Schiltach – Wer selbst einmal ein Bad eingerichtet hat, kennt seinen Namen. Klaus Grohe, langjähriger Chef des Armaturenherstellers Hansgrohe im Schwarzwald, ist tot. Er starb bereits am 3. Januar im Alter von 88 Jahren, wie das Unternehmen mit Sitz in Schiltach im Kreis Rottweil bestätigte.

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Klaus Grohe galt als prägende Figur des Familienunternehmens und als einer der wichtigsten Wegbereiter der Marke. Sie gilt als „Hidden Champion“ – also als relativ unbekanntes Unternehmen mit weltweiter Marktmacht. Im Jahr 2024 machte die Hansgrohe Group nach eigenen Angaben einen Gesamtumsatz von 1,387 Milliarden Euro.

„Mit Klaus Grohe verlieren wir unseren Wegbereiter, der bis zuletzt als Ehrenvorsitzender unseres Aufsichtsrats die Entwicklung von Hansgrohe mit großem Interesse und Engagement verfolgte“, sagte Vorstandsvorsitzender Hans Jürgen Kalmbach. Grohe habe das Unternehmen maßgeblich geprägt, so Kalmbach weiter. „Wir sind ihm dafür sehr dankbar und werden ihn und seine Ratschläge vermissen.“

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Klaus Grohe war der jüngste von drei Söhnen des Firmengründers von Hansgrohe, er und lenkte die Geschicke des mittelständischen Unternehmens fast fünf Jahrzehnte lang. 1968 trat er nach seinem Studium in den Betrieb seines Vaters ein. Hans Grohe war 1955 gestorben.

Fast 50 Jahre an der Spitze von Hansgrohe

Ab 1999 stand Grohe als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Unternehmens. Von 2008 bis 2015 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats. Mit visionären Ideen habe Grohe das Familienunternehmen zu einem Global Player der Sanitärbranche gemacht, wie das Unternehmen mitteilte. Seine Handschrift präge Hansgrohe bis heute.

Laut dem „Bilanz“-Magazin war Grohe 2017 einer der 500 reichsten Deutschen. Demnach lag die Familie mit einem Vermögen von rund 500 Millionen Euro auf Rang 344.

Die vier Söhne des Unternehmers (Richard, Philippe, Nicolas und Jan Nikolas) hatten zuletzt mit Beteiligungsgeschäften Schlagzeilen gemacht. So übernahm ihre Gesellschaft Syngroh Capital im Januar 2024 den Schwarzwälder Maschinenbauer Benzinger – und erhöhte damit das Beteiligungskapital der Firma auf 200 Millionen Euro.

Übrigens: Neben Hansgrohe im Schwarzwald entstand 1936 mit der Grohe AG in Hemer ein zweites Unternehmen mit Wurzeln in der Familie Grohe – gegründet von Friedrich Grohe nach seinem Bruch mit dem väterlichen Betrieb. Anfangs teilten sich beide Firmen den Markt für Badzubehör, später wurden sie direkte Konkurrenten – und sind es bis heute.