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„Start“ hat Probleme bei der Fahrt von Hannover in die Heide. Viele Fahrgäste reagieren verärgert. © Klaus Müller
Überfüllte Züge und fehlende Informationen: Bahnbetreiber „Start“ sorgt für Frust bei Pendlern.
Ein 14-Jähriger aus Mellendorf hat schon so einiges erlebt mit der Bahn, seitdem er mit dem Bahnunternehmen „Start“ regelmäßig in die Landeshauptstadt Hannover fährt. „Der ist immer unpünktlich“, schimpft er, als er den Zug nach Buchholz in Hannover, Gleis 2, um kurz vor 20 Uhr erwischt. Dieser Zug ist zwar nicht zu spät, aber völlig überfüllt. Der Grund: Viele Menschen stehen bereits seit über einer Stunde auf dem Bahnsteig und haben vergebens auf die Fahrt, die eigentlich eine Stunde zuvor hätte beginnen sollen, gewartet. Eine Ansage, dass der Zug ausfällt, gab es nicht, dafür aber die Ankündigung auf der Informationstafel, dass der Zug zeitnah abfährt. Doch die Bahn sehen die Fahrgäste nicht. Frust macht sich breit, auch bei Renate Müller aus Walsrode.
Erst wenige Augenblicke vor der Abfahrt um 19.55 Uhr gibt es die Information, von welchem Gleis es losgeht. In dem relativ kurzen Zug herrscht wegen der vielen Passagiere drangvolle Enge, Begleitpersonal ist nicht zu sehen.
Als Renate Müller an diesem Abend in Walsrode ankommt, ist sie völlig erschöpft und hat die Gewissheit, dass sich nichts Wesentliches gegenüber dem Vorgänger Erixx geändert hat. Noch immer sind die Ausstiege an den Bahnhöfen sehr hoch, noch immer gilt hier absolute Vorsicht für die Fahrgäste. Gerade für Ältere und Kinder immer wieder ein Problem. Dazu kommen die von vielen Menschen beklagten Verspätungen.
Ein Pressesprecher von „Start“ Niedersachsen-Mitte sagt, dass auf dem Weg in die Heide am Sonntagabend kein Zug ausgefallen sei. Das Unternehmen hat auf eine entsprechende Anfrage reagiert. „Wir sind gefahren“, heißt es in der Stellungnahme des Bahnunternehmens. Der für 18.51 Uhr geplante Zug sei mit 30-sekündiger Verspätung losgefahren. Warum so viele Bahnreisende vergeblich auf den Zug gewartet hätten, sei nicht zu erklären. Das gilt auch für die Frage, warum das Unternehmen eine Stunde später deutlich zu wenig Wagen für die vielen Fahrgäste zur Verfügung gestellt hat. Alle Hinweise seien aufgenommen worden, versichert der „Start“-Sprecher. Nun müssen sie noch umgesetzt werden.