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Universal plante eine düstere „Jurassic Park“-Animationsserie – doch Spielberg zog die Notbremse, bevor auch nur eine Folge ausgestrahlt wurde.

Nach dem Erfolg von „Jurassic Park“ 1993 suchte Universal nach Wegen, das Franchise zu erweitern. Während die späteren Kinofilme hinter den Erwartungen zurückblieben, arbeitete das Studio parallel an einem ambitionierten Animations-Projekt. Die geplante Serie sollte sich an ältere Zuschauer richten und direkt an die Handlung des Originals anknüpfen. Konzeptzeichnungen und Drehbuchentwürfe zeigen, wie radikal anders die Dino-Saga hätte verlaufen können.

#5: Jurassic World: Die Wiedergeburt - "Jurassic World: Die Wiedergeburt", Teil 7 der Reihe, führte das Kinopublikum an einen "isolierten Ort" unweit der allerersten "Jurassic Park"-Forschungseinrichtung. Eine Art Aussätzigeninsel für Dinosaurier, die zu hässlich oder zu mörderisch für den ursprünglichen Urzeit-Zoo waren. Dort sollen Zora Bennett (Scarlett Johansson) und ihr Team die DNA von ein paar überaus gefährlichen Echsen beschaffen. Der Lohn: fast 869 Millionen US-Dollar weltweit.„Jurassic Park“-Serie hätte das gesamte Franchise verändert – warum wurde nichts draus? © Universal Studios

Unter dem Arbeitstitel „Escape from Jurassic Park“ entwickelte Universal Cartoon Studios ab 1993 eine Serie mit 23 geplanten Episoden. Laut Konzeptkünstler William Stout wurde das Projekt 1994 eingestellt, weil Steven Spielberg die kommerzielle Ausbeutung des Franchise leid war. Der Regisseur habe sich gegen weitere Merchandising-Offensive gewehrt, was das Ende der Animation besiegelte. Stout erklärte auf seinem Blog, dass sogar ein Trailer mit traditioneller sowie Computer-Animation fertiggestellt wurde – dieser blieb jedoch unter Verschluss. Diese animierten Dino-Filme prägten stattdessen unsere Kindheit.

„Jurassic Park“-Serie: Graphic-Novel-Optik und neue Dinosaurier geplant

Produzent Will Meugniot („The Real Ghostbusters“) wollte eine düstere Graphic-Novel-Ästhetik etablieren. Die Handlung hätte nach der Flucht aus dem Park angesetzt: Alan Grant, Ellie Sattler und Ian Malcolm sollten zurückkehren, während ein Konkurrenzunternehmen namens BioSyn Dinosaurier-Eier stiehlt. Geplant waren außerdem exotische Spezies wie der gezahnte Lycaenops. Am Ende der ersten Staffel wäre der Park tatsächlich für Besucher geöffnet worden – ein Szenario, das die Kinofilme erst Jahrzehnte später umsetzten.

Die Serie sollte Elemente aus Michael Crichtons Roman „Vergessene Welt“ vorwegnehmen, darunter die Rivalen-Firma und entkommene Dinosaurier auf dem südamerikanischen Festland. Stout betonte, dass man keine Kinder-Show plante, sondern ein Primetime-Format mit hochkarätigen Autoren. Die Kombination aus traditioneller Animation und CGI galt damals als technologische Pionierarbeit. Die Fanseite Jurassic Outpost veröffentlichte 2016 das Story-Treatment, das den Handlungsbogen der ersten Staffel detailliert beschreibt.

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Ob die Originalstimmen von Sam Neill, Laura Dern oder Jeff Goldblum mitwirken sollten, bleibt unklar. Stout besitzt nach eigenen Angaben noch eine Kopie des Trailers, doch das übrige Material galt lange als verschollen. Spätere Animationsserien wie „Jurassic World: Chaos Theory“ knüpfen thematisch an, erreichen aber nicht die konzeptionelle Radikalität von „Escape from Jurassic Park“. Die gecancelte Serie hätte womöglich einen Weg aufgezeigt, wie sich das Franchise ohne endlose weitere Actionfilme hätte entwickeln können. Diese düstere Serie zeigt übrigens, was bei einem Stromausfall passieren kann – und kann kostenlos gestreamt werden.