Paris – In der französischen Hauptstadt kommen heute westliche Unterstützer der Ukraine zusammen, um mit Vertretern der USA über eine Absicherung eines möglichen Waffenstillstands oder Friedens in dem seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg zu beraten.
Erwartet werden Vertreter aus 35 Ländern, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) und der ukrainische Präsident. Wolodymyr Selenskyj (47) traf sich vor der großen Zusammenkunft bereits mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) und kündigte gleichzeitig Gespräche mit US-Vertretern an.
Heute stünden wichtige Gespräche mit der Führungsebene der sogenannten Koalition der Willigen, Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) sowie ein Treffen mit Vertretern des US-Verhandlungsteams bevor, schrieb Selenskyj in sozialen Medien nach seiner Ankunft in Paris.
Die Gespräche seien dazu bestimmt, der Ukraine mehr Sicherheit und Stärke zu bringen, so der ukrainische Präsident. Das Land zähle auf seine Partner und auf Schritte, die echte Sicherheit garantieren könnten. „Diplomatie und echte Hilfe müssen Hand in Hand gehen“, schreibt Selenskyj auf X. „Russland stellt seine Angriffe auf unser Land nicht ein, und wir müssen jetzt die Luftverteidigung verstärken, um unsere Bevölkerung, unsere Gemeinden und die kritische Infrastruktur zu schützen.“
Darüber habe er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch bereits bilateral gesprochen.
Nach französischen Angaben geht es bei dem großen Ukraine-Gipfel unter anderem um die Frage, auf welche Weise ein möglicher Waffenstillstand an der 1400 Kilometer langen Kontaktlinie überwacht werden kann. Dies solle nicht durch Soldaten geschehen, sondern vor allem durch Drohnen und Satelliten.

Vor dem Treffen mit der sogenannten Koalition der Willigen trafen sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) bereits bilateral im Elysee-Palast
Foto: Thomas Padilla/AP/dpa
USA sollen Waffenstillstand überwachen
Mögliche Verletzungen des erhofften Waffenstillstands müssten anschließend bewertet werden, um eine angemessene Antwort zu finden. Der Elysée erinnerte daran, dass es nach der Annexion der Krim-Halbinsel 2014 täglich Meldungen über Verletzungen des Waffenstillstands gegeben habe.
Die persönliche Teilnahme der US-Unterhändler Steve Witkoff (68) und Jared Kushner (44), dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, an den Gesprächen gilt als ein Zeichen für die „Wiederannäherung“ zwischen der Ukraine, Europa und den USA. Die Koalition der Willigen habe erreicht, „dass die USA die Ukraine nicht fallen lassen“, hieß es im Elysée.
Im Fall eines Waffenstillstands in der Ukraine sollen laut der Nachrichtenagentur AFP die USA dessen Überwachung unter Beteiligung der Europäer leiten. Die USA würden sich zudem verpflichten, eine geplante, von Europa angeführte internationale Truppe in der Ukraine „für den Fall“ eines neuen Angriffs Russlands auf die Ukraine zu unterstützen, heißt es in dem Entwurf einer Abschlusserklärung des internationalen Ukraine-Gipfeltreffens am Dienstag in Paris, aus dem AFP zitiert.
Gegen 18.45 Uhr ist in Paris eine Pressekonferenz geplant, an der Macron, der britische Premierminister Keir Starmer (63), Selenskyj und Merz teilnehmen sollen.