Auffälliger Auftritt gegen den FC Luzern: Justin Diehl Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch
Der Flügelstürmer meldet sich im jüngsten Testspiel mit einem kleinen Ausrufezeichen zurück und soll mittelfristig zum Faktor beim VfB werden – allerdings über einen Umweg.
Als Justin Diehl vor eineinhalb Jahren vom 1. FC Köln zum VfB Stuttgart stieß, wurde der Flügelstürmer mit Spannung in Bad Cannstatt erwartet. Er zähle auf seiner Position zu den spannendsten Spielern Deutschlands, betonte Sportchef Fabian Wohlgemuth: „Wir wollen seine Fähigkeiten weiter ausbauen und fördern.“ Das allerdings war nur bedingt möglich, da eine Zwangspause die nächste jagte und der Youngster so nie richtig in den Rhythmus kam.
In der ersten Saison erlaubten Verletzungen der Schulter und des Oberschenkels zumindest noch neun Einsätze für die Bundesliga-Mannschaft, in dieser Spielzeit wartet Diehl nach Verletzungen an dem rechten Sprunggelenk und den Bändern noch auf seine ersten Minuten bei der Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß. Zumindest, was Pflichtspiele betrifft.
Leweling, Führich, Tomas – viel Konkurrenz auf außen
Im jüngsten Testspiel gegen den FC Luzern (3:2) dagegen nahm der 21-Jährige einen erneuten Anlauf – und ließ dabei sein Potenzial aufblitzen. In seinen 45 Minuten Einsatzzeit war Diehl an beiden Stuttgarter Toren im ersten Durchgang direkt beteiligt. Den ersten Treffer von Nikolas Nartey bereitete er mit einem robusten Kopfballeinsatz vor, den zweiten erzielte er von halb links in die lange Ecke selbst. Zum dritten Treffer durch Chris Führich nach der Pause konnte er nach seiner Auswechslung schlicht nichts beitragen. „Es war ein guter Auftritt“, lobte Hoeneß im Anschluss, „Justin ist in Testspielen oft auffällig.“
Sebastian Hoeneß plant mittelfristig mit Justin Diehl. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch
Anstatt nun aber den Pflichtspiel-Ernst in den Blick zu nehmen, liegt der Fokus bei Diehl auf einer anderen Stelle. „Er muss jetzt einfach stabil und gesund bleiben“, sagt sein Trainer mit Blick auf die vielfältige Verletzungshistorie. Dafür sieht der Plan einen Umweg über die U 21 in der dritten Liga vor, um regelmäßige Spielpraxis sicherzustellen und so sukzessive die Belastung zu erhöhen. „Der Weg wird über die zweite Mannschaft gehen“, betont Hoeneß, „er wird ganz sicher erst einmal Drittliga-Einsätze haben und brauchen, um Minuten zu bekommen.“ Zeitdruck besteht zudem nicht, da der VfB auf den Außenbahnen breit aufgestellt ist – unter anderem konkurrieren Jamie Leweling, Chris Führich und Tiago Tomas dort um Einsatzzeit.
Dass Diehl aber weiter fester Bestandteil des Stuttgarter Lizenzspieler-Kaders ist, zeigte sich jüngst in der Vorbereitung: Er flog nicht mit der U 21 ins türkische Manavgat, wo die Mannschaft von Trainer Nico Willig gerade ihr Winter-Trainingslager absolviert – sondern blieb in Bad Cannstatt beim Hoeneß-Team. Dort soll der wendige und dribbelstarke Flügelspieler perspektivisch auch wieder ein Faktor sein. „Er kann auch für uns wieder eine interessante Komponente werden“, sagt Hoeneß, „gerade während des Spiels beim Wechseln.“
Diese Impulse wird der 23-malige deutsche U-Nationalspieler nun aber vorerst in der dritten Liga geben, wo er im ersten Halbjahr bereits fünf Mal zum Einsatz gekommen war und dabei ein Tor sowie eine Vorlage beisteuerte. Folgen bald weitere? Das nächste Pflichtspiel jedenfalls naht bereits – und es spricht viel dafür, dass Justin Diehl am 18. Januar gegen den MSV Duisburg für die Stuttgarter U 21 auflaufen wird.