Leipzig. Ich bin mit Leib und Seele Leipziger und finde es sehr schade, dass das ehemalige Karstadt-Kaufhaus kein Anziehungspunkt mehr für die Menschen unserer Stadt ist. Machen wir uns nichts vor, weitere Leerstände in der City werden hinzukommen. Der stationäre Handel braucht einfach nicht mehr so viel Fläche und verkleinert sich.
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Ein Ort im Geiste des Herbstes 1989
Deshalb wäre mein Vorschlag: Lasst uns eine leerstehende Immobilie in der Innenstadt zu einem Kultur- und Begegnungszentrum umbauen. Es sollte ein Ort werden, wo die Leute gern hingehen, weil es dort cool ist. Weil immer was los ist und Dinge stattfinden, die Freude machen.
Visionen für Leipzig: Die große LVZ-Serie
Leipzig war immer eine Stadt mit Visionen. Die LVZ möchte daran anknüpfen. 50 Menschen erzählen in unserer Serie von ihrer Vision für Leipzig – jeden Tag eine neue, bis Ende Februar. Haben Sie selbst Ideen für das Leipzig von Morgen? Machen Sie mit!
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Unter einem Dach könnten Musik, Theater, Vereine, Mitmachprojekte oder soziale Einrichtungen ihr Zuhause finden. Es gäbe genug Platz für Probenräume, sei es für Chöre, Orchester oder Bands. Ebenso für eine Kletterwand, eine Skaterbahn oder ein Feld für Beachvolleyball. Auch Konzerte und Theateraufführungen könnten dort stattfinden.
Begegnungen und Austausch aller Altersklassen
Wenn wir an Leipzig als Stadt der Friedlichen Revolution denken, wäre das auch ein guter Ort für die Fortsetzung der Tradition von 1989. Das Haus könnte zu einem Ort der Demokratie, der politischen Bildung, der Umweltbildung und der Medienkompetenz werden. Besucherinnen und Besucher aller Altersklassen könnten spannende Erlebnisse und Begegnungen haben.
Auch ein Second-Hand-Kaufhaus für gebrauchte Kleidung, Haushaltsgeräte, Spielzeug, technische Geräte könnte in dem Gebäude unterkommen. Verbunden mit einer Reparaturwerkstatt zum Selbermachen.
Reden über die drängenden Fragen der Gegenwart
Wichtig ist mir, dass sich die verschiedenen Akteure in einem solchen Haus gegenseitig bestärken. Es könnte ein guter Platz werden, wo man miteinander redet und gemeinsam nach Antworten sucht auf die komplexen Fragen unserer Zeit.
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Es ist ja kein Selbstläufer, dass die Stadt Leipzig, parteipolitisch gesehen, eine Insel im blauen Raum ist. Kluge Gedanken und Lebenserfahrungen von Menschen könnten dort an die jüngeren Generationen weitergegeben werden. Ich denke da an Friedrich Magirius, Channa Gildoni, Hinrich Lehmann-Grube, Christian Führer oder Speck von Sternburg.
Leipziger Bürgerschaft hat sich immer selbst gekümmert
Auch ich bin ein Suchender und habe auf viele Fragen keine Antworten, bin teilweise überfordert. Krieg und Frieden, Bundeswehr, Aufrüstung? Da reicht kein einfaches Ja oder Nein. Es geht ums Reden mit allen, die reden und sich austauschen wollen. Auf der Basis von Humanismus, Neugier, Unvoreingenommenheit. Und auf der Basis des Grundgesetzes.
Natürlich kommen wir da zu der Frage, wer so einen Ort finanzieren soll. Da denke ich an die großen Leipziger Unternehmen, die alle interessiert sind an Demokratiebildung und die zudem ihren Beschäftigten etwas bieten wollen. Auch vermögende Leipziger Bürger könnten sich engagieren, immerhin hat unsere Stadt laut Statistik mindestens 125 Einkommensmillionäre – mehr als jede andere Stadt in Sachsen.
Aus Karstadt könnte WirStadt werden
Durch ausgeprägtes Mäzenatentum ist Leipzig in der Vergangenheit zu der Stadt geworden, die sie heute ist. Die Leipziger Bürger hatten keinen König. Sie sind durch Messen und Handel reich geworden und haben sich selbst gekümmert: um den Neubau des Alten Rathauses, um ein bürgerliches Orchester, um ein Musikkonservatorium, eine Bildersammlung, Museen, Bibliotheken und Stiftungen.
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Das ist etwas, was uns von anderen Städten unterscheidet und was sich auch in diesem Zentrum widerspiegeln sollte. Einen witzigen Namen könnten wir alle gemeinsam suchen. Da hätte ich ein paar Vorschläge: aus Karstadt könnte WirStadt, BürgerStadt, MitStadt oder KulturStadt werden.
Vergeben Sie Sterne für alle Visionen
Sie können jede der 50 Visionen für Leipzig mit Sternen bewerten: Ein Stern bedeutet, Ihnen gefällt die Vision gar nicht. Fünf Sterne bedeuten, Sie finden sie hervorragend. Unter allen Teilnehmern verlosen wir exklusive Preise. Die zehn bestbewerteten Visionen stellen wir nach Veröffentlichung noch einmal zur Abstimmung: Welche überzeugt Sie am meisten?
Sebastian Krumbiegel (59) wurde 1966 in Leipzig geboren. Er war Mitglied des Thomanerchores und hat danach in Leipzig Musik studiert. Bekannt wurde er als Gründer und Frontmann der „Prinzen“. Er ist auch als Solokünstler aktiv und politischer Aktivist.
LVZ