
AUDIO: Meteorologe Sebastian Wache: Es kommt noch viel mehr Schnee (2 Min)
Stand: 06.01.2026 15:09 Uhr
Ein markantes Wettertief steuert auf Deutschland zu. NDR Meteorologe Sebastian Wache warnt vor blizzard-ähnlichen Verhältnissen in der Nacht zu Freitag und massiven Verkehrsproblemen.
Das Winterwetter hat Schleswig-Holstein weiter im Griff. Am Ende der Woche soll sich die Lage erneut verschärfen, erklärt NDR Wetterexperte Sebastian Wache. Denn in der Nacht zu Freitag wird ein Schneesturmtief Schleswig-Holstein erreichen und starken anhaltenden Schneefall mit sich bringen, prognostiziert der Meteorologe.

NDR Meteorologe Sebastian Wache bezeichnet das Schneesturmtief als turbulent.
Freitagmorgen gegen 5 Uhr ist – Stand jetzt (6.1.) – mit den ersten Schneefällen im Süden des Landes an der Elbe (Pinneberg, Steinburg, Dithmarschen) zu rechnen. Von da an soll das Tiefdruckgebiet Richtung Osten drehen und Fahrt aufnehmen. Das heißt laut Sebastian Wache, dass der Wind zunimmt und landesweit jede Menge Schnee fallen soll.
30 bis 50 Zentimeter Neuschnee und blizzard-ähnliche Verhältnisse am Freitag
„Ich gehe davon aus, dass wir blizzard-ähnliche Verhältnisse haben werden, also wirklich kräftiger Flockenwirbel auch mit starken Sichteinschränkungen“, erklärt der Meteorologe. Schleswig-Holstein werde den gesamten Freitag über im Einzugsgebiet von Wind und Schnee sein.
Schneeverwehungen möglich
Erst im Lauf des Freitagabends und am Sonnabend rechnet Sebastian Wache von der „WetterWelt“ damit, dass das Wettertief weiter in Richtung Osten abzieht. Aufgrund der Kombination aus viel Wind und starkem Schneefall warnt Wache vor Schneeverwehungen. Lokal könne immer wieder unterschiedlich viel Schnee liegen. Wache rechnet damit, dass an der Ostseeküste des Landes der Schwerpunkt des Tiefdruckgebiets liegen wird. Hier kann man mit Neuschnee von 30 bis zu 50 Zentimetern rechnen.
Pegelstände an der Schlei und bei Flensburg könnten steigen
In Richtung der Flensburger Förde ist zudem mit starkem Wind und sogar Sturmböen aus östlicher Richtung zu rechnen, erklärt Wache. An der Schlei (Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg) und in der Flensburger Förde können daher die Pegelstände steigen. In der Nacht zu Sonnabend sind dort Hochwasser möglich. Aktuell spricht Sebastian Wache von 1,30 Meter über dem mittleren Wasserstand. Bei Pegelständen von über 1,50 Meter über dem mittleren Wasserstand spricht er von einer Sturmflut. Eine solche könnte es möglicherweise im Raum Flensburg geben.
Einschränkungen im Straßenverkehr

Einige Straßen, vor allem in ländlichen Gebieten, sind noch nicht geräumt.
In den Gebieten, in denen bereits jetzt viel Schnee liegt, wird der Neuschnee zusätzliche Gefahren mit sich bringen, erklärt Sebastian Wache. Vor allem in ländlichen Gebieten im Kreis Nordfriesland seien noch immer zahlreiche Straßen nicht vollständig geräumt. Kommt dann noch der Neuschnee am Freitag hinzu, müssen sich Verkehrsteilnehmer auf massive Einschränkungen einstellen.
Meteorologe: Auf dem Land Vorräte zuhause haben
Gerade auf dem Land rät der Meteorologe deshalb dazu, Vorräte für zwei bis drei Tage zuhause zu haben: „Es kann gut sein, dass die Menschen dort erstmal nicht von ihrem Hof kommen.“ Gleichzeitig ruft er dazu auf, Nachbarn und ältere Menschen zu unterstützen und zu entlasten. Eine vergleichbare Situation in Schleswig-Holstein habe es lange nicht mehr gegeben, so Wache weiter.

Meterhohe Schneeverwehungen haben zum Jahreswechsel 1978/79 Landstraßen und Zufahrten begraben. Nur mühsam kamen die Räumfahrzeuge voran, wie etwa zwischen Eckernförde und Kappeln.
Der Meteorologe zieht in seiner Prognose Parallelen zur Schneekatastrophe zum Jahreswechsel 1978/79. Am Freitag könne man mit ähnlichen Wetterkarten wie damals rechnen. Am Sonnabend soll jedoch ein Hoch nach Schleswig-Holstein kommen. So langanhaltend wie während der Katastrophe 1978/79 soll es daher nicht werden. Damals gab es über einen längeren Zeitraum kühle Luftmassen und viel Ostwind. Das soll am Wochenende anders werden, sodass spätestens am Sonnabend das Gröbste vorbei sein wird.

In Schleswig-Holstein sind in den vergangenen Tagen mehrere Zentimeter Schnee runtergekommen. Das freut Kinder und sorgt Auto-und Bahnfahrer.

Winter extrem: Ein plötzlicher Temperaturabfall stürzt den Norden ab dem 28. Dezember 1978 ins Chaos. Im Februar 1979 schneit es erneut.