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Russland beklagt Tote nach ukrainischen Angriffen Ukrainischer Geheimdienstchef tritt zurück Trump: Ukraine hat Putins Residenz nicht angegriffen

Während diplomatische Bemühungen laufen, bombardiert Russland die Ukraine weiterhin. Diese antwortet mit Drohnen. Wir berichten laufend.

  • Die diplomatischen Bemühungen unter Führung der USA laufen weiter.

  • Derweil bombardieren sich Russland und die Ukraine gegenseitig mit Drohnen. Es gibt Tote auf beiden Seiten.

  • Die Ukraine soll Moskau zufolge versucht haben, eine Residenz von Präsident Wladimir Putin mit Drohnen anzugreifen. Selenskyj und Trump bestreiten das.

11:16 Uhr

Bei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben mehrere Menschen getötet worden. In der Region Belgorod seien bereits am Abend zwei Menschen bei verschiedenen Schlägen in Grenznähe zur Ukraine um Leben gekommen, schrieb Gebietsgouverneur Vyacheslav Gladkov bei Telegram.

Russische Telegram-Kanäle berichteten unter Berufung auf Augenzeugen ausserdem von Explosionen in mehreren Regionen des Landes. Der Gouverneur des Gebietes Lipezk, Igor Artamonov, schrieb von einem Brand auf einem Fabrikgelände im Kreis Usman nach einem Drohnenangriff, nannte aber keine Details. In sozialen Netzwerken ist von einem Öldepot die Rede, das getroffen wurde.

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Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden 129 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim abgewehrt, die meisten davon über den Gebieten Brjansk, Belgorod und Jaroslawl. Zu Folgen der Angriffe macht das Verteidigungsministerium traditionell keine Angaben.

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In Twer im Nordwesten Russlands kam dem amtierenden Gouverneur Vitaly Korolyov zufolge nach vorläufigen Angaben bei einer Gasexplosion in einer Wohnung ein Mensch ums Leben. Zunächst hatte er mitgeteilt, dass der Brand durch herabstürzende Drohnentrümmer ausgelöst worden sei. In Russland kommt es immer wieder zu Explosionen von Gasleitungen in Wohnhäusern mit schweren Schäden und Opfern. Oft gelten marode Leitungen oder die mangelhafte Wartung der Infrastruktur als Ursache.

Gestern, 13:47

Der bisherige Leiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Wassyl Maljuk, tritt von seinem Posten zurück. Das geht aus einem Post des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hervor. Er habe mit Maljuk über mögliche Kandidaten zur Ernennung als neue SBU-Leitung gesprochen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Maljuk bestätigte bei Telegram, dass er zurücktrete. Er gab an, im SBU-System zu bleiben, um «asymmetrische Spezialoperationen von Weltniveau» umzusetzen.

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Es brauche mehr ukrainische «asymmetrische Operationen» gegen Russland und mehr starke Ergebnisse bei der Vernichtung des Feinds, führte Selenskyj aus, ohne Details zu nennen, um welche Art Operationen es sich genau handelt. Darin sei Maljuk am stärksten, und das werde er auch weiterhin im SBU tun. Maljuk war seit Februar 2023 offiziell SBU-Chef. Schon 2022 leitete er den Geheimdienst vorübergehend, nachdem Selenskyj den damaligen Geheimdienstchef Iwan Bakanow entlassen hatte.

Per Dekret ordnete Selenskyj an, dass Jewgenij Chmara als Interimschef die SBU-Leitung übernimmt. Kurz nach seinem Post über sein Treffen mit Maljuk schrieb Selenskyj von einer Reihe weiterer Gespräche mit Vertretern aus dem ukrainischen Sicherheitsapparat. Der erste dieser Posts betraf Chmara, den Leiter des Zentrums für Spezialoperationen «A» des ukrainischen Geheimdienstes. Dabei ging es demnach auch um Entwicklungsmöglichkeiten des SBU und Spezialoperationen, die derzeit vorbereitet würden.

Selenskyj stellt Sicherheits- und Verteidigungsapparat neu auf

Ebenfalls am Montag ernannte Selenskyj die frühere kanadische Vize-Premierministerin Chrystia Freeland zur Beraterin für Wirtschaftsentwicklung, wie er in sozialen Medien mitteilte. Die frühere Journalistin stammt aus einer Familie ukrainischer Emigranten in Kanada.

Der ukrainische Präsident stellt derzeit den Sicherheits- und Verteidigungsapparat seines Landes personell teils neu auf. So ernannte er den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines Präsidentenamtes und kündigte einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, hatte Selenskyj gesagt. Schmyhal wiederum soll Energieminister werden. Das Parlament muss die Personalien bestätigen. (DPA)

Gestern, 03:42

Die Ukraine hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump bei einem Drohnenangriff in der vergangenen Woche nicht die Residenz von Russlands Präsident Wladimir Putin ins Visier genommen – entgegen der Behauptungen des Kremls. «Ich glaube nicht, dass dieser Angriff stattgefunden hat», sagte Trump Reportern am Sonntag auf dem Rückflug nach Washington. Der Präsident bezog sich damit auf eine Auswertung der US-Sicherheitsbehörden, nachdem europäische Vertreter argumentiert hatten, die russische Behauptung sei nichts weiter als ein Versuch Moskaus, den Friedensprozess zu untergraben.

Russlands Aussenminister Sergei Lawrow hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Ukraine habe eine Welle von Drohnen auf Putins Staatsresidenz in der Region Nowgorod gestartet. Diese seien alle abgefangen worden. Lawrow kritisierte Kiew dafür, den angeblichen Angriff ausgerechnet zu einem Zeitpunkt intensiver Verhandlungen zur Beendigung des Krieges gestartet zu haben

Die Behauptung kam nur einen Tag, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Florida gereist war, um mit Trump über den noch in Entwicklung befindlichen 20-Punkte-Plan der US-Regierung zur Beendigung des Krieges zu sprechen. Selenskyj wies die Vorwürfe umgehend zurück.

Zunächst hatte Trump den russischen Vorwurf ernst genommen. Am vergangenen Montag sagte er Reportern, Putin habe die Angelegenheit bereits in einem Telefonat mit ihm angesprochen. Trump erklärte ausserdem, er sei «sehr verärgert» über den Vorwurf. Am Mittwoch teilte der Präsident jedoch einen Link zu einem Leitartikel der «New York Post» auf seiner Plattform Truth Social, der Zweifel an der russischen Darstellung äusserte. (DPA)

04.01.2026, 20:15

Ein Schwarm ukrainischer Drohnen ist nach russischen Angaben beim Anflug auf die Hauptstadt Moskau ins Visier der Flugabwehr geraten. Mindestens 40 Drohnen seien bereits abgeschossen worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. Über eventuelle Schäden oder mögliche Opfer machte er keine Angaben.

Insgesamt seien über den Regionen Russlands innerhalb von nur sieben Stunden 253 ukrainische Drohnen abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Abend mit. Zu eventuellen Schäden macht das Ministerium grundsätzlich keine Angaben.Wegen des Anflugs der Drohnen wurde auf den Moskauer Flughäfen Schukowski und Wnukowo aus Sicherheitsgründen vorübergehend der Flugbetrieb eingestellt. Ankommende Flüge wurden umgeleitet. Erst am Abend wurde der Flugbetrieb nach offiziellen Angaben wieder aufgenommen.

04.01.2026, 15:18

Bei einer Autoexplosion in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw ist nach Behördenangaben ein Soldat verletzt worden. Wie die Staatsanwaltschaft der Millionenmetropole mitteilte, kam es beim Öffnen des Kofferraums zu der Detonation. Der Soldat sei durch Splitter verletzt worden. Ermittelt werde wegen des Verdachts eines Terroranschlags. Nähere Angaben etwa zum Besitzer des Fahrzeugs oder möglichen Hintergründen machten die Ermittler nicht.

