Natürlich erschienen 1996 deutlich mehr als bloß drei prägende Metal-Alben. METAL HAMMER hat einige der bedeutendsten Werke des Jahres zusammengetragen und sie im Licht der jeweiligen Entstehungsumstände und Bandgeschichten beleuchtet. Eine Auswahl von Alben, die bis heute gespaltene Meinungen hervorrufen.
Metallica – LOAD

Nach …AND JUSTICE FOR ALL (1988) und METALLICA (1991, „Das Schwarze Album“) wagen Metallica mit LOAD den nächsten Stilbruch. James Hetfield und Lars Ulrich schneiden sich die Haare ab, Bandfotos zeigen die Musiker mit leichtem Make-up. Die Genre-Ikonen entfernen sich damit von ihren Wurzeln, nähern sich dem Zeitgeist an und orientieren sich vermehrt in Richtung Hard Rock, Alternative Rock und Grunge – für alteingesessene Fans ein Affront. Viele wünschen sich die Zeit der langen Matten und der noch längeren Songs sehnlichst zurück. Am Erfolg von Metallica ändert dieser Umstand allerdings nichts. Zwar bleibt LOAD hinter dem kommerziellen Erfolg des „Schwarze Albums“ zurück, erklimmt aber trotzdem in zahlreichen Ländern die Spitzenposition der Charts.
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Sepultura – ROOTS

Rückblickend betrachtet gilt ROOTS als eines der wichtigsten Alben in der Diskografie von Sepultura. Nicht nur markiert es das letzte Werk mit Max Cavalera als Gitarrist und Sänger, der noch im Erscheinungsjahr die Band im Streit verließ, sondern führt auch die heute charakteristischen Tribal-Sounds (beispielsweise in ‘Roots Bloody Roots’) ein. Zudem lassen die Brasilianer vermehrt politische Haltung anklingen. ‘Attitute’ pöbelt fleißig gegen das Establishment, ‘Born Stubborn’ stellt sich gegen strukturelle Ungleichheiten und für ‘Ratamahatta’ greifen Sepultura identitätsbewusst auf indigene Sprache (Xavante) zurück. Für die Band endet indes eine Ära. Auf AGAINST (1998) tritt erstmals Derrick Green als Frontmann auf.
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Pantera – THE GREAT SOUTHERN TRENDKILL

Trotz ihres Erfolgs beugen sich Pantera auch mit THE GREAT SOUTHERN TRENDKILL keinen Konventionen. Hatten die Texaner noch mit FAR BEYOND DRIVEN (1994) nicht nur ihr bis dato härtestes Album abgeliefert, sondern nebenbei auch ohne jegliche Radiounterstützung den Billboard-Charts-Thron erklommen, entpuppt sich THE GREAT SOUTHERN TRENDKILL in Teilen als noch brachialer. Damit hat die Band ihr Versprechen wahr gemacht: Statt sich zugänglicher zu geben, entwickelt sich das Album zu dem bis heute am wenigsten beachteten Werk ihrer Thrash-Metal-Phase, das durch ‘Drag The Waters’, ‘Suicide Note Pt. I’, ‘Suicide Note Pt. II’ und ‘Floods’ dennoch mit Klassikern ihres Schaffens gespickt ist.
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