Am 20.10.1985, gegen 8.00 Uhr, schoss die 21 Jahre alte Paula h. mit einer Armbrust in Tötungsabsicht auf […] den schlafenden 58 Jahre alten verheirateten Giuseppe Palatini“: So beschreibt der damalige Düsseldorfer Oberstaatsanwalt in einem Telefax an den NRW-Justizminister am Tag danach einen Fall, der als „Armbrust-Mord“ in die Kriminalgeschichte der Landeshauptstadt eingehen wird. Der Mord macht weit über Düsseldorf hinaus Schlagzeilen, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet auf ihrer Titelseite. Zwei Jahre später kommt es zum Prozess gegen H. vor dem Düsseldorfer Landgericht, an dessen Ende stehen neun Jahre Haft wegen Mordes. Ihr Verteidiger Jürgen Wessing, heute einer der bekanntesten Vertreter seines Fachs in Düsseldorf, sagt: „Aus meiner Sicht wurde ihr übel mitgespielt.“ Was ist damals passiert und wie blickt Wessing 40 Jahre später auf den aufsehenerregenden Prozess zurück?