
Die Eisbären holen beim 3:2 in München ihren ersten Saisonerfolg gegen den EHC. Kirk bricht dabei seinen EHC-Fluch, Bergmann trifft spektakulär. Am Ende wird es aber noch mal spannend.
- 3:2-Sieg: Die Eisbären feiern im dritten Versuch ihren ersten Saisonsieg gegen München
- Der Eishockey-Meister bleibt Siebter, hält aber Anschluss an Platz sechs und die direkte Playoff-Qualifikation
- Liam Kirk trifft erstmals gegen den EHC – und damit gegen alle DEL-Teams mindestens ein Mal
- In den letzten sieben Spielen netzte der Brite je mindestens einmal
Die Eisbären Berlin haben sich endgültig aus der Krise befreit. Nach dem erleichternden Sieg gegen die Augsburger Panther zwei Tage zuvor gewann der Eishockey-Meister am Dienstag auch beim Topteam EHC München, der Endstand lautet 3:2 (0:1, 2:0, 1:1).
Mit der Partie im Münchner SAP Garden starteten die Eisbären in eine fünf Spiele umfassende Auswärtstour, die am Donnerstag (19:30 Uhr) in Iserlohn gegen die Roosters fortgesetzt wird.
Glänzender Stettmer verhindert Schlimmeres
Für die Eisbären begann die Partie zäh – wie schon in den beiden vorherigen Duellen mit München (2:3, 1:3). Denn der EHC stand hinten stabil, Berlin fand kaum Lücken. Stattdessen kamen die Gastgeber nach fünf Minuten zweimal gefährlich zum Abschluss und verfehlten das Tor nur knapp.
Wenig später, im ersten Münchner Powerplay, feuerte Kapitän Patrick Hager aus zentraler Position ab, doch Jonas Stettmer hielt stark.
Dann zeigte Kris DeSousa, wie schön Eishockey sein kann, zu Ungunsten der Berliner: Mit dem Rücken zum Tor kickte er den Puck hinter der Grundlinie durch die eigenen Beine vors Tor, wo Jeremy McKenna zum 1:0 für den EHC abschloss (17.). Und Stettmer bewahrte die Eisbären vor dem nächsten Gegentreffer: Nach einem Münchner Abschluss glänze der Goalie mit Spagat-Künsten und klärte so gerade noch mit dem linken Fuß.
Berlin dreht auf und dreht Spiel
Nach dem Seitenwechsel übernahmen plötzlich die Gäste das Kommando. Die größte Chance vergab Liam Kirk, als er frei durch war, aber an Keeper Simon Wolf scheiterte, sein Fluch hielt an: Gegen jedes DEL-Team hatte er getroffen, nur nicht gegen München.
Doch dann kombinierten sich die Eisbären blitzschnell über das Eis, Freddie Tiffels bediente Kirk am langen Pfosten – und diesmal brach der Brite Kirk den Bann und netzte zum Ausgleich (31.). Kurz darauf wurde es kurios: Aus dem Vollspeed heraus hämmerte Lean Bergmann den Puck über das Tor, der Abpraller kam prompt zu ihm zurück, und aus spitzem Winkel traf Bergmann doch noch zum 2:1 (38.).
Eisbären erhöhen im Schlussdrittel – und zittern
Nach zwei Dritteln mit völlig unterschiedlichen Kräfteverhältnissen entwickelte sich der Schlussabschnitt zum intensiven, zweikampflastigen Kräftemessen auf Augenhöhe, ohne ganz große Chancen. Für Berliner Erleichterung sorgte schließlich Ex-Münchner Lester Lancaster, der nach einem Bully vor dem EHC-Tor trocken zum 3:1 abschloss (50.).
Drei Minuten vor Schluss wurde Tiffels‘ Tor zum vermeintlichen 4:1 aberkannt, weil Marcel Noebels vorher beim Zuspiel mit der Hand am Werk war. Stattdessen sorgte EHC-Spieler Brady Ferguson 40 Sekunden vor Schluss mit seinem Tor zum 2:3 aus Münchner Sicht noch mal für Hochspannung – doch die Berliner retteten den Auswärtssieg über die Zeit.
Sendung: rbb24 Inforadio, 06.01.2025, 19:15 Uhr