Stand: 06.01.2026 16:04 Uhr

Nach der Bergung sieben tonnenschwerer Güterwaggons bei Elze haben am Montag die Reparaturarbeiten an der Strecke begonnen. Die Bahn spricht von massiven Schäden, die Arbeiten könnten Wochen dauern.

Die Bahn ist seit Montag dabei, einen genauen Ablaufplan der Arbeiten zu erstellen. Außerdem hätten vorbereitende Arbeiten begonnen und Maschinen würden zum Streckenabschnitt gebracht, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montag dem NDR Niedersachsen mitteilte.

Pendler müssen auf Busse umsteigen

Auf rund fünf Kilometern müssen laut Bahn mehrere Tausend Schwellen sowie Oberleitungsmasten, Signale, Kabel und drei Weichen ersetzt werden. Die Strecke bleibe daher bis Anfang Februar gesperrt. In dieser Zeit müssen Pendler zwischen Barnten und Banteln auf Busse umsteigen.

Bus (Schienenersatzverkehr) wegen einer Zug-Streckensperrung zwischen Hannover und Göttingen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert, dass Bahn-Apps Reisende auf Umwege schicken, statt den Ersatzverkehr vorzuschlagen.

Spezialkräne bergen tonnenschwere Waggons

Am Wochenende wurden bereits die jeweils rund 20 Tonnen schweren Waggons geborgen und abtransportiert. Die Bahn hatte dafür zwei Kräne aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen nach Elze bringen lassen. Das Eisenerz aus den Waggons war auf der gesamten Strecke verteilt, zudem lagen die Wagen teilweise quer über den Gleisen. Bei einem Waggon war eine Schiene verkeilt. Mithilfe eines Baggers konnte diese jedoch schnell entfernt werden. Zwei andere Wagen hingen so stark zusammen, dass sie mit einem Schweißgerät voneinander getrennt werden mussten.

Güterzug entgleist: Schienen bei Elze gesprengt

Die Schienen am Unfallort waren am 28. Dezember gesprengt worden. Die Maßnahme diente „der zügigen Instandsetzung sowie der schnellstmöglichen Wiederfreigabe der Strecke“, wie die Polizei mitteilte. Die Gleise hatten demnach unter mechanischer Spannung gestanden und wenn Menschen per Hand daran gearbeitet hätten, hätte jemand verletzt werden können, sagte ein Polizeisprecher dem NDR Niedersachsen.

Video:
Nach Entgleisung bei Elze: Schienen gesprengt (1 Min)

Aktuelle Reisemöglichkeiten im Regionalverkehr zwischen Hannover und Göttingen

Seit dem 30. Dezember fahren laut dem Eisenbahnverkehrsunternehmen Metronom die Ersatzbusse zwischen Nordstemmen und Banteln nach einem festen Fahrplan. Dieser sei zunächst bis einschließlich 1. Februar 2026 gültig. Fahrgäste, die von Hannover nach Göttingen reisen möchten, haben folgende Möglichkeiten:

  • ab Hannover Hauptbahnhof mit dem Metronom RE2 über Sarstedt nach Nordstemmen, dort weiter mit dem Bus über Elze nach Banteln
  • ab Hannover Hauptbahnhof stündlich mit der S4 (Abfahrt ’19) über Bismarckstraße, Messe/Laatzen, Rethen (Leine) und Sarstedt nach Barnten, dort weiter mit dem Bus über Nordstemmen und Elze nach Banteln
  • in beiden Fällen anschließend von Banteln aus stündlich mit dem Metronom RE2 weiter nach Göttingen, mit allen planmäßigen Halten
  • Die beheizten Züge warten in Nordstemmen vor der Rückfahrt am Bahnsteig damit Reisende nicht im Kalten warten müssen.

Reisemöglichkeiten im Regionalverkehr zwischen Göttingen und Hannover

Ab Göttingen Hauptbahnhof können Reisende stündlich mit dem Metronom RE2 bis nach Banteln fahren – mit allen planmäßigen Halten. In Banteln geht es weiter mit dem Busnotverkehr:

  • bis Nordstemmen: dort Umstieg in den Metronom RE2 über Sarstedt nach Hannover Hauptbahnhof
  • bis Barnten: Umstieg in die stündlich fahrende S-Bahn-Linie S4 (Abfahrt ’17) nach Hannover Hauptbahnhof mit Halt in Sarstedt, Rethen (Leine), Messe/Laatzen und Bismarckstraße
  • bis Barnten: Umstieg in die außerplanmäßig stündlich in Barnten haltende Erixx-Linie RE10 (Abfahrt ’53) über Sarstedt nach Hannover Hbf. Die Fahrt wird bis zum 7. Januar angeboten.
  • Die beheizten Züge warten in Banteln am Bahnsteig vor der Rückfahrt, damit Reisende nicht im Kalten warten müssen.

Ein abgerissener Strommast liegt auf den Gleisen.

Grund ist ein entgleister Güterzug. Die Strecke ist voraussichtlich bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag gesperrt.

Reisende müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen

Dem Unternehmen Metronom zufolge kann es nicht nur auf der betroffenen Strecke, sondern auch auf der Strecke Hamburg-Hannover zu „einzelnen Verspätungen“ kommen. Reisende sollen sich vor Fahrtantritt per Website, App oder WhatsApp über die aktuelle Lage informieren. Metronom weist darauf hin, dass es durch geänderte Zugnummern in den elektronischen Fahrplanauskünften zu Anzeigefehlern kommen kann. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist von dem Unfall nicht betroffen.

Waggons entgleist: Bundespolizei untersucht Unfallursache

Zug entgleist bei Elze, die Strecke teils gesperrt: Ein Bahnsteig voller Menschen vor einem Zug.

Fahrgäste müssen vorerst – wie hier in Banteln – teils auf Busse umsteigen.

Der Unfall hatte sich am 23. Dezember ereignet. Laut Bundespolizei war ein Waggon eines Güterzuges aus den Gleisen gesprungen. Kurz darauf seien dann weitere sechs Waggons entgleist und umgekippt. Auf einer Strecke von vier Kilometern wurden dadurch Betonschwellen beschädigt und auch ein Strommast wurde mitgerissen. Ein entgegenkommender Güterzug wurde den Angaben zufolge leicht beschädigt – verletzt wurde niemand. Der entgegenkommende Zug sei – im Gegensatz zu früheren Angaben – nicht entgleist, hieß es von der Bundespolizei. Die Unfallursache werde nun untersucht.

Entgleiste Güterwaggons in Elze werden geborgen.

Der Zug war in der Nähe von Elze zwischen Hannover und Göttingen entgleist. Die Arbeiten werden wohl Wochen dauern.

Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universität

Was in Niedersachsen wichtig ist, hören Sie in den Nachrichten von NDR 1 Niedersachsen.

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Das Bild zeigt einen Metronom im Bahnhof.

Seit Montag gilt ein sogenannter Stabilisierungsfahrplan. Dieser soll bis Mitte Dezember mehr Verlässlichkeit schaffen.

Ein Zug der Metronom Eisenbahngesellschaft steht auf einem Gleis im Bahnhof.

Eine heiß gelaufene Bremse soll für den Qualm verantwortlich gewesen sein. Drei Menschen wurden verletzt.