Die Ukraine warnt in ihrem Kampf gegen den russischen Angriffskrieg immer wieder vor der Gefahr von Anschlägen und Sabotage im eigenen Land. Dabei gab es bereits mehrfach Tote. Die ukrainischen Geheimdienste wiederum sind Drahtzieher schwerer Bombenattentate in Russland, bei denen etwa in Moskau auch Generäle getötet wurden. (DPA)

04.01.2026, 15:17

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Belgorod ist nach örtlichen Behördenangaben ein Mensch ums Leben gekommen. Unter den zwei Verletzten sei ein junges Kind, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Sonntag mit. Die Drohne soll ein Auto erfasst haben. In der Ukraine wurden laut staatlichem Rettungsdienst unterdessen in der Nacht zum Sonntag drei Menschen in der Region Charkiw durch russischen Drohnenbeschuss verletzt. Die Zahl der Toten von einem russischen Raketenangriff in der Stadt Charkiw vom Freitag sei auf vier gestiegen, da zwei Leichen unter den Trümmern eines Gebäudes entdeckt worden seien, berichtete der örtliche Verwaltungschef Oleh Synjehubow bei Telegram.

Angesichts der laufenden diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Paris. Dort ist ihm zufolge für Montag ein Treffen von Vertretern des ukrainischen Generalstabs und des Militärsektors geplant, am Dienstag soll ein Treffen europäischer Staats- und Regierungschefs folgen. Dabei würden hoffentlich Dokumente mit Sicherheitsgarantien für die Ukraine fertiggestellt, teilte Selenskyj mit. In der französischen Hauptstadt seien auch Treffen mit Vertretern der USA geplant. (DPA)

04.01.2026, 11:29

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach rund 2000 russischen Luftangriffen in der Neujahrswoche die Verbündeten zu mehr Unterstützung für das Land aufgerufen. «Stabilität und Vorhersehbarkeit der Hilfe für die Ukraine sind das, was Moskau wirklich zur Diplomatie bewegen kann. Wir zählen auf weitere Verteidigungshilfe», schrieb Selenskyj auf Telegram. Im Laufe der vergangenen Woche habe Russland mehr als 1070 Gleitbomben, fast 1000 Drohnen und 6 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.

Dabei erinnerte Selenskyj in einem Video auch an einen Angriff auf die Stadt Charkiw; dort gab es am 2. Januar zahlreiche Opfer. Am Sonntag stieg die Zahl der aus den Trümmern eines getroffenen Hauses geborgenen Toten auf vier, wie die Behörden mitteilten. Mehr als 30 Menschen waren verletzt worden.

Selenskyj hofft auf «Koalition der Willigen»

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen äusserte Selenskyj einmal mehr die Hoffnung auf einen gerechten und dauerhaften Frieden. Die Ukraine setze auf künftige Sicherheitsgarantien der USA, Europas und der Partner in der «Koalition der Willigen», zu der auch Deutschland gehört. Am Samstag hatten sich nationale Sicherheitsberater, Vertreter der EU und der Nato in Kyjiv getroffen, um weiter über solche Garantien zu sprechen.

An diesem Dienstag soll in Paris die «Koalition der Willigen» zusammenkommen, um über Ergebnisse zu reden. Selenskyj fordert solide Sicherheitsgarantien der USA und der europäischen Staaten, die die Ukraine nach einem Kriegsende vor künftigen russischen Angriffen schützen sollen. Das bedeute ganz klar, dass «auf jeden Fall» mindestens französische und britische Truppen in der Ukraine stationiert sein würden, sagte Selenskyj am Samstag.

Russland, das an den Gesprächen nicht beteiligt ist, warnt immer wieder vor der Stationierung von Soldaten aus Nato-Staaten in der Ukraine. Ein Friedensabkommen ist auch nach fast vier Jahren des russischen Angriffskrieges weiter nicht in Sicht. (DPA)

03.01.2026, 22:06

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro als wegweisend gelobt, wie mit «Diktatoren» umzugehen ist. «Wenn man mit Diktatoren so umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun müssen», sagte Selenskyj ukrainischen Medien zufolge in Kyji vor Journalisten.

Demnach liess der Kontext der Äusserung darauf schliessen, dass Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin im Blick hatte, ohne ihn namentlich zu erwähnen. Auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump in Florida meinte zuvor Aussenminister Marco Rubio, dass die Operation gegen Maduro eine Warnung auch für andere in der Welt sei, dass Amerika ernstzunehmen sei. Selenskyj hat Putin wiederholt als Diktator bezeichnet und hält ihn für keinen legitimen Staatschef. (DPA)

03.01.2026, 18:04

In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw haben sich Sicherheitsberater aus mehreren Staaten erneut zu Verhandlungen über die Zukunft des von Russland angegriffenen Landes getroffen. «Ich hoffe, dass 2026 das Jahr des Friedens wird», sagte Chefunterhändler Rustem Umjerow Medien in Kyjiw zufolge. Bei Telegram veröffentlichte er auch Fotos von der Zusammenkunft. Gekommen seien Diplomaten und Sicherheitsberater aus 14 Staaten der EU und aus Kanada.

Mann in formellem Büro diskutiert mit mehreren Personen um einen Tisch. Ukrainische Flagge im Hintergrund.

Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinen Gästen.

Foto: Telegram

Per Video sei der US-Beauftragte Steve Witkoff zugeschaltet worden. Zudem seien die Nato und die EU vertreten, sagte Umjerow. Vor allem sollte es um weitere Vereinbarungen über die von Kyjiw geforderten Sicherheitsgarantien der USA und der Europäer gehen. Sie sollen für den Fall eines Waffenstillstands der Ukraine Schutz gewährleisten vor möglichen künftigen russischen Angriffen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj empfing die Gäste ebenfalls in seiner Residenz und meinte, dass die Gespräche vorankämen. Das alles müsse zu einem Frieden führen, der Jahrzehnte halte. Er kündigte auch neue Treffen in den USA an. Termine nannte Selenskyj zunächst nicht. (DPA)

03.01.2026, 02:18

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums angekündigt. Er habe den bisherigen Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, als neuen Verteidigungsminister nominiert, teilte Selenskyj am Freitag in seiner abendlichen Videobotschaft mit. Fedorow soll auf Denys Schmyhal folgen, der das Amt erst im Sommer von Rustem Umjerow übernommen hatte.

Vom digitalen Minister zum Verteidigungschef

Selenskyj dankte Schmyhal und erklärte, dieser werde auf eine andere Position in der Regierung rücken. Dem 34-jährigen Fedorow wird zugutegehalten, die Einführung der Drohnentechnologie in der ukrainischen Armee massgeblich vorangetrieben und in seiner aktuellen Funktion mehrere erfolgreiche E-Government-Plattformen auf den Weg gebracht zu haben.

Seiner Nominierung als Verteidigungsminister muss das ukrainische Parlament noch zustimmen.

02.01.2026, 17:20

Die finnische Polizei hat Besatzungsmitglieder des verdächtigen Schiffes «Fitburg» befragt. Laut einer Mitteilung sagte Risto Lohi von der Kriminalpolizei: «Die Vernehmungen haben den Handlungsablauf und die verschiedenen Rollen der Besatzungsmitglieder aufgeklärt.» Die Ermittlungen dauerten demnach an.

Finnische Behörden hatten das Schiff, das im Verdacht steht, Schaden an einem Unterwasserkabel in der Ostsee verursacht zu haben, am Mittwoch festgesetzt. Zwei der 14 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen, gegen zwei weitere wurden Ausreiseverbote verhängt. Zur Nationalität und dem Rang der Verdächtigen wollte sich die Polizei nicht äussern. Sie hatte jedoch zuvor mitgeteilt, dass die Besatzung aus russischen, georgischen, aserbaidschanischen und kasachischen Staatsangehörigen besteht.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung, der versuchten schweren Sachbeschädigung sowie der schweren Störung des Telekommunikationsverkehrs. (DPA)

02.01.2026, 17:08

Der ukrainische Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko übernimmt in Kyjiw die Leitung des Militärgeheimdienstes HUR. Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, nachdem er den bisherigen HUR-Chef Kyrylo Budanow zum Chef seiner Kanzlei gemacht hat. Der 56-jährige Generalleutnant Iwaschtschenko hatte die Auslandsaufklärung seit 2024 geführt. Er solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen Schwächung Russlands und an der Einschränkung von Moskaus Militärpotenzial arbeiten, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit.

«Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, das wirtschaftliche Potenzial Russlands zu schwächen: Je weniger der Aggressor verdient, desto mehr Möglichkeiten gibt es für die Diplomatie. Dies gilt insbesondere für die russischen Ölexporte, die eingeschränkt und billiger werden», sagte Selenskyj. Er äusserte sich auch mit Blick auf die zahlreichen Drohnenschläge gegen die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes.

«Ähnlich verfahren wir auch in Bezug auf die russische Rüstungsproduktion: Je mehr wir die Verbindungen des Aggressors zur Welt und seine Umgehungsstrategien für Sanktionen unterbrechen, desto grösser ist das Potenzial für Bemühungen zur Beendigung des Krieges», sagte Selenskyj weiter. Er sei dem Auslandsgeheimdienst für seine Arbeit dankbar. Unklar war, wer künftig die Auslandsaufklärung der Ukraine führt. (DPA)

02.01.2026, 15:23

In der Ukraine sind bei einem Angriff auf die Grossstadt Charkiw nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach vorläufigen Informationen hätten zwei Raketen ein Wohngebiet getroffen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien.

Die genaue Zahl der Opfer sei noch unbekannt. Selenskyj warf Russland vor, trotz internationaler diplomatischer Bemühungen das Töten fortzusetzen. Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow schrieb bei Telegram zunächst von 16 Verletzten und erheblichen Schäden nach einem Treffer auf ein Hochhaus.

In der südukrainischen Stadt Cherson ist zudem ein 51-Jähriger bei russischem Beschuss tödlich verletzt worden, wie der dortige Gebietsgouverneur Olexander Prokudin mitteilte. Durch Attacken auf ein Wärmekraftwerk könne es zu Unterbrechungen der Wärmeversorgung kommen, hiess es weiter.

Das Energieministerium der Ukraine teilte am Vormittag mit, dass Russland erneut die Energieinfrastruktur vor allem in den Gebieten Saporischschja und Mykolajiw attackiert habe. In zahlreichen Regionen des Landes gibt es infolge der Schäden durch russische Angriffe nur stundenweise Strom.

In der grösstenteils russisch besetzten Region Luhansk seien mehr als 85’000 Energiekunden nach ukrainischen Angriffen ohne Strom, schrieb die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Besatzungsbehörden. Betroffen seien vier Städte und angrenzende Siedlungen. (DPA)

02.01.2026, 13:46

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zu seinem neuen Stabschef ernannt. Die Ukraine müsse sich jetzt mehr auf Sicherheitsthemen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitstruppen und diplomatische Verhandlungen konzentrieren, teilte Selenskyj am Freitag bei Telegram mit. Sein vorheriger Stabschef Andrij Jermak war im November nach einem Korruptionsskandal zurückgetreten. Budanow leitet künftig das Büro des Präsidenten.

Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, spricht auf dem Forum ’Ukraine Year 2024’ in Kiew mit Mikrofon in der Hand, Februar 2024.

Kyrylo Budanow ist neuer Stabschef der Ukraine.

Foto: AFP

Budanow übernahm die Führung des Militärgeheimdiensts GUR im Jahr 2020. Unter ihm hat die Behörde mehrere aufsehenerregende Einsätze in Russland ausgeführt, die gegen die militärischen Fähigkeiten und Energiekapazitäten des Landes zielten.

Selenskyj hatte Jermak am 28. November entlassen, nachdem es eine Anti-Korruptionsdurchsuchung in dessen Anwesen gegeben hatte. Diese war Teil von Ermittlungen zu mutmasslicher Korruption im Energiesektor. (DPA)

01.01.2026, 22:00

Im russisch kontrollierten Teil des Gebiets Cherson sollen der Besatzungsverwaltung zufolge mehr als 24 Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden sein.

Ein Café im Dorf Chorly am Schwarzen Meer sei von drei Drohnen getroffen worden, als dort Silvester gefeiert wurde, teilte Verwaltungschef Wladimir Saldo auf Telegram mit. Er sprach morgens zunächst von 24 Toten, sagte aber später, dass die Zahl höher liege.

