Mitarbeiter der Stadtreinigung streuen eine Treppe in Hamburg.

AUDIO: Eisglätte in Hamburg: Macht Hamburgs Stadtreinigung genug? (1 Min)

Stand: 06.01.2026 19:14 Uhr

Viele Straßen und Bürgersteige sind momentan glatt in Hamburg, an den Straßenrändern türmt sich der Schnee. Dennoch hat Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) am Dienstag die Hamburger Stadtreinigung gelobt. Die Verkehrsbehörde hebt das Streusalzverbot für zwei Wochen auf.

Hamburgerinnen und Hamburger dürfen bis zum 21. Januar klassisches Tausalz benutzen, um Geh- und Radwege eisfrei zu bekommen. Die Verkehrsbehörde erließ am Dienstag eine entsprechende Allgemeinverfügung. Grund seien die heftigsten Schneefälle seit 15 Jahren und der ständige Wechsel von Tau- und Frostzeiten.

„Team Orange macht einen wirklich guten Job“

Umweltsenatorin Fegebank hatte zuvor die Arbeit der Stadtreinigung gelobt: „Ich finde, die Kolleginnen und Kollegen vom Team Orange machen einen wirklich guten Job.“ Dass der Verkehr auf den Hauptachsen zuverlässig rolle, sei ein Ergebnis harter Arbeit und guter Planung der Stadtreinigung. Es sei unmöglich, solche Mengen an Schnee vollständig zu entfernen. Deshalb konzentriere die Stadt ihre Kräfte auf die wichtigen Hauptverkehrs- und Verbindungsstraßen, auf Bushaltestellen und wichtige Fahrradstrecken.

Wegewarte kontrollieren, ob Wege geräumt sind

Gleichzeitig erinnerte die Senatorin Hauseigentümer und -eigentümerinnen daran, dass sie für das Räumen der Gehwege vor ihren Gebäuden zuständig seien. Derzeit seien in den Bezirken auch Wegewarte unterwegs, die die Räumpflicht kontrollierten. Notfalls könnten auch Bußgelder verhängt werden.

Eine Frau befreit einen Gehweg vor ihrem Wohnhaus vom Schnee.

Bei Schnee und Eis müssen Anlieger tagsüber die Gehwege vor ihrem Grundstück räumen. Die wichtigsten Regeln im Überblick.

Normal sind elf Volleinsätze pro Saison

Auch die neue Chefin der Stadtreinigung, Daniela Enslein, lobte den Winterdienst. In den vergangenen sechs Tagen sei alles an Personal und Maschinen auf die Straße gebracht worden. „Das ist wirklich ganz außergewöhnlich.“ Während einer gesamten Wintersaison von Mitte Oktober bis Mitte April rechne die Stadtreinigung normalerweise mit elf Volleinsätzen.

Zu viel Personal abgebaut? Kritik von CDU und AfD

Kritik kommt von der CDU und der AfD: Die Stadtreinigung habe in den vergangenen Jahren zu viel Personal abgebaut. Derzeit sind nach Angaben der Stadtreinigung rund 730 Beschäftigte im Einsatz. Dass dies im Vergleich zu 2019 rund 170 Beschäftigte weniger sind, begründete ein Sprecher mit dem technologischen Fortschritt.

Hamburgs Krankenhäuser haben gut zu tun

In den vergangenen Tagen hatte es auf Hamburgs Straßen und Fußwegen einige Unfälle gegeben. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zählt man täglich bis zu 20 Verletzte nur aufgrund der Witterung.

Dauereinsatz der Unfallchirurgen

In den sieben Notaufnahmen der Asklepios Kliniken herrschte ein ähnliches Bild: In St. Georg wurden mehr als 20 Frakturen operiert, vor allem an Handgelenken und Ellenbogen, aber auch Oberschenkelhalsbrüche. In Barmbek wurden im Schnitt zwei Glatteisopfer pro Stunde behandelt, in der Spitze sogar bis zu fünf Patientinnen und Patienten. Die Pflegekräfte in den Notaufnahmen, das OP-Personal, die Röntgenspezialisten und die Unfallchirurgen seien seit Tagen im Dauereinsatz, heißt es dort.

Die Asklepios Klinik Altona berichtet, dass der Höhepunkt der Unfälle am Freitag gewesen sei. Mittlerweile habe sich die Lage etwas entspannt. Zum Wochenende hin könnte das Wetter mit viel Neuschnee und Sturm aber weitere Probleme bereiten.

Zwei Kinder mit einem Schlitten laufen über einen mit Schnee bedeckten Gehweg.

Bis Donnerstag bleibt es bei frostigem Wetter mit wenig Niederschlag. Ab Freitag werden kräftige Schneefälle erwartet – und Sturm.

Eine Person mit Turnschuhen testet eine Eisfläche.

Minus-Grade und zugefrorene Gewässer locken Menschen vielerorts aufs Eis. Doch das ist meist viel zu dünn. Es besteht Lebensgefahr.