62 Jahre lang war das Restaurant „Zooterrassen“ – früher besser bekannt als „Milchbar“ – eine Gastro-Institution im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. 2023 zog das langjährige Pächter-Ehepaar Gass dann den Schlussstrich. Die Folge: Das historische Gebäude mit 60er-Jahre-Charme steht bis heute leer.

Pläne für die Wiederaufnahme des Betriebs gab es seither reichlich, ein neues Gastro-Konzept – ein italienisches Restaurant namens „Zigolini Café und Bistro“ soll es werden – seitens des neuen Pächters Marché Mövenpick steht auch schon. Was bisher fehlte, war die eigentliche Umsetzung des Projekts.

Der Grund: Dieser Umsetzung muss eine umfangreiche Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes vorausgehen. Nun wird es allerdings endlich konkret: Die Pläne sollen am 15. Januar im Bauausschuss vorberaten werden, bevor der Gemeinderat darüber abstimmt.

Was muss an den Zooterrassen saniert werden?

Die Liste der baulichen Mängel ist nach den Einschätzungen der Stadt Karlsruhe in der Beschlussvorlage nicht gerade kurz. Demzufolge seien in den 55 Jahren Gastro-Betrieb des Ehepaares Gass „kaum bauliche und technische Erneuerungen durchgeführt“ worden. „Die Bausubstanz und die Gebäudetechnik stammen größtenteils noch aus der Bauzeit“, heißt es weiter.

Das ehemalige Restaurant Zooterrassen im Karlsruher Zoo.

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Das ehemalige Restaurant Zooterrassen im Karlsruher Zoo.
Foto: Emelie Stump

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Das ehemalige Restaurant Zooterrassen im Karlsruher Zoo.
Foto: Emelie Stump

„Das Gebäude ist in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Viele Oberflächen weisen starke Abnutzungsspuren auf. Es gibt hygrothermische Feuchteschäden in den Funktionsräumen.“ Auch die mit Flüssiggas betriebene Heizungsanlage sowie die Gebäudetechnik müssen alters- und sicherheitsbedingt ausgetauscht werden. Konkret geplant sind demnach folgende Maßnahmen:

  • Flachdach abdichten und wärmeisolieren
  • Lichtkuppeln erneuern
  • Außenwand aus Hochlochziegel mit Wärmedämmverbundsystem versehen
  • Rückwand mit Innendämmung versehen
  • Fenster und Außentüren austauschen und thermisch ertüchtigen
  • Theken- und Ausgabebereich mit einem direkten Zugang zur Terrasse versehen
  • raumhohe Verglasung im Gastraum durch Isolierverglasung ersetzen
  • Küchen- und Funktionstrakt vollständig entkernen und bau- und haustechnisch neu ausbauen
  • alle Innenoberflächen erneuern
  • denkmalgeschützten Gastraum erhalten, aber malermäßig und haustechnisch erneuern
  • Gebäudetechnik neu herstellen (Grundleitungen erneuern, Fernwärmeheizung und kontrollierte Wohnraumlüftung einbauen)
  • Behinderten-WC einbauen
  • Durchgang zwischen Küche und Gastraum vergrößern
  • ehemalige Garage zum Lagerraum umgestalten

Was soll die Sanierung kosten?

Die Stadt Karlsruhe rechnet für die Sanierung der Zooterrassen mit einer Gesamtinvestition von 1,18 Millionen Euro. Die gute Nachricht: Die eh schon klamme Stadtkasse wird das Bauvorhaben voraussichtlich nicht belasten. Denn: Durch die frühere und kostengünstigere Fertigstellung der Afrikasavanne stehen laut Stadtverwaltung nun freie Mittel in Höhe von 580.000 Euro zur Verfügung.

Für die restlichen Kosten in Höhe von 600.000 Euro will die Stadt darüber hinaus auf freie Haushaltsreserven aus dem Jahr 2025 zurückgreifen.

Wie viel Geld soll das neue Restaurant einbringen?

Während die Stadt für den Betrieb des „Zigolini“ in ihrer Beschlussvorlage mit jährlich etwa 25.000 Euro kalkuliert, erwartet sie von dem Restaurant künftig gleichermaßen Erträge von etwa 42.000 Euro pro Jahr. 17.000 Euro soll das neue Gastro-Highlight also im Jahr in die Stadtkasse spülen.

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Wie sieht der Zeitplan aus?

Wie bereits vom Karlsruher Zoo angekündigt, soll die Sanierung der Zooterrassen 2026 beginnen. Bereits Ende Februar rechnet die Stadt mit der Vergabe der Baugenehmigung, sodass Ende März die Arbeiten vergeben werden können.

Startschuss für den Bau ist laut der aktuellen Planungen der 11. Mai. Zirka zehn Monate soll die Sanierung dauern, sodass das Objekt am 4. Februar 2027 an den Mieter Marché Mövenpick übergeben werden kann. Dieser soll dann den Innenausbau des noch „nackigen“ Restaurants mit der Ausstattung der Küche und des Gastraums vollenden.

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Fest steht also: Bis zwischen Schwanensee und Seelöwengehege zum ersten Mal Kaffee, Pasta und Eis im „Zigolini“ über die Theke gehen, müssen sich die Karlsruher Zoobesucher noch mehr als ein Jahr gedulden. Bis dahin haben wir euch eine Übersicht über alle gastronomischen Angebote im Zoo hier zusammengestellt.

  • Melissa Betsch

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