Das russische Aussenministerium sprach von einem Terroranschlag, bei dem auch 50 Menschen verletzt worden seien. Auch Kremlchef Wladimir Putin liess sich von Saldo informieren, wie das Präsidentenamt mitteilte.

Ukraine weist Vorwürfe zurück

Der ukrainische Generalstab wies die Darstellung als falsch und typische russische Desinformation zurück. Ziel der Russen sei es, mit solchen Falschbehauptungen Einfluss auf die Partner der Ukraine und den Verlauf der Friedensverhandlungen zu nehmen.

Unabhängige Berichte und eine Bestätigung der hohen Totenzahl gab es nicht. Fotos und Videos in sozialen Netzwerken lassen schliessen, dass ein Restaurant in dem kleinen Ferienort auf einer Halbinsel ausgebrannt ist. «Ein Kind kam ums Leben», schrieb Saldo, der wegen des Vorfalls auch den Friedenswillen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj infrage stellte. (DPA)

01.01.2026, 03:54

Der US-Geheimdienst CIA ist Medienberichten zufolge zu dem Schluss gekommen, dass einer der jüngsten Drohnenangriffe der Ukraine nicht den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dessen Residenz zum Ziel hatte. Das berichteten das «Wall Street Journal» sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung.

Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau vom Montag.

Zunächst hatte auch Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Putin die Ukraine wegen des angeblichen Angriffs kritisiert. Später aber teilte er dann einen russlandkritischen Artikel auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social, das auf eine Meinungsänderung hindeutet.

Trump wurde informiert

Das «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf US-Beamte, der umstrittene ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. Dies werde auch von einer Analyse der CIA belegt, hiess es.

Die Sender PBS und CNN berichteten, Trump sei am Mittwoch von CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdienstes unterrichtet worden. (DPA)

01.01.2026, 01:43

Inmitten der Verhandlungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt. Das Boulevardblatt «New York Post» stellt in dem Stück Kremlchef Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht.

Unter anderem heisst es dort, jeder Angriff auf Putin sei «mehr als gerechtfertigt». «Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden». Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Kyjiw habe seinen Teil beigetragen – nun liege es an Putin, zu handeln. (DPA)

31.12.2025, 19:50

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat nach eigenen Angaben mit dem aussenpolitischen Berater des Deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, Günter Sautter, und anderen Vertretern Europas nächste Schritte auf dem Weg zu einem Ende des Ukraine-Krieges besprochen. Dabei sei es unter anderem um eine Stärkung von Sicherheitsgarantien und die Entwicklung «effektiver Deeskalationsmechanismen» gegangen, schrieb Witkoff auf X. Das Telefonat bezeichnete er – wie auch schon frühere Begegnungen – als «produktiv».

Thema sei auch gewesen, wie sich die seit fast vier Jahren von Russland angegriffene Ukraine nach Kriegsende erfolgeich und widerstandsfähig entwickeln könne. «Viele weitere Details wurden besprochen, und wir werden diese wichtige Arbeit und die Koordination im neuen Jahr fortsetzen», schrieb Witkoff.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt, dass ein Treffen der nationalen Sicherheitsberater aus der «Koalition der Willigen» am 3. Januar in der Ukraine geplant sei. Am 6. Januar solle dann ein Treffen auf der Ebene der Staatschefs folgen. Als «Koalition der Willigen» verstehen sich westliche Länder, die die Ukraine auch militärisch unterstützen.

Der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Rustem Umjerow, schrieb auf X, dass er Selenskyj mit den neuesten Erkenntnissen aus dem Telefonat unterrichtet habe. Er ergänzte mit Blick auf das Treffen am 3. Januar: «Die Teilnahme von Vertretern von mehr als zehn Ländern wird erwartet, sowie der Nato, der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates.» Die Partner aus den USA sollten online zugeschaltet werden.

