
Einst waren sie enge Partner, nun stehen beide schlecht da: Maduro (l.) und Putin.Bild: imago images / sna
Russland
Die Entführung von Venezuelas Machthaber Maduro durch die USA war nicht rechtens, doch zumindest extrem gut vorbereitet. Selbst Kreml-Anhänger sind deshalb neidisch.
06.01.2026, 18:1206.01.2026, 18:12

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Es sind zwei auf den ersten Blick komplett voneinander unabhängige Ereignisse: Einerseits wäre da die russische Invasion der Ukraine im Februar 2022, mit dem Ziel, Kiew innerhalb weniger Tage zu erreichen und einzunehmen – das alles unter dem narrativen Deckmantel einer vom Kreml ausgerufenen „Spezialoperation“.
Zum anderen, nahezu vier Jahre später, die etwas andere Spezialoperation, bei der US-Truppen Samstagnacht den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro gefangen nahmen und in die USA brachten. Dennoch werden beide rechtlich und moralisch verwerflichen Aktionen nun miteinander verglichen – ausgerechnet von Anhänger:innen des Kreml.
„Schnell, spektakulär und effektiv“ sei das US-Militär vorgegangen, hieß es nach der Aktion etwa sehnsüchtig.
Maduro-Aktion: Kreml-Anhänger wollen US-Generäle für Russland
Aus dem russischen Plan wurde nämlich nichts, die Kreml-Truppen trafen bei ihrem Einmarsch auf zähen Widerstand der sich verteidigenden Ukraine und der Krieg zwischen beiden Nationen läuft noch immer.
Die Maduro-Entführung hingegen war präzise vorbereitet und durchgeführt, die Aktion dauerte wenige Stunden. Viele Kreml-Blogger sehnen sich nun danach, die Verantwortlichen für das russische Militär einzustellen.
So schrieb ein Telegram-Kanal einer paramilitärischen russischen Truppe laut dem Portal „Meduza„: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir amerikanische Generäle und Planer einstellen, um Russland zu dienen?“
„Die Operation wurde kompetent durchgeführt“, schrieb laut dem „Guardian“ auch der kremlfreundliche Telegram-Kanal Dva Mayora, der demnach enge Verbindungen zum russischen Militär unterhält. Er fuhr fort:
„Höchstwahrscheinlich sollte unsere ‚militärische Sonderoperation‘ genau so ablaufen: schnell, spektakulär und effektiv. Es ist nicht anzunehmen, dass Gerassimow einen vierjährigen Krieg geplant hatte.“
Waleri Gerassimow ist der Generalstabschef Russlands.
Russland-Experte: Lage „äußerst unangenehm“ für Kreml
Olga Uskova, eine kremlfreundliche Technologieunternehmerin, sagte laut dem „Guardian“, sie empfinde angesichts der Selbstverständlichkeit der US-Intervention „Scham“ für Russland.
Mit Fjodor Lukjanow erklärte demnach sogar ein Kreml-Berater, dass die Situation für Russland „äußerst unangenehm“ sei. Das liege auch daran, dass Venezuela ein enger Partner und „ideologischer Verbündeter“ des Kreml ist und Maduro und Putin langjährige Partner gewesen seien.
Andererseits wies er darauf hin, dass der Kreml keine allzu große Kritik äußere, um es sich nicht mit dem Trump-Regime zu verscherzen. Schließlich sei Trump ein wichtiger Partner für Putin, da er immer wieder gegen die Ukraine eintrete und sich für einen Diktatfrieden einsetze.