
AUDIO: Explodiertes Drogenlabor: Mutmaßlicher „Chefkoch“ steht vor Gericht (1 Min)
Stand: 06.01.2026 16:32 Uhr
Nach der Explosion eines Drogenlabors in Nordhorn hat am Dienstag der Prozess gegen den mutmaßlichen „Chefkoch“ vor dem Landgericht Osnabrück begonnen. Der Mann soll Teil einer Drogenbande sein. Zum Prozessauftakt schwieg er.
Wahrscheinlich wäre ihnen so schnell niemand auf die Schliche gekommen. Aber als vor fast genau zwei Jahren, am 11. Januar 2024, die als Lager für einen Caravan-Verkäufer getarnte Halle komplett niederbrannte, kamen typische Utensilien und Gerätschaften für das Herstellen von synthetischen Drogen ans Tageslicht. Mitten in der 57.000-Einwohner-Stadt Nordhorn, in einer Wohn- und Geschäftssiedlung lag das größte Drogenlabor Niedersachsens, wie es schnell aus Ermittlerkreisen hieß. Das Feuer war wohl beim Hantieren mit den gefährlichen Substanzen fahrlässig entstanden. Schnell wurde klar: Hier ging es um das Herstellen von Amphetamin. Die sichergestellte Menge allein der aktuellen Produktion ergab knapp 2.800 Kilogramm. Der Schwarzmarktwert: mehr als 30 Millionen Euro.
Prozess gegen 23-Jährigen nur ein Zwischenschritt
Die Polizei und die Zentralstelle zur Bekämpfung von Rauschgiftkriminalität bei der Staatsanwaltschaft in Aurich nahmen ihre Ermittlungen auf. Die Spur führte zu einem internationalen Geflecht, deren Strukturen noch immer nicht ganz klar sind. Deshalb ist der Prozess gegen einen 23-jährigen Ukrainer, der am Dienstag vor dem Landgericht in Osnabrück startete, auch nur ein Zwischenschritt im gesamten Verfahren. Der junge Mann war wenige Wochen nach dem Brand gefasst worden, er gilt als „Chefkoch“ der Nordhorner Drogenküche. Ihm drohen bei einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Haft.
Angst vor dem Drogenkartell?
Zu den Hintermännern ist öffentlich noch wenig bekannt. Die Ermittlerinnen und Ermittler hoffen auf brauchbare Aussagen des Angeklagten im Laufe des Prozesses, der sich über elf Verhandlungstage bis Ende März hinziehen soll. Noch aber schweigt der 23-Jährige. Das war auch beim Prozessauftakt der Fall. Das sei eigentlich kein gutes Zeichen, hatte ein Ermittler gegenüber dem NDR Niedersachsen im Vorfeld gesagt. Vermutlich sei seine Angst vor dem Drogenkartell größer als die vor der zu erwartenden Strafe vom Gericht.

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Im Januar 2024 brannte ein illegales Drogenlabor ab. 86.000 Euro kostete es den Landkreis, die Schäden zu beseitigen.

Rund ein Jahr nach dem Großbrand in einer Lagerhalle in Nordhorn hat der Landkreis die Aufräumarbeiten beendet.

Am Mittwoch stellten Beamte in der Grenzregion Waffen, Chemikalien und Datenträger sicher. Mehrere Personen wurden festgenommen.

In der vor einem Jahr abgebrannten Lagerhalle befinden sich noch immer gefährliche Chemikalien und verunreinigtes Löschwasser.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.01.2026 | 14:00 Uhr