Abholer-Betrug, Welle
06.01.2026 – 21:01:12
Kriminelle erbeuten mit gefälschten Bankanrufen und persönlichen Kurieren hohe Summen. Polizei warnt vor der perfiden Masche, die bundesweit zuschlägt und technische Tricks nutzt.
Eine neue, aggressive Betrugswelle bringt Bankkunden in ganz Deutschland in Gefahr. Innerhalb weniger Tage haben Kriminelle mit ausgeklügelten Anrufen und persönlichen Kurieren hohe fünfstellige Summen erbeutet.
Seit Anfang Januar 2026 verzeichnet die Polizei einen deutlichen Anstieg von Fällen des sogenannten Abholer-Betrugs. Dabei geben sich Täter am Telefon als Bankmitarbeiter oder Polizeibeamte aus und überreden ihre Opfer, EC-Karten und Geheimnummern an angebliche Kuriere zu übergeben. Besonders betroffen sind derzeit Regionen in Bayern, Nordrhein-Westphalen, Rheinland-Pfalz und Hessen.
So funktioniert die perfide Masche
Die Vorgehensweise der Betrüger ist standardisiert und psychologisch geschickt aufgebaut. Das Opfer erhält einen Anruf von einem angeblichen Bank-Sicherheitsbeauftragten. Dieser behauptet, unautorisierte Abbuchungen oder verdächtige Aktivitäten auf dem Konto entdeckt zu haben. Um das Geld zu „sichern“, müsse die Karte sofort gesperrt und physisch ausgetauscht werden.
Anzeige
Passend zum Thema – diese Betrugswellen starten oft mit vorbereitenden Phishing‑Mails oder gefälschten Anrufen, die Vertrauen aufbauen. Ein kostenloses Anti‑Phishing‑Paket erklärt in einer klaren 4‑Schritte‑Anleitung, wie Sie gefälschte Rufnummern (Call‑ID‑Spoofing), manipulierte DTMF‑Signale und psychologische Tricks wie CEO‑Fraud erkennen und abwehren. Mit praktischer Checkliste für Sofortmaßnahmen, beispielhaften Rückruf‑Checks und Tipps für ältere Angehörige. Anti‑Phishing‑Paket jetzt kostenlos herunterladen
Technische Täuschung: Gefälschte Rufnummern senken die Hemmschwelle
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Masche ist der Einsatz von Call-ID-Spoofing. Auf dem Display der Opfer erscheint die legitime Rufnummer ihrer Bankfiliale oder sogar die Notrufnummer 110. Diese technische Manipulation baut Vertrauen auf und überwindet die erste Skepsis.
Während des Telefonats wird die PIN oft über die Telefontastatur eingegeben, angeblich um sie nicht laut aussprechen zu müssen. Die Betrüger entschlüsseln die dabei entstehenden DTMF-Töne und haben so Geheimnummer und physische Karte in der Hand. Damit können sie an Geldautomaten ungehindert auf die Konten zugreifen – alle digitalen Sicherheitssysteme des Online-Bankings werden umgangen.
Regionale Schwerpunkte und aktuelle Fälle
Die Betrugswelle ist bundesweit koordiniert. In Kempten meldete die Polizei am Dienstag einen konkreten Schaden im fünfstelligen Bereich. In Herne wurden am 2. Januar gleich drei Senioren im Stadtteil Wanne nacheinander getäuscht. Auch in Meisenheim (4. Januar) und Trebur (6. Januar) kam es zu erfolgreichen Abholungen.
Die Polizei geht von gut organisierten Tätergruppen aus. Die schnelle Ankunft der Kuriere deutet darauf hin, dass Logistikteams bereits in den Wohngebieten positioniert sind, bevor die Opfer überhaupt angerufen werden.
Banken und Polizei reagieren mit klaren Warnungen
Sparkassen und Verbraucherschützer haben bereits auf den aktuellen Anstieg reagiert. Die Kernbotschaft der Behörden vom 6. Januar ist eindeutig:
- Keine Abholung: Seriöse Banken schicken niemals Kuriere zur Kartenabholung nach Hause.
- PIN-Geheimnis: Die Geheimnummer wird von Bankmitarbeitern weder telefonisch noch persönlich abgefragt.
- Rückruf: Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen und die Bank über die bekannte offizielle Hotline zurückrufen.
- Sofort sperren: Bei bereits übergebener Karte umgehend die Sperr-Notrufnummer 116 116 wählen.
Warum die Masche gerade jetzt zuschlägt
Experten sehen im Timing der Betrugswelle System. Die Täter nutzen die Zeit nach den Feiertagen, in der viele Verbraucher erhöhten Transaktionen und Paketzustellungen gewohnt sind. Der Anblick eines „Kuriers“ wirkt dann weniger verdächtig.
Gleichzeitig dient eine parallele Welle von Phishing-E-Mails – wie aktuell gefälschte Schreiben des „Bundeszentralamts für Steuern“ – offenbar der Datensammlung für die späteren Telefonanrufe. Die Kombination aus digitaler Vorbereitung und physischer Ausführung macht diese hybriden Angriffe so gefährlich.
Die menschliche Schwachstelle im digitalen Banking
Die aktuelle Betrugswelle zeigt eine grundlegende Lücke im Sicherungssystem auf: den Faktor Mensch. Trotz Zwei-Faktor-Authentifizierung und Banking-Apps bleibt der Besitz von Karte und PIN der „Goldene Schlüssel“ für Kriminelle.
Langfristig könnte die Umstellung auf kartengeldloses Abheben oder biometrische Authentifizierung an Geldautomaten Abhilfe schaffen. Bis dahin bleibt die wichtigste Verteidigung die Aufklärung. Polizeibehörden in ganz Deutschland kündigten an, ihre Informationskampagnen vor allem für ältere Menschen in den kommenden Wochen zu intensivieren. Die Ereignisse der letzten Tage machen deutlich: Echte Sicherheit endet nicht am Bildschirm, sondern beginnt an der Haustür.
Anzeige
PS: Wer verhindern möchte, dass Täter per Call‑ID‑Spoofing und fingierten Kuriere an Karten oder PIN gelangen, sollte die wichtigsten Abwehrregeln parat haben. Das kostenlose Anti‑Phishing‑Paket zeigt praxisnah, wie Sie verdächtige Anrufe prüfen, welche Rückruf‑Checks wirklich schützen und welche Sofortmaßnahmen Sie ergreifen, wenn Daten bereits kompromittiert sind. Ideal für Familien, Pflegepersonen und kleine Unternehmen, die schnell reagieren wollen. Anti‑Phishing‑Paket kostenlos anfordern