Über eine Million Streams auf Spotify und 285.000 Hörerinnen und Hörer haben sie im Monat, 50.000 Abonnenten folgen ihrem YouTube-Kanal. Wer Chillout-Musik hört, kennt Schwarz & Funk. Die elektronischen Songs dieser Formation laufen in den vornehmsten Hotels, den edelsten Restaurants sowie den exklusivsten Clubs auf der ganzen Welt. Kaum jemand würde vermuten, dass dieser Sound von Musikern aus der Region Augsburg kreiert und in Bocksberg (Landkreis Dillingen) und im Augsburger Stadtteil Göggingen produziert wird. Seit sie 2007 mit „Remenado Al Viento“ erstmals auf den stilprägenden Cafe del Mar-Kompilationen vertreten waren, haben sie den Durchbruch geschafft und zählen zur ersten Liga. Nun feiert das Projekt um die Gründer Bob Schwarz (Alexander Hitzler) und Jesse Funk (Martin Czihal) 25-jähriges Bestehen.

Die Musik von Schwarz & Funk klingt keineswegs schwarz und funky. Ihr Markenzeichen ist ein Hauch von Ibiza-Flair. Das liegt daran, dass House-DJ Jesse Funk alias Martin Czihal viele Jahre dort gelebt und in Hotspots wie El Divino und Privilege aufgelegt hat. Nach seiner Rückkehr von der balearischen Insel tat sich Czihal mit Alexander Hitzler zusammen, den er aus gemeinsamen Tagen beim Augsburger Sender Radio Skyline kannte. „Ich hatte festgestellt, dass man in der Szene nicht weiterkommt, wenn man nicht selbst produziert. Da ist mir der Alex eingefallen. Ich wusste, dass er auch so ein schräger Typ war, eine Ausbildung zum Audio-Ingenieur gemacht hatte und in seinem Keller in Aystetten ein Tonstudio hat.“ Der 60-jährige Czihal erinnert sich, dass Hitzler bei der ersten Begegnung gerade sein Baby wickelte und sich fragte: „Was will der Typ von mir?“ Aus diesem ersten Aufeinandertreffen am Wickeltisch entwickelte sich Schwarz & Funk.

Bruder Dominik Hitzler kam mit dazu

Inzwischen gehört auch Alexander Hitzlers Bruder Dominik (alias Nik Schwarz) dem Projekt an. Der 44-Jährige, der inzwischen in Neu-Ulm lebt und noch halbtags in einer Steuerkanzlei arbeitet, spielt nicht nur Saxofon, sondern kümmert sich um rechtliche Angelegenheiten und Social Media. „Ohne ihn ist das gar nicht mehr zu machen“, sind sich seine Mitstreiter einig. Joe T. Aykut, bekannt von der Augsburger Rock Steady Blues Band, ist zwar kein festes Mitglied, mit seinem Gitarrenspiel aber ein wichtiger Baustein des Schwarz & Funk-Sounds.

„Es war ein langer, steiniger Weg, bis wir etwas hatten, das gut klang und sich nach passender Musik zum Sonnenuntergang anhörte“, blickt Alexander Hitzler zurück, der auch bei der Presley Family, der Coverband The Beatels , dem Trio Cortina und der Tanz- und Showband Ricardos in die Tasten greift. „Wir haben lange rumgepopelt, bis ein gewisser Standard erreicht war, wir unseren eigenen Stil entwickelt und die ersten Tracks untergebracht haben“, stimmt ihm Martin Czihal zu und erinnert sich, wie aus brotloser Kunst ein erstes Geldverdienen wurde. Der Ritterschlag erfolgte, als Schwarz & Funk 2007 mit „Remando Al Viento“ den ersten Release auf der Cafe der Mar-Serie landeten. „Von da an konnten wir uns aussuchen, wo wir drauf wollten“, sagt Hitzler.

Für Filmmusik gab es sogar eine Oscar-Nominierung

Die Vielseitigkeit von Schwarz & Funk zeigt sich auch in besonderen Kollaborationen mit internationalen Marken wie Lufthansa, Volkswagen oder Alfa Romeo. Die Verwendung ihrer Musik im Film „Loveless“ des russischen Regisseurs Andrey Zvyagintsev brachte ihnen sogar eine Oscar-Nominierung für den besten ausländischen Film ein.

In zweieinhalb Jahrzehnten haben Schwarz & Funk deutliche Spuren in der elektronischen Musikszene hinterlassen. 500 Tracks haben sie in den vergangenen 25 Jahren produziert. Die erste Idee dazu entsteht in aller Regel in den Boxberg-Studios von Alexander Hitzler. Veredelt werden diese Fragmente im Studio von Martin Czihal im achten Stock eines Hochhauses in der Gögginger Raudaustraße. „Wir machen zeitlose Lifestyle-Musik, die keinem auf den Geist geht und keinem Trend unterliegt“, beschreibt Czihal den Sound. Der ehemalige Betreiber der Augsburger Clubs Wunderbar und Infrarot wurde sogar zum offiziellen deutschen Botschafter für elektronische Musik in der Dominikanischen Republik ernannt. „Während Corona haben wir viele Livestreams gemacht und dabei erfahren, dass wir Fans in aller Welt haben. Sie haben uns jede Menge Feedback gegeben, dass zu unserer Musik geliebt, geheilt, geheiratet und gestorben wird“, fügt Dominik Hitzler hinzu und ist überzeugt: „Das rechtfertigt unser Tun. Die Welt wird dadurch einfach ein bisschen besser.“

  • Spotify

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • YouTube

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • Augsburg

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis