Nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung im Südwesten Berlins hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es bestehe unter anderem der Verdacht der Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der
Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe, teilte die
oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde mit. 

Ein Brandanschlag an einer Kabelbrücke im
Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte am Samstag einen weitreichenden Stromausfall in der Hauptstadt ausgelöst. Die linksextremistische Vulkangruppe bekannte sich zu dem Anschlag. Das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz
stuften das Bekennerschreiben als glaubwürdig ein. Bisher ermittelte in dem Fall die Berliner Generalstaatsanwaltschaft.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner
(CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatten am Montag mit Blick
auf den Anschlag von „Linksterrorismus“ gesprochen. „Wir wollen sie
kriegen und wollen eine entsprechende Bestrafung, weil sie das Leben von
Menschen bewusst gefährdet haben“, sagte Wegner am Dienstag. 

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnte vor einem Erstarken des „Linksterrorismus“ in Deutschland.

Stromversorgung soll bis Donnerstag wieder hergestellt sein

Die Vulkangruppen sollen dem Bundesamt für Verfassungsschutz zufolge seit 2011 vor
allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf wichtige
Punkte der öffentlichen Infrastruktur begangen haben. Der Berliner Verfassungsschutz ordnet
sie dem gewaltorientierten, anarchistischen Spektrum der
linksextremistischen Szene zu.

Nach dem Anschlag am Samstagmorgen waren 45.000 Haushalte und 2.200
Unternehmen ohne Strom. Vier Tage später warteten noch 25.500
Haushalte und 1.200 Unternehmen darauf
, dass die Stromversorgung wiederhergestellt wird.

© Lea Dohle

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Bis Donnerstagnachmittag will der Betreiber Stromnetz Berlin die
komplette Stromversorgung wiederherstellen. Die Bundeswehr half unterdessen bei der Logistik und der Betankung von
Notstromaggregaten und gab warmes Essen aus. Mehrere Schwimmbäder
öffneten im 24-Stunden-Betrieb, damit Menschen duschen und sich
aufwärmen können. Wer in ein auf einer Liste erfasstes Hotel ausweichen
musste, soll nach Behördenangaben im Nachgang die Kosten erstattet
bekommen.

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