Eine Explosion in einem russischen Öldepot 2024. Die Ukraine greift konsequent Moskaus Energiesektor an, eine wichtige Einnahmequelle für das Land im Krieg.

Eine Explosion in einem russischen Öldepot 2024. Die Ukraine greift konsequent Moskaus Energiesektor an, eine wichtige Einnahmequelle für das Land im Krieg.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Planet Labs PBC

  • Ukrainische Drohnen trafen laut Angaben eines Sicherheitsbeamten ein Munitionslager und ein Öldepot in Russland.
  • Die beiden Angriffe wurden von der „Alpha“-Gruppe durchgeführt, einer Eliteeinheit des ukrainischen Geheimdiensts SBU.
  • Die Angriffe sind die jüngsten Tiefschläge der Ukraine gegen russische Waffen- und Energieziele.

Ukrainische Truppen haben laut Angaben eines Sicherheitsbeamten am Dienstag mit Langstrecken-Drohnen ein russisches Raketenarsenal getroffen – sowie ein Öldepot, das für die Invasion von Bedeutung ist.

Diese Angriffe sind die neuesten Tiefschläge (Angriffe im Landesinnere Russlands) der Ukraine. Das Land nimmt weiterhin russische Waffenlager und den weitreichenden Energiesektor des Landes ins Visier – eine wichtige Einnahmequelle für den Staat im Krieg.

Eine Quelle im ukrainischen Sicherheitsdienst SBU sagte anonym, dass Drohnen die 100. Hauptdirektion für Raketen und Artillerie (GRAU) in der westlichen Region Kostroma getroffen hätten.

Der Drohnenangriff auf die Einrichtung löste eine sekundäre Detonation von Munition aus, die heftige Explosionen verursachte. Die Quelle bezeichnete das Ziel als wichtig, da Russland von dort aus Munition an kleinere Stützpunkte in anderen Teilen des Landes liefert.

Außerdem hätten Drohnen ein Öldepot in der nahegelegenen Region Lipetsk getroffen, das in Brand geriet. Videoaufnahmen und Bilder in sozialen Medien zeigen Feuer und Rauch an beiden Einrichtungen.

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Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Dienstag, 360 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben, ohne den Ort der Abschüsse zu nennen. Weder das Ministerium noch die russische Botschaft in den USA reagierten auf Anfragen von BUSINESS INSIDER (BI).

Die SBU-Quelle sagte zudem, die beiden Drohnenangriffe seien von der Alpha-Gruppe durchgeführt worden, einer Elite-„Spetsnaz“-Einheit, die als eine der besten ukrainischen Spezialeinheiten gilt.

Die Alpha-Gruppe gilt als eine der besten ukrainischen Spezialeinheiten

Die Alpha-Gruppe führt regelmäßig Langstrecken-Drohnenangriffe gegen russische Ziele durch, darunter kürzlich ein einzigartiger Angriff auf einen mit Moskau in Verbindung stehenden Öltanker im Mittelmeer und die spektakulären Angriffe im Juni auf russische Flugbasen, bekannt als Operation Spiderweb.

Die Alpha-Kräfte der SBU führen auch Bodeneinsätze durch; so beteiligten sie sich etwa an der Verteidigung von Pokrowsk, der vom Krieg stark gezeichneten Stadt in der östlichen Region Donezk, die Schauplatz einiger der intensivsten Kämpfe des Krieges war.

„Im neuen Jahr greift die SBU weiterhin militärische Einrichtungen und Ölanlagen der Russischen Föderation an und schwächt damit die Versorgung der feindlichen Armee mit Munition und Treibstoff“, sagte die Quelle gegenüber BI.

Die sogenannte Alpha-Gruppe war für die Angriffe der Operation Spiderweb auf russische Flugplätze verantwortlich.

Die sogenannte Alpha-Gruppe war für die Angriffe der Operation Spiderweb auf russische Flugplätze verantwortlich.

picture alliance / Newscom | MINISTRY OF DEFENSE OF UKRAINE

„Alle russischen Hinterlandanlagen, die für den Krieg gegen die Ukraine arbeiten, sind absolut legitime Ziele“, fügte sie hinzu.

Seit August verstärkt die Ukraine den Einsatz von Langstrecken-Drohnen, um russische Energieanlagen anzugreifen und Druck auf eine wichtige Einnahmequelle Moskaus auszuüben, die dessen Kriegsanstrengungen finanziert.

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Bisher richteten sich die Angriffe vor allem gegen Öl- und Gasinfrastruktur an Land, etwa Depots und Häfen. In den vergangenen Wochen wurden die Angriffe jedoch auf maritime Ziele ausgeweitet, darunter mehrere Öltanker und Ölplattformen im Schwarzen, Kaspischen und Mittelmeer.

Ukrainische Offizielle beschrieben die Tiefschlag-Operationen als eine Art „Langstrecken-Sanktionen“ gegen Russland.

Der Angriff auf das 100. GRAU-Arsenal am Dienstag zeigt außerdem eine Taktik, auf die die Ukraine seit Langem setzt: Munitionlager innerhalb Russlands zu treffen, um kurzfristig größere Auswirkungen auf das Schlachtfeld zu erzielen.

Lest den Original-Artikel Business Insider