06.01.2026

Isabel Baumbach

Der Monat Januar 2026 hat es in sich, acht Spiele im “Englisch-Wochen-Rhythmus” – Samstag/Sonntag – Mittwoch. Ein Kraftakt, nur drei Heim-, fünf Auswärtsspiele in der Alsco HBF und in der EHF European League. Am Mittwoch, den 7. Januar, um 19:00 Uhr trifft der Thüringer HC auswärts auf den Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt, der nach einem fulminanten Sieg über den Buxtehuder SV nun das Schlusslicht der Tabelle an die Norddeutschen abgegeben hat.

Rückblick: Am Samstag gab es einen großartigen Auswärtssieg, kämpferisch und verdient erspielt, beim Meisterschaftsanwärter HSG Bensheim/Auerbach. Alles richtig gemacht, zwei wichtige Auswärtspunkte erobert, Rang vier in der Tabelle gefestigt, den Abstand nach vorn verkürzt, nach hinten weiterhin drei Punkte Vorsprung gesichert. Beide Mannschaften waren verletzungsbedingt dezimiert, dennoch Bensheim hat mit den Vizeweltmeisterinnen Mareike Thomaier und Nina Engel, mit Lena Degenhardt, Amelie Berger und Marie-Lucie Kretschmar und Vanessa Fehr im Tor Top-Qualität im Kader. Doch offenbar hatte der THC den richtigen Matchplan, aus einer sicheren Deckung wurde mit Tempo angegriffen und trotz zahlreicher Paraden von Vanessa Fehr die Spielregie übernommen. Auch die eigenen Fehler und verpassten Chancen wurden gemeinsam ausgebügelt. Der THC wirkte sehr harmonisch, funktionierte als Team, Herbert Müller will das “THC-Gen” gesehen haben.  Nach einem knappen Halbzeitrückstand kam das Team schwungvoll zurück und ging mit einem 4:1-Lauf in den ersten 5 Minuten von Halbzeit zwei in Führung. Mit einer Angriffsreihe mit vier Rückraumspielerinnen wurde Bensheim vor Probleme gestellt. Selbst als den Flames zwei Minuten vor dem Ende der Ausgleich gelang, hatte der THC in der Crunch-Time die besseren Argumente. Ein verdienter Sieg. Jetzt will die Mannschaft im neuen Jahr weiter die “weiße Weste” wahren und in Halle nachlegen.

Zum Spiel: Dass der Aufsteiger SV Union bis zum letzten Spieltag siegloses Schlusslicht war, sagt nicht viel über die Spielstärke, unterstreicht eher die verpassten Möglichkeiten. Beim 25:32 im Hinspiel in der Salza-Halle zeigten die Wildcats sogar ein starkes Spiel, hielten lange mit. Zwar muss der THC eine Favoritenrolle annehmen, aber ein Selbstläufer wird das Spiel auswärts nicht. Deshalb fordert Herbert Müller eine konzentrierte Leistung, ist doch das Spiel zugleich ein letzter Test, sozusagen die “Generalprobe” vor dem Auftakt in der Gruppenphase in der EHF European League, nur vier Tage später bei Motherson Mosonmagyarovar. Doch – solange der THC gewinnt, nehmen sich die Kontrahenten gegenseitig Punkte ab. Eine Mannschaft mit neun Neulingen wie bei den Wildcats funktioniert nicht von Null auf Gleich, zumal bei einem Aufsteiger. Nach der Hinrunde ist aber die Zeit des Experimentierens vorbei – der Sieg gegen den ebenfalls noch sieglosen Buxtehuder SV war deutlich und überzeugend. Halle ist auf dem richtigen Weg und will auch gegen den THC punkten. In dieser Saison gibt es in der Liga keine leichten Gegner. Schon gar nicht darf man eine Mannschaft auf die leichte Schulter nehmen. Deshalb tut der THC gut daran, das Spiel so anzugehen, als ginge es um alles oder nichts, da spielt der THC am Besten. Das Spiel in Bensheim macht Mut und die Hoffnung auf die Rückkehr der verletzten Drei wächst. Die Harmonie und die Geschlossenheit waren wichtige Trümpfe, die auch in Halle funktionieren sollten.

Zum Kader: Johanna Reichert hat zuletzt schon ein wenig mit der Mannschaft trainiert, sie wird in Halle wohl im Kader sein und ein paar Minuten Einsatzzeit bekommen. Ansonsten spielt das gleiche Team wie in Bensheim, wo Natsuki Aizawa, Rikke Hofbeck-Petersen, Luca Farage am Kreis und Neuzugang Kelly de Abreu Rosa noch Glanzpunkte setzten.

Bericht: HaJo Steinbach

Bild: Heike Leißring