Erst viel Regen, dann kam auch noch eisiger Wind dazu. Zweitligist Münster bibberte am vierten Tag im Trainingslager von Murcia in Spanien bei gefühlten 5 Grad minus. Einer allerdings hatte damit überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil. Dänen-Wikinger Mikkel Kirkeskov (34) grinste übers vor Kälte gerötete Gesicht: „Mir gefällt‘s. Es ist ja fast wie in meiner Heimat.“ Weniger zufrieden zeigt sich der Linksverteidiger dagegen mit seiner persönlichen Hinrunde…
Preußen-Routinier Kirkeskov: „Ich will immer der Beste sein – nicht der Alte!“
Fakt ist: Mit elf Einsätzen, davon nur sechs in der Startelf und einer über die vollen 90 Minuten, blieb er hinter den eigenen Erwartungen – und Luca Bolay (23) – zurück. Chefcoach Alexander Ende (46) setzte mehr auf seinen jüngeren Team-Kollegen (14 Spiele/9x Startelf), der im Vorjahr unter Ex-Trainer Sascha Hildmann (54) noch ohne eine einzige Liga-Minute geblieben war.

Mittagspause! Mikkel Kirkeskov auf der Terrasse des Trainingsquartier „La Torre Doubletree by Hilton“ im spanischen Murcia
Foto: Privat
Für Kirkeskov natürlich frustrierend und enttäuschend. Aber er nimmt die Situation an: „Es lief nicht wie erhofft, so ist das manchmal. Ich bin stets bereit, reinzukommen. Doch es können eben nur elf auflaufen.“ Zugleich motiviert ihn die Rolle des Herausforderers für die Rückserie umso mehr. Kämpferisch kündigt er an: „Sie ist nur ein zusätzlicher Ansporn. Ich will mich noch immer täglich weiterentwickeln. In jeder Einheit besser werden und nicht der Alte sein!“
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So fühlt er sich ohnehin nicht. Auch wenn der erfahrene Abwehrmann aus dem hohen Norden aktuell die meisten Lebensjahre aller „Adlerträger“ auf dem Buckel hat. Hinzu kommt, dass sein Vertrag bei den „Schwarz-Weiß-Grünen“ am Ende dieser Saison nach zwei Jahren ausläuft. Und dann? „Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken,“ so Kirkeskov, der zwischenzeitlich sogar Vize-Kapitän war und weiter, „ich will erst einmal wieder auf dem Platz stehen und meiner Mannschaft helfen. Das allein zählt aktuell für mich.“
Wobei er unterstreicht, sich mit seiner Familie, Ehefrau Ida und den Söhnen Isak (4) und Oscar (1), in Münster absolut wohlzufühlen. Heißt: Gegen eine Verlängerung seines Arbeitspapieres hätte der frühere dänische Nationalkicker (2 A-Länderspiele) nichts einzuwenden. Müssen nur die Preußen mitmachen.
Was, wenn das nicht geschieht? Kirkeskov, der in seiner Karriere neben Dänemark und Deutschland auch schon in Norwegen sowie Polen aufgelaufen ist: „Damit musst Du als Profi immer rechnen. Klar ist, dass ich auf jeden Fall weiterspielen möchte.“ Dafür wäre er sogar bereit, auch noch ein weiteres Land kennenzulernen.

Sportliche Zukunft ab Sommer noch ungewiss! Der Vertrag von Abwehr-Routinier Mikkel Kirkeskov bei den Preußen läuft nach dieser Saison aus
Foto: Getty Images
Bedingungslose Unterstützung findet er dafür bei seiner Ida. Mikkel voller Anerkennung: „Spielerfrauen sind ohnehin die wahren Heldinnen in diesem Geschäft, weil sie meistens ihr eigenes Leben nach dem ihrer Männer ausrichten.“ Spätestens nach seiner Laufbahn soll sich dann Ida wieder in ihrem Beruf verwirklichen können. Kirkeskov: „Auf jeden Fall geht’s zurück nach Aarhus.“ Wo auch er dem Fußball in irgendeiner Form erhalten bleiben will. So zumindest der grobe Plan.
Mehr als diesen kurzen Ausblick auf die Zukunft lässt er allerdings nicht zu. Im Brustton der Überzeugung versichert er: „Entscheidend sind für mich die Gegenwart – und die Preußen.“ Mit denen er möglichst frühzeitig den Klassenerhalt schaffen will.
Vielleicht sogar mit einem Kirkeskov-Tor. Denn das ist ihm im Adlertrikot bislang nicht gelungen. Zur Erinnerung: Beim 0:1 in der Vorsaison auf Schalke verfehlte der Linksfuß den Kasten nur um Zentimeter. Gescheitert am Innenpfosten. „Wenn ich daran denke, nervt‘s mich noch heute,“ so Kirkeskov. Was nur unterstreicht, dass sein Ehrgeiz ungebrochen ist. Selbst mit 34…

Münsters neuer Sportdirektor Jan Uphues war jetzt zu Gast im beliebten Insider-Podcast „Preußen Privat“
Foto: kolbert-press/Martin Agüera
● Hier gibt’s Fußball für die Ohren! Die neue Folge vom beliebten Insider-Podcast „Preußen Privat“ aus der kultigen Bode-Loge – diesmal mit Jan Uphues (38) – ist ab sofort verfügbar. Was Sie schon immer über neuen Sportdirektor der Münsteraner wissen wollten – hier erfahren Sie es. Ein launiges Gespräch, bei dem keine Langeweile aufkommt. Kostenlos reinhören unter www.preussenprivat.de und überall dort, wo es Podcasts (u.a. Spotify) gibt.