Doch missachten laut eines Briefes einer Anwohnerin zahlreiche Autofahrer die zugelassene Höchstgeschwindigkeit, also Schritttempo – und gefährden dadurch vor allem Kinder. „Es ist eine Spielstraße und es hält sich keiner dran“, erklärte Bezirksbürgermeister Andreas Bialas in der Sitzung der Bezirksvertretung Langerfeld-Beyenburg. Es gebe keine gesicherten Bereiche für Kinder, obendrein könne man in dem Bereich nicht wenden.
Auch eine Anwohnerin hat sich mit einem Brief an die Stadtteilpolitiker und die Verwaltung gewandt. „Mittlerweile kam es bereits dreimal zu wirklich kritischen Situationen, in denen mein Mann oder ich unsere Tochter nur noch grade eben von der Straße retten konnte, als wieder ein Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit nicht mehr bremsen konnte, als er sie spielend oder Kreide malend an der Seite der Straße sitzen sah“, heißt es in dem Brief, der der Bezirksvertretung vorliegt.
Die Straße „Am Buchenloh“ ist zwischen den Straßen „Auf der Höhe“ und „Gildenstraße“ eine Anliegerstraße. Die Straße werde mutmaßlich regelmäßig als Durchgangsstraße von der Hilgershöhe zur B7 genutzt, heißt es im Antrag der Fraktionen SPD, CDU, Grüne und Linkes Bündnis. „Die Geschwindigkeiten liegen scheinbar regelmäßig über den Vorgaben.“ Dadurch werde die Straße dem Charakter einer Spielstraße nicht mehr gerecht. Da die sichere Nutzung der Straße für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, Kinder, besonders berücksichtigt werden müsse, müsse gehandelt werden.
Die Bezirksvertretung hat einstimmig beschlossen, die Verwaltung um Vorschläge zur Verkehrsberuhigung, etwa durch stärkere Kontrollen, besser sichtbare Verkehrszeichen, bauliche Maßnahmen wie Bodenwellen oder Sperren sowie durch zusätzliche Hinweise und Geschwindigkeitsanzeigen zu bitten. Ziel ist es, den Charakter der Straße als Spiel- und Wohnstraße wiederherzustellen. Darüber hinaus solle das künftige Verkehrsaufkommen hinsichtlich der Kindertagesstätte, die an der B7 entsteht, berücksichtigt werden.
Anwohner „Am Dornloh“ fordern ebenfalls Maßnahmen
Doch nicht nur „Am Buchenloh“ wünschen sich die Menschen eine Verbesserung der Verkehrssituation. Die Straße „Am Dornloh“ wird täglich von zahlreichen Lkw befahren, oftmals mit dem Helios Zentrallager, das sich ebenfalls dort befindet, als Ziel. Die Lieferanten seien bereits frühmorgens unterwegs, es komme zu Lärmbelästigungen, darüber hinaus zu Schäden an Pollern und einer übermäßigen Nutzung der Straße in einem Bereich, der eher als Wohngebiet gilt. „Das Gewerbe ist uns lieb und teuer, keine Frage, aber es muss im Gleichgewicht sein“, so Andreas Bialas während der Sitzung der Bezirksvertretung. Darüber hinaus seien zahlreiche Parkplätze tagsüber durch Mitarbeiter des Lagers belegt. Selbstverständlich werde die erlaubte, gewerbliche Nutzung der Zentralen Dienste Logistik Helios Kliniken GmbH nicht in Frage gestellt, „allerdings ist eine gegenseitige rücksichtsvolle Nutzung der Straße aufgrund der das Gewerbe umgebenden Wohnbebauung anzustreben und dauerhaft einzuhalten“, heißt es im Beschlussvorschlag.
Auch in diesem Zusammenhang hat sich ein Anwohner per Brief an die Stadtteilpolitiker gewandt. „Das Wohnen wird hier immer mehr zu einem Gefahrenhotspot“, heißt es dort. Laut seinen Beobachtungen seien täglich über 50 Lkw auf der Straße unterwegs. Einstimmung hat die Bezirksvertretung beschlossen, die Verwaltung zu bitten, Maßnahmen zur Verbesserungen der Situation zu erarbeiten. Die Bezirksvertretung schlägt beispielsweise ein Verbot der Einfahrt für Lkw in die Straßen „Am Wehrloh“ und „Am Dornloh“ vor 7 Uhr und nach 15 Uhr vor oder auch die Einrichtung von Parkverboten für Lkw in diesen beiden Straßen.