Obwohl Russland noch im vergangenen Monat einen „Vertrag über strategische Zusammenarbeit und Partnerschaft“ mit Venezuela unterzeichnete, weigerte sich Moskau, dem südamerikanischen Verbündeten Unterstützung zuzusagen. Zu angespannt ist die militärische und ökonomische Lage seit Putins Invasion in der Ukraine. So konnte sich Trump frei fühlen, zu handeln.
„Dies ist ein Schlag für Putin, ein Schlag für Russland und russische Interessen“, sagte Wladimir Ruwinski, Russland-Experte an der Icesi-Universität im kolumbianischen Cali, der BBC. Seine Einschätzung: „Russland wird nicht riskieren, weitere Sanktionen zu kassieren, und China wird nicht riskieren, dass ihm wegen der Verteidigung Maduros weitere Zölle auferlegt werden.“
So verliert Putin mit Venezuela nicht nur einen Brückenkopf in Südamerika. Maduros Sturz zeigt – wie zuvor der Fall des russischen Verbündeten Baschar al-Assad in Syrien –, dass Moskaus außenpolitischer Spielraum begrenzt ist. Putins Krieg in der Ukraine bindet alle Kräfte.
China wiederum ist der größte Importeur von Öl aus Venezuela. Allein in den Jahren zwischen 2007 und 2015 pumpte Peking rund 60 Milliarden Dollar in Venezuelas Petro-Industrie. Doch in den vergangenen Jahren fuhr China seine Investitionen in dem Land kräftig zurück. Auch aus Enttäuschung über die staatliche Misswirtschaft, sagen Beobachter.
Zwar bekräftigten Chinas Staatschef Xi Jinping und Nicolás Maduro 2023 in Peking demonstrativ das Bündnis ihrer Staaten. Und Peking verurteilte „aufs Schärfste den rücksichtslosen Einsatz von Gewalt durch die Vereinigten Staaten gegen einen souveränen Staat“, wie es in einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums nach dem US-Angriff auf Venezuela hieß. „Doch ist Chinas Position begrenzt, wenn seine Partner in eine Krise geraten“, sagte Asien-Expertin Inés Arco vom Barcelona Centre for International Affairs (CIDOB) der Zeitung „El Pais“.
Die Forscherin verwies auf Trumps Vorgehen gegen den Iran und erklärte: „Als die USA den Iran bombardierten, einen engeren Verbündeten Chinas als Venezuela und in einer ähnlichen Lage mit vergleichbarer Energierelevanz und internationalen Sanktionen, bot Peking über bloße Rhetorik hinaus keine weitere Unterstützung an.“ Arcos Fazit: „Letztlich präsentiert sich China als Wirtschaftspartner, nicht als Sicherheitspartner.“