Kurzfassung des Artikels:

  • Harald Reinkind vom THW Kiel muss wegen eines Bindegewebsrisses im Fuß auf die EM im eigenen Land verzichten.
  • Der norwegische Nationalspieler hatte die Verletzung bereits Anfang Dezember erlitten, spielte aber trotz Schmerzen für den Verein weiter.
  • Die genaue Ausfalldauer des 33-Jährigen für den THW Kiel wird nach weiteren Untersuchungen in Kiel ermittelt.

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Viktor Szilagyi war nicht sonderlich überrascht. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass Harald schnell wieder nach Kiel zurückkehrt.“ Harald – das ist Harald Reinkind. Rückraumspieler beim THW Kiel und in der norwegischen Nationalmannschaft.

Mit den „Handballgutta“ („Handballjungs“) hatte sich der 33-Jährige seit dem 2. Januar auf die bevorstehende Europameisterschaft vom 15. Januar bis 1. Februar im eigenen Land vorbereitet – Norwegen ist neben Dänemark und Schweden Co-Gastgeber der kontinentalen Titelkämpfe.

Doch am Montag, 5. Januar, musste Reinkind aus dem Trainingscamp vorzeitig abreisen: Medizinische Untersuchungen des norwegischen Verbandes hatten bei dem Routinier einen Riss im Bindegewebe unter seinem Fuß ergeben.

Die Saison des THW Kiel im Liveblog

Am Dienstag traf Reinkind in Kiel ein, wo weitere Untersuchungen von THW-Teamarzt Dr. Philip Lübke erfolgen sollen, um das Ausmaß der Schädigung des Gewebes abzuklären.

Trotz Schmerzen gegen Magdeburg bester Kieler Torschütze

„Harald hat sich die Verletzung bereits Anfang Dezember zugezogen“, berichtet Szilagyi, Geschäftsführer des THW Kiel. Doch obwohl er Schmerzen verspürte, stellte sich Reinkind in den Dienst der Mannschaft, biss auf die Zähne und verzichtete auf eine eigentlich notwendige Pause.

Innerhalb von 14 Tagen hatten die Kieler fünf Partien in der Bundesliga und im DHB-Pokal zu bestreiten. „Da war einfach keine Zeit, um das auszukurieren“, sagt Szilagyi.

Beim 26:26-Unentschieden gegen Tabellenführer SC Magdeburg am 23. Dezember war Reinkind trotz des Handicaps mit sieben Toren bester Werfer der „Zebras“. Erst nach dem letzten Spiel des Jahres am 26. Dezember (der THW gewann 28:25 gegen den HC Erlangen) bekam Reinkind die Gelegenheit, sich zu erholen und seinen Fuß zu schonen.

Reinkind hatte WM 2025 im eigenen Land verpasst

Doch die Zeit reichte nicht, um völlig zu gesunden. Trotz bestehender Schmerzen reiste der Rückraumspieler ins Trainingslager der norwegischen Nationalmannschaft. Ein Veto des Vereins war nicht möglich.

„Wir müssen den Spieler abstellen“, erklärt Szilagyi. „Jeder schaut auf sich. Harald wollte da unbedingt hin, weil er ja schon die Heim-WM im vergangenen Jahr verpasst hatte. Aber natürlich war es nicht in unserem Sinne. Wir hätten es lieber gesehen, wenn er nicht gefahren wäre, auch weil wir da bei Olympia schon mal schlechte Erfahrungen gemacht haben.“

Reinkind muss nach Olympia 2024 in Paris operiert werden

Zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris war Reinkind ebenfalls gesundheitlich angeschlagen gereist, nach dem Turnier hatte er sich einer Fersenoperation unterziehen und anschließend mehr als ein halbes Jahr pausieren müssen.

„Jeder schaut natürlich auf sich. Harald wollte da unbedingt hin, weil er ja schon die Heim-WM im vergangenen Jahr verpasst hatte. Aber natürlich war es nicht in unserem Sinne. Wir hätten es lieber gesehen, wenn er nicht gefahren wäre, auch weil wir da bei Olympia schon mal schlechte Erfahrungen gemacht haben.“

Viktor Szilagyi

Geschäftsführer des THW Kiel

Wie lange er dem THW dieses Mal fehlen wird, werden die kommenden Tage zeigen. „Wir hoffen natürlich alle, dass es nichts Gravierendes ist“, sagt Szilagyi.

THW verpflichtet Abdelhak als Madsen-Ersatz

Ein längerfristiger Ausfall würde den deutschen Rekordmeister hart treffen. Denn nach dem vorzeitigen Saisonaus von Emil Madsen (Knorpelschaden im Knie) ist Reinkind die Nummer eins im rechten Rückraum. Als Madsen-Ersatz hatten die „Zebras“ Mitte Dezember kurzfristig Mohab Abdelhak von USAM Nimes verpflichtet, um den Norweger zu entlasten.

In der Bundesliga geht es für den THW am 11. Februar mit dem Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen weiter.