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Nach Insolvenz beginnt für eine deutsche Brauerei die Investorensuche. © Ralph Peters/Imago
Eine deutsche Brauerei muss Insolvenz anmelden. Nun läuft die Suche nach Investoren. Es handelt sich um die Zukunft von 300 Mitarbeitern.
Mannheim – Die deutsche Bierbranche vermeldet immer mehr Insolvenzen – für eine Brauerei geht nach einem Insolvenzverfahren die Suche nach einem Investor los, um die Zukunft des Betriebs zu sichern. Von der finanziellen Schieflage des Unternehmens sind 300 Beschäftigte betroffen.
Deutsche Brauerei hofft nach Insolvenz auf Übernahme durch Investor – offenbar gibt es erste Kontakte
Das Amtsgericht Mannheim hat das Insolvenzverfahren für die Eichbaum-Brauerei laut dem SWR jüngst offiziell eingeleitet. Gläubiger können noch bis 11. Februar 2026 ihre Forderungen anmelden.
Die Geschäftsführer der Brauerei Eichbaum zeigen sich bislang optimistisch in Bezug auf die Fortführung des Betriebs. Potenziale für eine Übernahme seien vorhanden, teilten die beiden Geschäftsführer Uwe Aichele und Frank Reifel im Dezember 2025 mit. „Unser Ziel ist, den Fortbestand unserer traditionsreichen Brauerei in Mannheim zu sichern, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.“ Reifel zufolge gibt es zudem erste vielversprechende Kontakte.
Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Eichbaum seine Marke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft hat. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt. Der Erlös daraus habe wohl die finanzielle Lage bei der Brauerei nicht stabilisieren können, vermutete ein Sprecher des Betriebrates.
Deutsche Brauerei ist insolvent – Sachverwalter will Produktion stabilisieren
Die Brauerei Eichbaum hatte Ende Oktober 2025 den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Im Export war der Umsatz zurückgegangen, im Inland sank die Nachfrage. Das führte zu einem erheblichen Liquiditätsengpass. Das Unternehmen liefert eigenen Angaben zufolge weltweit in mehr als 60 Länder. Es soll von einer reinen Brauerei zu einem breiter aufgestellten Getränkehersteller umgebaut werden.
Eigenverwaltung bedeutet, dass das Unternehmen während des Verfahrens die Verfügungsgewalt behält und damit entscheidungs- und handlungsfähig bleibt. Dem Unternehmen ist ein Sachwalter zur Seite gestellt, der die Geschäftsführung überwacht. Weil der Bierkonsum in Deutschland seit Jahren zurückgeht, laufen die Geschäfte bei vielen Brauereien nicht gut.
Rechtsanwalt und vorläufiger Sachwalter Thomas Oberle sagte, die Pläne des Unternehmens für eine Sanierung im eigenverwalteten Insolvenzverfahren seien plausibel und nachvollziehbar. Mit dem seit einiger Zeit angestoßenen Sanierungsprozess sei man auf dem richtigen Weg gewesen. Dem Unternehmen habe dann aber die Liquidität – also die notwendigen finanziellen Mittel – gefehlt. Eichbaum sei vor allem durch Umsatzeinbrüche im Russland-Geschäft in Bedrängnis gekommen. Man müsse nun die Produktion stabilisieren und sich intensiv um Kunden und Lieferanten kümmern, damit diese nicht wegbrächen. (Quellen: dpa) (bohy)