Den Angaben auf X zufolge nahmen von US-Seite neben Witkoff auch Aussenminister Marco Rubio und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, an dem Telefonat teil. Aus Europa seien neben Umjerow und Sautter auch der britische Sicherheitsberater Jonathan Powell und Emmanuel Bonne aus Frankreich zugeschaltet worden, schrieb Witkoff. (DPA)

31.12.2025, 17:45

Russland hat nach dem angeblichen Angriff Kyjiws auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin erstmals mögliche Beweise präsentiert, darunter Reste einer mutmasslich ukrainischen Drohne. «Der Terroranschlag des Kyjiwer Regimes war zielgerichtet, sorgfältig geplant und erfolgte in mehreren Stufen», sagte der Chef der Luftabwehrraketentruppen der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte, Alexander Romanenkow, in Moskau.

Ein Soldat in Tarnkleidung steht im verschneiten Wald neben einem abgestürzten Drohnenwrack.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass verbreitet Bilder von Drohnen-Trümmerteilen. Unabhängige Beobachter hegen Zweifel an der Echtheit.

Foto: Russisches Verteidigungsministerium

In einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video listete der Generalmajor unter anderem Orte, genaue Uhrzeiten und Flugrouten einzelner Drohnen in der Nacht auf den 29. Dezember auf. Das Ministerium veröffentlichte zudem ein Video, auf dem ein Uniformierter in einem Wald und Fragmente einer angeblich ukrainischen Drohne zu sehen sind.

Es gebe einen grossen, sechs Kilogramm schweren Sprengsatz an der Drohne «Tschaklun-B». «Es ist ein seltener Fall, dass wir einen nicht detonierten Kampfsatz haben», sagt der Mann mit dem verdeckten Gesicht in dem Video. Auf einem anderen, ebenfalls nicht überprüfbaren Video erzählt ein Mann – angeblich ein Augenzeuge – von Explosionsgeräuschen beim Abschuss der Drohnen.

Kyjiw spricht von Fakes

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst sprach von gefälschten Karten und Fakes der russischen Seite. Romanenkow sagte, dass die ukrainischen Drohnen für den Angriff aus den Regionen Tschernihiw und Sumy in der Ukraine abgeschossen worden seien.

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Romanenkows Auftritt dürfte eine Reaktion auf Forderungen aus Kyjiw sein, Beweise vorzulegen für den angeblichen Angriff. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Vorwürfe aus Moskau als Lüge zurückgewiesen. Es handle sich um einen Versuch Russlands, die Friedensverhandlungen zu stören und neue Angriffe auf Regierungsgebäude in Kyjiw zu rechtfertigen. Zweifel an der Echtheit der «Beweisbilder» hegen auch unabhängige Beobachter. So soll die gezeigte Drohne von russischer Bauart sein. (DPA/lop)

31.12.2025, 16:45

Litauen wird zur Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit tragbare Flugabwehrraketensysteme vom Typ RBS 70 NG im Wert von mehr als 320 Millionen Euro kaufen. Darüber sei ein Vertrag mit dem schwedischen Hersteller Saab unterzeichnet worden, teilten das Verteidigungsministerium in Vilnius und das Unternehmen mit. Zusammen mit den zuvor abgeschlossenen Verträgen werde damit die kontinuierliche Versorgung der Streitkräfte des baltischen EU- und Nato-Landes mit der Munitionsart im Zeitraum von 2026 bis 2032 sichergestellt. «Die Stärkung der Luftverteidigung ist eine unserer obersten Prioritäten», sagte Verteidigungsminister Robertas Kaunas.

Litauen besitzt bereits RBS 70. Das Kurzstrecken-Flugabwehrsystem ermögliche die effektive Bekämpfung von Luftzielen bei Tag und Nacht und sei aufgrund seiner einfachen Wartung, hohen Mobilität und weiterer technischer Vorteile ausgewählt worden, hiess es in der Ministeriumsmitteilung. Litauen hatte vor Weihnachten bereits die Beschaffung von Panzerabwehrmunition und Einweggranatwerfern bekanntgegeben, die es auch von Saab beziehen wird.

Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und an Russlands Verbündeten Belarus. Der Krieg in der Ukraine wird in dem Baltenstaat als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit gesehen. Die Regierung in Vilnius rüstet daher die Armee massiv auf und wird im kommenden Jahr 5,38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben. In Litauen wird künftig auch eine gepanzerte Brigade der Bundeswehr fest stationiert sein. (DPA)

DPA/SDA/Redaktion Tamedia