Halle (Saale) – Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, doch nun droht hunderten Menschen der Supergau: Weil ihr Vermieter insolvent ist, müssen sie wahrscheinlich ihre Wohnungen verlassen. Und das im tiefsten Winter und bei Minusgraden!
Bereits im Februar 2025 hat die Bevo DE Alpha 2a GmbH Insolvenz angemeldet. Das Immobilienunternehmen besitzt im Südpark in Halle-Neustadt rund 1200 Wohnungen. Die meisten von ihnen stehen leer, nur etwa 240 Menschen wohnen dort. Und genau da liegt das Problem: Die Einnahmen, um die gesamten Nebenkosten zu decken, sind seit Monaten zu gering.

Rund 240 Menschen wohnen in den Mehrfamilienhäusern in dem Wohngebiet in Halle (Saale)
Foto: imago/Steffen Schellhorn
Warum das Geld fehlt
Das betroffene Unternehmen gehört zu der bekannten Konzerngruppe DEGAG, die selbst mit mehreren hundert Millionen Euro in der Pleite steckt. Die Raiffeisenbank Hochtaunus, bei der die Grundschuld für die Immobilien lag, sprang in dem Insolvenzfall in Halle-Neustadt vorübergehend ein. Nur so konnten die Mehrfamilienhäuser weiter instand gehalten und die Wohnungen versorgt werden. Mittlerweile wurden die Zahlungen jedoch eingestellt, die Nebenkosten sind nicht mehr zuverlässig gedeckt.
„Die Mieteinnahmen sind relativ gering. Vor Weihnachten war unklar, ob wir die Abschläge für Strom und Gas noch bezahlen können. Letztendlich haben die Einnahmen und der vorhandene Kontostand dann glücklicherweise ausgereicht, um die offenen Rechnungen zu begleichen“, so ein Sachbearbeiter des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Rainer Eckert zu BILD.

In diesem Gebäude in Düsseldorf sitzt die Bevo DE Alpha 2a GmbH
Foto: Google Maps
Wie geht es jetzt weiter?
Fehlen in den Wohnungen Wasser, Strom und Fernwärme, bleibt den Mietern, darunter auch Familien mit Kindern, nur eines: der Auszug!
„Wir hoffen, dass wir die Häuser im nächsten Monat verkaufen können. Aktuell gibt es zwei vielversprechende Investoren, die sich für einen Kauf interessieren und bereits im Gespräch mit ihrer Bank sind“, so der Sachbearbeiter. „Es ist wichtig, dass wir eine kurzfristige Lösung mit einem Investor oder einer Bank finden.“
Das sagt die Stadt
In Fällen dieser Art springt oft die Stadt ein und organisiert Unterkünfte. „Die Stadt steht hinsichtlich des aktuellen Sachverhaltes mit dem städtischen Versorger im Austausch und beobachtet die Entwicklung sehr aufmerksam“, so ein Sprecher auf BILD-Anfrage.
Der städtische Versorger stehe im ständigen Kontakt mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter. Aktuell sei die Aufrechterhaltung der Versorgung durch Zahlungen bis in die zweite Januarhälfte gesichert. Ob die Stadt Halle im Ernstfall auch Notunterkünfte zur Verfügung stellen könnte, ist unklar.