Wegen der Kämpfe im Jemen sitzen Hunderte Touristinnen und Touristen auf der Insel Sokotra fest. Die Flüge wurden wegen der
militärischen Auseinandersetzungen im Süden des Landes eingestellt.

Touristenführer
auf der im Arabischen Meer liegenden Insel sagten der Nachrichtenagentur dpa, dass alle Hotels ausgebucht seien. Anwohner berichteten,
einige der Besucher hätten Privathäuser mieten müssen. Anderen sei das Geld
ausgegangen, da sie ihre Reise nur für wenige Tage geplant hätten. Weitere seien bei ihren
Touristenführern untergekommen. 

Mehr als 400 Touristen sollen ab Mittwoch ausreisen
können. Sie würden zunächst in
die jemenitische Hafenstadt Aden fliegen und dann nach Dschidda in Saudi-Arabien, meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Flughafenvertreter. Unter den Touristen sind demnach mindestens 60 Russen. Auch Franzosen,
Briten und US-Bürger seien betroffen, sagte ein westlicher Diplomat der AFP.

Die meisten Geschäfte und Hotels auf Sokotra akzeptieren nur Bargeld. Die Infrastruktur für Geldtransfers ist sehr begrenzt
und funktioniert, wenn überhaupt, nur sehr langsam.

Kämpfe auf dem Festland, Sokotra nicht betroffen

Der Jemen ist
seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch gespalten: Der Norden des Landes
wird von der vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Miliz
kontrolliert, über den Süden des Landes herrscht ein fragmentiertes
Regierungsbündnis. 

Im Dezember hatte die von den Vereinigten Arabischen
Emiraten unterstützte STC-Miliz große Teile des Südens erobert. Die Miliz
vertrieb von Saudi-Arabien unterstützte Regierungsgruppen und ihre
Verbündeten, was zu Kämpfen und saudi-arabischen Luftangriffen führte. Die Offensive führte zu einem Bruch zwischen den einstigen Verbündeten Saudi-Arabien und den Emiraten. Die Insel Sokotra blieb von dem Konflikt auf
dem Festland bislang weitgehend unberührt.