Auch in den sozialen Netzwerken tauchen Angebote auf. Auf TikTok präsentieren Nutzer Videos mit angeblichen Lagerbeständen oder werben mit Rabatten. Experten schätzen jedoch, dass viele dieser Angebote nicht echt sind. Der eigentliche Handel verlagert sich in geschlossene Gruppen auf Messenger-Diensten. Und das Geschäft scheint gut zu laufen: „Leute, Geduld, ich muss erst mal alle Bestellungen erledigen. Ich bin ein Einmannunternehmen und meine Eier schwitzen schon“, lautet die letzte Nachricht in einem Chat. Bestellstopp. Die private Gruppe auf dem Messenger-Dienst Telegram hat rund 2.500 Mitglieder.
Wenige Nachrichten weiter oben eine Bestellliste: Eine lange Aufzählung illegaler Böller, ergänzt durch Fotos der angebotenen Ware. Weiter unten folgt ein Abschnitt zu „Shells“ – Kugelbomben für 15 Euro pro Stück. Bezahlt wird per Überweisung oder PayPal, verschickt per Post nach ganz Deutschland. Es ist eine von vielen Gruppen dieser Art. Der Handel ist auf größere Abnahmemengen ausgelegt. Die Mindestbestellwerte liegen häufig im dreistelligen Bereich.
Ein Verkäufer spricht sogar gezielt Vielabnehmer an und wirbt mit sogenannten Reseller-Listen, die bei hohen Stückzahlen günstigere Konditionen versprechen. Derselbe Verkäufer wirbt auch mit selbstgebauter Pyrotechnik. Auf den Bildern zu sehen sind klobige Zylinder ohne jegliche Beschriftung mit einer kurzen grünen Zündschnur. Auch selbstgebaute Kugelbomben tauchen in der Liste auf. Scrollt man noch tiefer, finden sich Chemikalien zur Herstellung. Zum Beispiel BKS: fünf Kilogramm für 325 Euro – derzeit „Out of Stock“.