Team des Freihamer Kulturzentrums

Grete den Standort interimsweise bespielen wird. Doch bisher ist nichts passiert. „Wir haben den Saal noch nicht übergeben bekommen. Was dort läuft, weiß ich gar nicht so genau. Da sind wir nicht involviert“, sagt Teammitglied Kerstin Jost. Vor Ort regt sich über den langen Leerstand starker Unmut.

Johann Slezak kritisierte den Status quo bei der Sprechstunde des CSU-OB-Kandidaten Clemens Baumgärtner. „Es ist ein Trauerspiel. Der Bedarf ist groß. Beispielsweise muss sich unsere Gruppe der Heimatvertriebenen im Forum oder im Pfarrsaal unter sehr beengten Verhältnissen treffen und der Bürgersaal steht leer. Das ist unglaublich“, legt er gegenüber Hallo nach. Die Stadt habe auf Instandsetzungsarbeiten verwiesen, aber: „Als wir rausmussten, war der Bürgersaal voll funktionsfähig.“

Ärger um leerstehenden Bürgersaal am Westkreuz: Das sagt das Kulturreferat dazu

Auch Johann Sauerer von der örtlichen ÖDP hat kein Verständnis: „Es ist ein Skandal, dass die Stadt ihrem Versprechen nicht nachkommt, den Bürgersaal schnell wieder nutzbar zu machen“, sagt er. Ein wichtiger Treffpunkt liege nun einfach brach, obwohl es großen Bedarf gebe. Die ehemalige Vorsitzende des Trägervereins erhalte immer noch regelmäßig Raumanfragen. „Es scheint, als hätten die Vereine im 22. Stadtbezirk für die Verantwortlichen keine hohe Priorität.“ Denn auch das neue Kulturzentrum in Freiham lasse immer noch auf sich warten. Die ÖDP im Rathaus hat deshalb den Antrag gestellt, im Januar mit der Zwischennutzung zu starten und die Ausschreibung für einen neuen Träger im ersten Quartal dem Stadtrat vorzulegen.

Auf Hallo-Anfrage nach den Gründen für den Leerstand und die Zukunft des Saals teilte das zuständige Kulturreferat nur mit: „Die Inbetriebnahme des sogenannten Bürgersaals steht noch nicht fest. Eine interimistische Nutzung ist in Vorbereitung. Die Ausschreibung eines dauerhaften Trägers kann 2026 erfolgen.“ BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU) erklärt, dass eine umfassende Sanierung und Rückbauten nötig gewesen seien. „Ich bin froh, dass das vernünftig gemacht wird und der Betrieb dann 2026 losgehen kann.“

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