Schneechaos im Norden
Experten warnen vor Lebensgefahr auf Straßen
07.01.2026 – 01:47 UhrLesedauer: 4 Min.
Mit Schnee bedeckte Autos und Fahrräder stehen auf Parkplätzen in Barmbek: Meteorologen sehen bereits Parallelen zum Extremwinter 1978/79. (Quelle: IMAGO/BODE/imago-images-bilder)
Polare Luft bringt Hamburg weiteren Schnee und Dauerfrost. Ab Freitag warnen Meteorologen vor einer Extremlage – einer zieht einen historischen Vergleich.
Schnee, Eis und kein Ende in Sicht: Polare Luft und ein Tiefdruckeinfluss halten Hamburg und den Rest von Norddeutschland weiter fest im winterlichen Griff. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist bereits ab Mittwochvormittag mit neuem Schneefall zu rechnen, der im Laufe des Abends auch Hamburg erreichen soll. Dabei sind Neuschneemengen von bis zu drei Zentimetern möglich.
An der Nordseeküste warnt der DWD ab den Morgenstunden vor stürmischen Böen um 65 km/h, auf den Nordseeinseln sogar vor einzelnen Sturmböen um 80 km/h. In Hamburg herrscht am Mittwoch leichter Dauerfrost mit Temperaturen zwischen 0 und minus drei Grad, verbreitet ist mit Glätte zu rechnen. In der Nacht sinken die Werte auf minus eins bis minus fünf Grad.
Noch deutlich heftiger soll es ab Freitag werden. Laut NDR erwartet Meteorologe Frank Böttcher bereits am Freitagmorgen heftige Schneefälle in Hamburg. Im Flachland seien zusätzlich 15 bis 20 Zentimeter Neuschnee möglich.
Wetter-Experte Karsten Brandt warnt gegenüber „Bild“: „In Hamburg, Schleswig-Holstein, Ostdeutschland und Niedersachsen erwartet uns regelrechter Dauerschneefall mit fünf bis zehn, vereinzelt sogar fünfzehn Zentimetern Neuschnee innerhalb von sechs Stunden. Das ist eine Extremlage!“ Zudem werde mit Eisregen gerechnet, der zusammen mit Schneeverwehungen für gefährliche Glätte sorge. Brandt rät: „Planen Sie um, bleiben Sie zu Hause. Auf den Straßen besteht am Donnerstag und am Freitag Lebensgefahr!“
Auch Meteorologe Sebastian Wache rechnet mit extremen Bedingungen. „Ich gehe davon aus, dass wir Blizzard-ähnliche Verhältnisse haben werden, also wirklich kräftiger Flockenwirbel auch mit starken Sichteinschränkungen“, sagte er dem NDR. An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins könnten demnach sogar 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee fallen. Wache sieht Ähnlichkeiten mit dem Schneechaos zum Jahreswechsel 1978/79.
In der Nacht zu Samstag sollen die Temperaturen auf minus fünf Grad sinken. Am Wochenende wird es noch einmal richtig kalt: In Hamburg werden Temperaturen von minus acht Grad erwartet. In der Nacht zu Sonntag droht im Binnenland sogar mäßiger Frost zwischen minus sechs und minus neun Grad, örtlich ist strenger Frost bei minus zehn Grad möglich.
Für die Stadtreinigung Hamburg bedeutet das Winterwetter eine Ausnahmesituation. „Sechs Volleinsätze in Folge, das gab es seit Jahren nicht“, sagte Daniela Enslein, Sprecherin der Geschäftsführung bei der Stadtreinigung, der „Hamburger Morgenpost“. „In normalen Jahren haben wir sieben im gesamten Winter.“
